
Von Dietmar Glaser Bad Herrenalb. Der Bad Herrenalber Gewerbe-Verbund (HGV) ist gegen die Ausweisung eines Nationalparks. Dieses Votum der Gewerbetreibenden der Kurstadt ist am Montag in Form einer Resolution an Bad Herrenalbs Bürgermeister Norbert Mai übermittelt worden."Der HGV bezieht ganz bewusst in einer frühen Phase der öffentlichen Diskussion Stellung, um einer politischen Vorentscheidung entgegenzuwirken", sagte Peter Müller bei der Übergabe der Schrift. Müller hat zusammen mit Rainer König den Vorsitz im HGV.
Der Text der Resolution erläutert die ablehnende Haltung der Mitglieder des HGV gegen einen Nationalpark: "Die Unternehmer von Bad Herrenalb haben Bedenken wegen möglicher Beschränkungen bei der Entwicklung von Bad Herrenalb, falls Gebiete der Stadt Randbereiche eines Nationalparks berühren sollten. Große Sorgen machen sie sich auch um die bestehenden Wirtschaftsbetriebe rund um die Waldwirtschaft."
Mehrheitlich glauben die örtlichen Unternehmer nicht daran, dass die Einrichtung eines Nationalparks den Tourismus positiv beeinflussen würde. Vielmehr habe man Bedenken, dass das gut ausgebaute und vor kurzer Zeit neu beschilderte Wegenetz für Wanderer, Nordic Walker und Mountainbikefahrer eingeschränkt werde. Dadurch sei das Naturerlebnis weniger attraktiv als heute. Auch optisch würde der sich selbst überlassene Wald in einem Nationalpark durch absterbende Bäume ein wenig schönes Bild abgeben. Beispiele im Bayerischen Wald würden dies belegen.
Müller erklärte bei der Übergabe der Resolution, dass die ablehnende Haltung zum Thema Nationalpark an zwei Unternehmerabenden mehrheitlich zum Ausdruck kam. Nur wenige Stimmen im HGV hätten sich dafür ausgesprochen, vor einer Stellungnahme mehr Informationen zu sammeln. Bürgermeister Mai sagte, dass der Gemeinderat die Diskussion um einen Nationalpark kritisch begleite. Der Rat habe einen Fragekatalog erarbeitet und an die Landesregierung weitergeleitet. Bekanntlich wird dort jetzt ein Gutachten erstellt, dessen Ergebnis man abwarten werde. Mai rechnet erst im nächsten Jahr mit einer Antwort aus Stuttgart.
"Wir sollten fair mit dem Land umgehen und das Gutachten abwarten", sagte der Schultes. Diese Haltung teile er mit den Bürgermeistern der Region. Letztlich soll die betroffene Bevölkerung darüber entscheiden. Auf das Votum der Region sei zu hören. Weil die neue Regierung betone, dass sie eine "Bürgerregierung" sei, vertraue Mai darauf, dass die Landesregierung eine Entscheidung im Sinne der Bürger treffe. Er persönlich könne noch keine Mehrheit für oder gegen einen Nationalpark heraushören. Auch seien die Suchräume noch offen und die Grenzen des Gebiets noch nicht festgelegt. Sollte das Gutachten einen Mehrwert pro Nationalpark ausweisen, dann müsse Bad Herrenalb davon profitieren, betonte Mai.