
Bad Liebenzell/Schömberg (af). Fest stand von Anfang an, dass das Geld, das sich der Jugendgemeinderat Bad Liebenzell mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt erarbeitet hatte, nicht in die eigene Tasche wandern, sondern gespendet werden soll.
Wohin die finanzielle Unterstützung letztendlich gehen sollte, wurde im Gremium beratschlagt: "Eine soziale Einrichtung sollte es sein, in der näheren Umgebung liegen und vom Jugendgemeinderat erstmalig unterstützt werden", erinnerte sich Lia Bohnenberger. Was lag da näher als die Kinderklinik Schömberg, wenige Kilometer entfernt. "Ich besuche regelmäßig einen Bekannten, der jedes Jahr hierher zur Pflege kommt", ergänzte Adrian Plusczyk die allgemeine Zustimmung der Jugendlichen auf die Frage des Ärztlichen Direktors Gerhard Niemann, ob ihnen die Einrichtung bekannt sei.
Arzt gibt Auskunft
Dass die Kinderklinik kein Krankenhaus im herkömmlichen Sinne sei, welches ein Patient im besten Fall geheilt verlässt, bedurfte dann doch einer zusätzlichen Aufklärung: "Wenn die Kinder oder Jugendlichen hierher kommen, haben sie bereits eine intensiv medizinische Behandlung hinter sich", begründete der Kinderarzt und Neurologe die Andersartigkeit seiner Klinik. Hier seien die kleinen Patienten oft viele Monate, auch zeitweise mit Eltern oder Geschwistern. "Die Störungen können nicht beseitigt werden. Wir erzielen hier also keine vollständige Heilung, aber wir können lindern, Lebensqualität verbessern oder Eltern den Umgang mit ihren Kindern erleichtern", versicherte der Mediziner.
In dem kinderneurologischen Fachkrankenhaus erhalten neurologisch Kranke oder behinderte Kinder medizinische Versorgung, aber auch Behandlungen durch Physio- oder Ergotherapeuten, Psychologen, Logopäden oder Pädagogen. "Diese wesentlichen Maßnahmen werden von den Krankenkassen bezahlt", bestätigte der erfahrene Klinikleiter. "Eure Spende jedoch wird für besondere Therapien, wie beispielsweise mit dem Pferd, oder individuelle Trainingsgeräte, Lagerungskissen oder Aufstehhilfen benötigt."
Mit einem Rundgang durch die Klinik sowie mit persönlichen Besuchen bei den kleinen Patienten durften sich die vier jungen Ratsmitglieder einen Einblick verschaffen, wie bedeutsam selbst kleine Summen für die umfassende und segensreiche Arbeit der Schömberger Spezialklinik sind.