Bad Liebenzell Ausgefeilte Technik und sensible Interpretationsfähigkeit
Schwarzwälder-Bote, 05.07.2012 20:01 Uhr
Das Staufer-Quartett und die Sopranistin Sophie Weller boten in der St. Lioba-Kirche ein Konzert auf hohem Niveau. Foto: BauschFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Bettina Bausch Bad Liebenzell. Mit einem besonderen geistlichen Konzert lockte die Sankt Lioba-Gemeinde Bad Liebenzell zahlreiche Musikfreunde in ihre schmucke Kirche. Schon der Titel des Programms der berühmten Barockkomponisten sorgte für reges Interesse an dem Konzert, für das die Organisatoren neben dem Staufer-Quartett aus Schwäbisch Gmünd auch einige Solisten gewonnen hatten.
Mehrere Kompositionen von Johann Sebastian Bach öffneten gleich zu Beginn die Herzen der zahlreichen Musikfreunde aus der Region. Das Streichquartett Adelheid Kolberg, Vanessa Wiesinger (Violine), Gerhard Löffler (Viola) und Violoncello (Johannes Ehret) verzauberten die Hörer mit reinstem und gut abgestimmtem Spiel, das von der Calwer Musiklehrerin Christa Stolzenburg am Cembalo begleitet wurde. Largo und Fuge, Bearbeitungen der Orgelsonate II wurden zart und innig interpretiert.
Bei Bachs "Unschuld Kleinod reiner Seelen" kam die Querflöte (Yvonne Rohnfelder) zu den Streichern und Sophie Weller ließ ihren warmen, strahlenden Sopran erklingen. Ein weiterer Höhepunkt war Bachs "Contrapunctus 1" aus der "Kunst der Fuge". Hier fanden Streicher und Flöte zu einem gelungenem Ganzen zusammen.
Weiter boten die Musiker Josef Haydns Andante aus dem Streichquartett Nummer 76. Gerade im langsamen Spiel zeigte sich ausgefeilte Technik und sensible Interpretationsfähigkeit.
Das "Arioso" aus dem Flötenkonzert G-Dur des Lehrmeisters von Johann Joachim Quantz, dem Lehrmeister Friedrich des Großen, war ein Beispiel für barocke Flötenmusik par excellence. Spielerisch leicht und melodisch reichhaltig wurde das Stück einfühlsam interpretiert. Giovanni Battista Pergolesis "Salve Regina" für Sopran, Streicher und Cembalo empfanden viele Besucher als Höhepunkt des Abends. Mit den Händel-Stücken "Meine Seele hört im Sehen" und "Danket dem Herrn" wurde ein überzeugender Schlusspunkt gesetzt hinter ein Konzert auf musikalisch hohem Niveau. Die ergriffenen Besucher wurden ins Programm einbezogen, indem sie zum Mitsingen aufgefordert wurden.
Kirchengemeinderätin Roswitha Schöninger hatte für ihre mehrmals eingestreuten verbalen Beiträge besinnliche Texte von Pater Anselm Grün und dem chinesischen Philosophen Lao-Tse ausgesucht. Das Ensemble bekam lange anhaltenden, begeisterten Beifall und bedankte sich mit mehreren Zugaben.


