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Bad Herrenalb Ein Urgestein mit jeder Menge Auszeichnungen

Schwarzwälder-Bote, vom 23.01.2012 20:02 Uhr
Der Jubilar Anfang der 1980er-Jahre bei einer der legendären Faschingsveranstaltungen im Kurhaus Foto: Schwarzwälder-Bote
Der Jubilar Anfang der 1980er-Jahre bei einer der legendären Faschingsveranstaltungen im Kurhaus Foto: Schwarzwälder-Bote

Bad Herrenalb (mak). Wilhelm Lörcher aus Bad Herrenalb hat ein bewegtes Leben hinter sich.

Er wurde am 24. Januar 1922 in Herrenalb geboren. Von 1928 bis 1932 besuchte er die Volksschule, von 1932 bis 1934 die Realschule und danach das Helmholtz-Realgymnasium. Nach der Reifeprüfung folgte die kaufmännische Lehre in Waiblingen und Stuttgart. Die kaufmännische Gehilfenprüfung schloss Lörcher 1940 in Stuttgart ab.

Eine schwere Verwundung (Kopfschuss) erlitt Wilhelm Lörcher im Zweiten Weltkrieg bei Stuhlweißenburg. Aus der Kriegsgefangenschaft, unter anderem in Frankreich, wurde er an Pfingsten 1946 entlassen. Das Haus in Herrenalb wurde von den Franzosen beschlagnahmt (Zahlmeisterei), das eigene Gemischtwarengeschäft ausgeplündert.

In Herrenalb gab es für den 23-Jährigen vorerst keine Beschäftigung. Durch Beziehungen bekam er jedoch eine Volontärstelle in der Spinnerei Ettlingen.

Es folgte von 1946 bis 1948 der Besuch der Fachhochschule für Textil in Reutlingen mit kaufmännischer Zusatzausbildung. Danach gab es einen vollständigen Umbau des seit 1889 bestehenden Gemischtwarenladens zu einem modernen Textilgeschäft.

Nach dem Tod des Vaters (1950) folgte die Übernahme der Firma Wilhelm König. 1980 wurde das Geschäft verpachtet, verbunden mit dem Umzug ins Haus Peter-Beuscher-Weg 17.

Wilhelm Lörcher war Stadtrat von 1948 bis 1994 (20 Jahre lang stellvertretender Bürgermeister), 30 Jahre Kreisrat und 25 Jahre Mitglied des Verwaltungsrats bei der Kreissparkasse (1996 Sparkassenmedaille in Gold mit Brillanten). 1980 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1983 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, 1987 die Ehrenmedaille des Gemeindetags Baden-Württemberg, 1989 die Landesmedaille des Landkreistages Baden-Württemberg, 1994 die Bürgermedaille in Gold der Stadt Bad Herrenalb sowie die Ehrenbürger-Rechte und 1996 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse (verliehen durch Minister Erwin Vetter).

Das Bad Herrenalber Urgestein war von 1980 bis 2003 Vorsitzender des Kurvereins. 1986 erfolgte die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Enzgaus im Schwäbischen Sängerbund und die Verleihung der Silcher-Nagel-Medaille (höchste Auszeichnung des Schwäbischen Sängerbundes). Lörcher war des Weiteren rund 25 Jahre lang Vorsitzender des MGV Bad Herrenalb – voriges Jahr wurde der Ehrenvorsitzende für 65-jährige Sängertätigkeit ausgezeichnet. Aus der Hand des Ministerpräsidenten Günther Oettinger nahm Lörcher bereits 2006 beim Gautag des Enzgaus die Staufer-Medaille des Landes entgegen.

Eine Mitgliedschaft in nahezu allen Vereinen der Stadt weist der Ehrenbürger vor. Meistens ist er schon 50 Jahre dabei.

Mit der Wandernadel in Gold ehrte die Ortsgruppe Bad Herrenalb im Schwarzwaldverein 2011 Wilhelm Lörcher. Die seltene Auszeichnung wurde für seine 80-jährige Mitgliedschaft übergeben. Ebenso lange hält er zudem der Skizunft Bad Herrenalb die Treue, deshalb gab es im vorigen Jahr ebenfalls eine Ehrung. Nebenbei: In beiden Vereinen hatte ihn sein Vater angemeldet.

Eine besondere Auszeichnung wurde Lörcher im Jahr 2011 außerdem beim Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal zuteil – für 60-jährige Mitgliedschaft.

Kommentare (1)
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JAN
24
16:39 Uhr, geschrieben von e.s.
Herzliche Glückwünsche!
Aber was ist an einer Mitgliedschaft in allen Vereinen so ehrenvoll? Ist das nicht vielmehr der Beweis dafür, überall und nirgends gewesen zu sein? Geht und ging es dabei nicht auch oft genug um Stimmen für eine jeweilige Wiederwahl? Und später ehrten sich dann alle diese "herausragenden Persönlichkeiten" auch noch untereinander und miteinander. Das ist schon paradox. Das echte Gemeinwohl kam und kommt doch immer erst an letzter Stelle.
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