
Betrifft: "Unternehmer sind gegen Nationalpark" vom 1. Februar Was ich bei der Auseinandersetzung um den Nationalpark Nordschwarzwald immer schon vermutet hatte, wird nun schwarz auf weiß bestätigt. Bei der Übergabe der Resolution des Bad Herrenalber Gewerbe-Verbunds an Bürgermeister Norbert Mai erklärte Herr Müller, "dass die ablehnende Haltung zum Thema Nationalpark an zwei Unternehmerabenden mehrheitlich zum Ausdruck kam. Nur wenige Stimmen im HGV hätten sich dafür ausgesprochen vor einer Stellungnahme mehr Informationen zu sammeln." Das ist ein deutlicher Hinweis, dass die Gegner des Nationalparks sehr vorschnell agieren und nicht bereit sind "mehr Informationen zu sammeln". Schon vor der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung im vergangenen September in Bad Wildbad veranstalteten die Gegner Demonstrationen. Sie sind bis heute nicht bereit, unvoreingenommen auf die Argumente der Befürworter zu hören. Dass ein Fachgutachten erstellt wird, mit dem man frühestens Ende dieses Jahres rechnen kann, wird überhaupt nicht wahrgenommen. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich die Gegner eines Nationalparks, die vor allem aus dem Bereich der Wirtschaftsbetriebe rund um die Waldwirtschaft kommen, sich große Sorgen um ihre Existenz machen. Diese Ängste müssen unbedingt ernst genommen werden. Aber gerade deshalb ist es so wichtig, das unabhängige Fachgutachten abzuwarten. Es könnte sich dann nämlich herausstellen, dass der Wegfall von 0,5 Prozent der gesamten Holzverwertung pro Jahr in Baden-Württemberg keineswegs zu einer Katastrophe bei den Betrieben führen muss. Und es ist denkbar, dass durch verstärkten Einschlag der Fichte in der zukünftigen Kernzone des Nationalparks über 20 bis 30 Jahre hinweg, der Borkenkäfer weit aus weniger Chancen hat als im Bayrischen Wald. Auch ist bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht wirklich untersucht, ob dieses Vorhaben sich positiv oder negativ auf den Tourismus auswirkt. Ich selbst habe mir vorgenommen, alle Argumente anzuhören und wie Bürgermeister Mai "fair mit dem Land umzugehen und das Gutachten abzuwarten". Rainer MerkleBad Herrenalb