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Bad Liebenzell Abgeordneter legt Zusammenhänge der Schuldenkrise offen

Schwarzwälder-Bote, vom 21.12.2011 05:00 Uhr
Ein Dankeschön für einen informativen Vortrag (von links): Peter Simon mit Hans-Dieter Teske von der Europa Union und dem Bad Liebenzeller Bürgermeister Volker Bäuerle. 
Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder-Bote
Ein Dankeschön für einen informativen Vortrag (von links): Peter Simon mit Hans-Dieter Teske von der Europa Union und dem Bad Liebenzeller Bürgermeister Volker Bäuerle. Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Albert M. Kraushaar Bad Liebenzell. Die Schuldenkrise in Europa hält die Welt in Atem. Es geht um Summen, die man kaum noch in Zahlen fassen kann, Finanzprodukte, die selbst Insider nicht mehr verstehen, politisch und wirtschaftlich gesteuerte Geldströme, die nur noch auf eine rücksichtslose Profitorientierung ausgelegt sind. Jetzt versuchte Peter Simon, als Mitglied des Europäischen Parlaments und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung in Brüssel, auf Einladung des Kreisverbands der Europa Union im Bad Liebenzeller Bürgerzentrum, etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Er legte Zusammenhänge ­offen, erläuterte die Arbeit des Parlaments und dessen Möglichkeiten.

Anmoderiert wurde die Veranstaltung vom stellvertretenden Landesvorsitzenden der Europa Union, Hans-Dieter Teske aus Unterhaugstett. Der stellte dem prominenten Gast gleich eine ganze Reihe an Fragen zu Rettungsschirmen und äußerte die Sorgen der Bürger, die all die Rettungsmaßnahmen als ein Fass ohne Boden sehen. Ein weiterer Eckpunkt waren Fragen zu Regelungen von Banken und Rating Agenturen. "Der Außenwert des Euros ist stabil, sein Innenwert besser als die D-Mark", stellte Simon fest.

In seinen Augen hat die Bundesregierung den Fehler der kleinen Schritte gemacht, statt eine starke Brandmauer hoch zu ziehen. "Danach wurde die Politik von den Märkten getrieben", so Simon. Dinge, wie den Ausfall eines Schuldners versichern zu lassen, zählen für ihn zu den Auswüchsen der Finanzindustrie, die niemand mehr versteht. So sparte er nicht an Kritik an den Rating Agenturen. "Im Vergleich zu diesen Verflechtungen war die Deutschland AG noch gar nichts", zog er einen Vergleich heran. Im Laufe der Jahre habe sich ein Vertrauen zu diesen Instituten aufgebaut, das zum Selbstläufer wurde. Eine verhängnisvolle Entwicklung, die maßgeblich am Rad von Finanz-, Wirtschafts-, Schulden und Staatenkrise mit ­drehe. Simon erläuterte die Arbeit der Europäischen Union und des Parlaments auf der einen Seite und den ­Regierungen auf der anderen Seite. "Das Problem für den Bürger ist, dass es eine Differenz gibt zwischen dem, was die Politik sagt, was sie tut und was am Ende als Kompromiss herauskommt."

Der ehemalige Kommunalpolitiker sprach sich für eine Finanztransaktionssteuer auf Spekulationen und Handel mit Derivaten aus. In seinem leidenschaftlichen Vortrag zeigte er viele Probleme, aber auch mögliche Lösungen auf. "Die Mischung macht’s, dazu gehört auch ein vernünftiges Sparen", so Simon. Für ihn muss Griechenland ein Sonderfall bleiben.

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DEZ
27
09:16 Uhr, geschrieben von Juergen Helmerichs
Politik beim Wort nehmen
"Das Problem für den Bürger ist, dass es eine Differenz gibt zwischen dem, was die Politik sagt, was sie tut und was am Ende als Kompromiss herauskommt." Mit dieser Aussage ist ein grundsaetzliches Problem auch der deutschen Politik ausgesprochen. Anstatt die Suppe rechtzeitig vom Herd zu nehmen, laesst man sie immer wieder anbrennen, um es mal so auszudruecken. Martin Kessler hat einmal gesagt: "Der echte Charakter liebt die Entscheidung, er legt sich fest und zwar durch die Tat". Daran sollten sich auch Politiker messen lassen. Ein zusaetzliches Problem besteht darin, dass sich Politiker ueber abgesprochene Vereinbarungen bzw. beschlossene Gesetze hinwegsetzen, anstatt sie mit allen Konsequenzen einzufordern. In dieser Hinsicht ist und bleibt Griechenland ein Sonderfall! Vielen Dank! Pete J. Probe
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