Bad Herrenalb Menschen aus Pakistan unter den vielen Trauergästen

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Pater Burkhard Foto: Glaser Foto: Schwarzwälder-Bote

Bad Herrenalb. Pater Burkhard ist tot. In Bad Herrenalb wurde diese Nachricht weitgehend ungerührt aufgenommen. Aber zur Trauerfeier kamen mehr als 250 Menschen. Es war die größte katholische Trauerfeier in Bad Herrenalb seit Menschengedenken.

Pater Burkhard Nogga wurde 1953 in Freiburg geboren. Er machte zunächst eine Ausbildung im Bereich Telekommunikation. Seine religiöse Prägung führte ihn dann aber nach Lopiano/Italien ins Zentrum der Fokolarbewegung. Das ist eine katholische geistliche Gemeinschaft mit ökumenischem Bewusstsein und ausgeprägter Marienverehrung. Er studierte Religions- und Sozialwissenschaften, Kunst und Gestaltung in Florenz. Dann wurde er Sekretär von Bischof Josef Stimpfle in Augsburg und übernahm die Redaktion der Zeitschrift "Neue Stadt", eine Schrift der Fokolarbewegung in München. 1992 wurde Nogga zum Diakon geweiht. Sein pastorales Praktikum absolvierte er in der Erzdiözese Castries auf der Karibikinsel St. Lucia.

Initiative gegründet

In dieser Zeit kaufte er das Haus Schauinsland in der Gernsbacher Straße von Bad Herrenalb und gründete die Initiative "Friedenszeichen e.V. – Hilfe für Osteuropa". Sie ist Trägerverein für viele Hilfsprojekte. Das Haus ist Begegnungsstätte für deren Unterstützer.

1996 wurde Burkhard Nogga zum Priester geweiht und war dann viele Jahre Pfarrer in Schönborn/Westukraine. Zusammen mit seinem Amtskollegen Pfarrer Josef Trunk gründete er die geistliche Gemeinschaft "Stabat Mater Maria – Werke der Liebe", dessen geistlicher Vater (Pater) Burkhard Nogga wurde. Die Gemeinschaft renoviert in der kommunistisch geprägten Ukraine Kirchen und füllt sie mit Leben. Sie baute eine Schreinerei, eine Schneiderei und einen landwirtschaftlichen Betrieb auf. Sie betreibt eine Poliklinik, ein Altenheim und ein Pastoralzentrum. In Schönborn wurde eine Straße nach Pater Burkhard benannt.

Zurück in Bad Herrenalb pflegte der weltoffene Geistliche seine guten Kontakte mit der Ukraine und mit Pakistan, einem Land, in dem die christliche Minderheit unterdrückt wird. Er leitete Gebetskreise, organisierte Wallfahrten und gab die Zeitschrift "Leben" heraus. Diese Schrift veröffentlicht auch regelmäßig die sogenannten "Erscheinungen" von Medjugorije, einem Marien-Wallfahrtsort in Bosnien-Herzigowina.

Nicht unumstritten

Diese Erscheinungen sind in der offiziellen katholischen Kirche nicht anerkannt. Auch Pater Burkhard war in der offiziellen katholischen Kirche nicht unumstritten. Seinen Dienst am Altar erfüllte er im Nachbarbistum, in St. Markus in Marxzell. Es gehört kirchenrechtlich zu Freiburg.

Zu seiner Trauerfeier versammelten sich um den Altar von St. Bernhard in Bad Herrenalb ein Mönch aus Österreich, ein Priester aus Italien und zwei aus Deutschland, ein Diakon aus Luxemburg und einer aus Deutschland.

Unter den Trauergästen waren wenige Herrenalber, dafür Trauernde aus Pakistan, aus Österreich, aus Italien, aus Polen und aus der Ukraine. Sie nahmen lange Wege auf sich, um sich von Pater Burkhard zu verabschieden. Ihre Verbundenheit im Glauben bringt eine kleine Episode am Rande der Trauerfeier zum Ausdruck. Als der Gottesdienst zu Ende war und die vielen Menschen hinter den Sargträgern aus der Kirche gingen, sagte eine sehr betagte Frau zu einer anderen alten Frau: "Pater Burkhard ist schon im Himmel. Er hat sich mir heute Morgen gezeigt."

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