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Bad Herrenalb Unternehmer sind gegen Nationalpark

Schwarzwälder-Bote, vom 31.01.2012 19:04 Uhr
Rainer König und Peter Müller übergaben eine Resolution gegen einen Nationalpark an Bürgermeister Norbert Mai (von rechts).  
Foto: Glaser Foto: Schwarzwälder-Bote
Rainer König und Peter Müller übergaben eine Resolution gegen einen Nationalpark an Bürgermeister Norbert Mai (von rechts). Foto: Glaser Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Dietmar Glaser Bad Herrenalb. Der Bad Herrenalber Gewerbe-Verbund (HGV) ist gegen die Ausweisung eines Nationalparks. Dieses Votum der Gewerbetreibenden der Kurstadt ist am Montag in Form einer Resolution an Bad Herrenalbs Bürgermeister Norbert Mai übermittelt worden."Der HGV bezieht ganz bewusst in einer frühen Phase der öffentlichen Diskussion Stellung, um einer politischen Vorentscheidung entgegenzuwirken", sagte Peter Müller bei der Übergabe der Schrift. Müller hat zusammen mit Rainer König den Vorsitz im HGV.

Der Text der Resolution erläutert die ablehnende Haltung der Mitglieder des HGV gegen einen Nationalpark: "Die Unternehmer von Bad Herrenalb haben Bedenken wegen möglicher Beschränkungen bei der Entwicklung von Bad Herrenalb, falls Gebiete der Stadt Randbereiche eines Nationalparks berühren sollten. Große Sorgen machen sie sich auch um die bestehenden Wirtschaftsbetriebe rund um die Waldwirtschaft."

Mehrheitlich glauben die örtlichen Unternehmer nicht daran, dass die Einrichtung eines Nationalparks den Tourismus positiv beeinflussen würde. Vielmehr habe man Bedenken, dass das gut ausgebaute und vor kurzer Zeit neu beschilderte Wegenetz für Wanderer, Nordic Walker und Mountainbikefahrer eingeschränkt werde. Dadurch sei das Naturerlebnis weniger attraktiv als heute. Auch optisch würde der sich selbst überlassene Wald in einem Nationalpark durch absterbende Bäume ein wenig schönes Bild abgeben. Beispiele im Bayerischen Wald würden dies belegen.

Müller erklärte bei der Übergabe der Resolution, dass die ablehnende Haltung zum Thema Nationalpark an zwei Unternehmerabenden mehrheitlich zum Ausdruck kam. Nur wenige Stimmen im HGV hätten sich dafür ausgesprochen, vor einer Stellungnahme mehr Informationen zu sammeln. Bürgermeister Mai sagte, dass der Gemeinderat die Diskussion um einen Nationalpark kritisch begleite. Der Rat habe einen Fragekatalog erarbeitet und an die Landesregierung weitergeleitet. Bekanntlich wird dort jetzt ein Gutachten erstellt, dessen Ergebnis man abwarten werde. Mai rechnet erst im nächsten Jahr mit einer Antwort aus Stuttgart.

"Wir sollten fair mit dem Land umgehen und das Gutachten abwarten", sagte der Schultes. Diese Haltung teile er mit den Bürgermeistern der Region. Letztlich soll die betroffene Bevölkerung darüber entscheiden. Auf das Votum der Region sei zu hören. Weil die neue Regierung betone, dass sie eine "Bürgerregierung" sei, vertraue Mai darauf, dass die Landesregierung eine Entscheidung im Sinne der Bürger treffe. Er persönlich könne noch keine Mehrheit für oder gegen einen Nationalpark heraushören. Auch seien die Suchräume noch offen und die Grenzen des Gebiets noch nicht festgelegt. Sollte das Gutachten einen Mehrwert pro Nationalpark ausweisen, dann müsse Bad Herrenalb davon profitieren, betonte Mai.

Kommentare (19)
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FEB
08
00:51 Uhr, geschrieben von Kater Felix
Pro und Kontra
Ich bin kein Forstwissenschaftler und auch kein Tourismusexperte. Ich gehe allerdings schon mitunter durch unseren Herrenalber Wald und frage mich dann: Kann dieser düstere Fichtenwald durch einen Nationalpark noch unansehnlicher werden als er es heute schon ist? Leider hat der Orkan "Lothar" im Jahre 1999 immer noch zuviele von diesen potthässlichen Bäumen übrig gelassen. Das soll jetzt kein Votum für den Nationalpark sein, denn GRÜNE Ideen sind meistens total ideologieverkrustet (siehe CO2-Klimawahn), aber ein bisschen mehr an Informationen und Sachargumenten würde ich schon gerne von beiden Seiten hören.
FEB
06
14:59 Uhr, geschrieben von benjamin
Welche Nachteile?
Wir alle ahnen nun, daß dies Aktion „Unternehmer sind gegen Nationalpark“ nicht nur hilfreich gewesen ist. Aber gehen wir einen Schritt weiter: Welches sind denn nun die offenkundigen Nachteile eines Nationalparks? Kann das mal bitte jemand kurz und knapp benennen? Aber bitte nicht wieder die bekannten Behauptungen mit angeblichen Nachteilen für das vorhandene Wegenetz, den absterbenden Fichten usw. Das eine wird nicht sein, Bestandschutz wird laut NABU und Landesregierung zugesichert und die Fichten sterben aus verschiedenen hier auch schon genannten und sogar unter Wikipedia nachlesbaren Gründen auf Dauer sowieso. Die Holzwirtschaft muß sich also in nicht so ferner Zukunft so oder so um stellen, mit und ohne Nationalpark. Das alles ist bisheriger Wissensstand. Wer weiß mehr? Wie ist z.B. auch die Meinung der Jäger, der Jagdpächter? Danke im voraus.
FEB
06
13:42 Uhr, geschrieben von F.K.
Versöhnlich.
Die Meinung von "mm" ist m.E. hier die erste von Nationalparkgegnern, die versöhnlich und zielsuchend klingt. Da wären wir ja gemeinsam auf den richtigen Weg, das Beste für uns alle herauszufinden. Ganz gleich, ob wir berufstätig sind oder nicht. Bei aller Wertschätzung all der "Nationalparkgegner-Kommentare" wirkt es eben nicht förderlich, wenn sich diese sich hier zum Faken anderer Auffassungen verabreden. Dieser Eindruck ist nun mal entstanden. In meinen eigenen Ausführungen findet man übrigens kein einziges Wort über Tourismus (hoffe ich jedenfalls). Es sollte endlich Schluß sein, alles unter dem Gesichtspunkt der Tourismusförderung zu sehen. Mir geht es um uns, wir wohnen hier, es ist unser Wald.
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