
Von Andrea Fisel
Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. "Was Haydn vom Geistigen her geschaffen hat, bewirkt Mozart für die Seele", urteilen Musikkenner. Wenn dann Mozarts Werke auch noch von exzellenten Künstlern aufgeführt werden, dann verspricht dies in der Tat Genuss und Wohltat pur.
Der Mozart-Abend mit besonderem Programm im Blauen Saal des Paracelsus-Krankenhauses Unterlengenhardt, war einerseits Stefanie Bjarlovs Bemühungen zu verdanken, andererseits fünf hochkarätigen Musikern, die für diesen Auftritt eine Anreise aus Leipzig, Brüssel oder Mailand in Kauf genommen hatten.
"Mit diesen ganz späten Werken ist Mozart noch einmal eine Stufe in seiner Harmonie, seiner Feinheit, seiner Intensität hinaufgegangen", stellte Roland Baldini seinen Darbietungen mit dem Xenakis-Quartett voran. Auch wenn Mozart sein Streichtrio für Violine, Viola und Violoncello mit dem Titel "Divertimento in Es-Dur" KV 563 in die zur Unterhaltung bestimmte Musik der Zeit der Klassik zuordnete, stellt es ein Kammermusikwerk voller Feinheiten, anspruchsvoll für Interpreten und Zuhörer, dar.
In sechs Sätzen brachten Violinistin Naoko Ogura, Claudio Andriani (Viola) sowie Alessandro Andriani am Violoncello dieses besondere Werk zur Entfaltung: Fein aufeinander abgestimmt spielten sie sich die raschen Stimmenwechsel zu, hoben die immer wiederkehrenden Motive akzentuiert hervor oder steigerten sich vom langsamen, gewichtig erscheinenden Beginn hin zum verspielten, fast tänzerischen Menuetto. Ein bedächtiges und dennoch aufgrund wechselnder Dynamik bewegtes Andante leitete über ein zweites Menuetto hinüber zum Allegro, das fast im Stil eines "Rausschmeißers" ein kraftvolles Finale darstellte.
Vervollkommnet wurde das Ensemble im "Quintett in A-Dur" KV 581 für Klarinette und Streichquartett von Roland Baldini (Violine) sowie Klarinettist Wolfgang Mäder. 1789 schrieb Mozart dieses so genannte Klarinettenquintett für den befreundeten Klarinettisten Stadler.
Fast konzertierend trat hier die Klarinette dem Streicherquartett gegenüber. Klangfülle und Harmonie überwogen in diesem Werk, alles war in weichen Klang getaucht. Die häufig führende Klarinette sang melodiös, bisweilen nahezu verträumt die bewegten, variierenden, jedoch immer wiederkehrenden Melodien. "Man könnte fast dahinschmelzen", stellte eine Zuhörerin treffend fest.