Bad Herrenalb Einbruchserie ist jetzt aufgeklärt
Markus Kugel, 11.07.2012 07:01 Uhr
In der Nacht zum 20. Juni waren die Einbrecher in der katholischen Kirche St. Bernhard am Werk.Foto: Glaser
Bad Herrenalb - Aufatmen in der Stadt Bad Herrenalb: Die Einbruchserie ist aufgeklärt. Gestern gab es eine gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Tübingen und der Polizeidirektion Calw."Die Beamten des Polizeipostens Bad Herrenalb haben durch besonnenes und kriminaltaktisches Handeln eine Einbruchserie aufgeklärt, die in der Bevölkerung von Bad Herrenalb für Unruhe gesorgt hatte", heißt es einleitend. Im Laufe des Montags konnte das Diebes-Quartett – vier junge Männer im Alter von 17, 19, 22 und 24 Jahren – vorläufig festgenommen werden. Alle sind polizeibekannt und in Bad Herrenalb wohnhaft.
In der Zeit von Ende April bis zum 5. Juli nahm die Bad Herrenalber Polizei 17 Einbrüche mit einem Gesamtsach- und Diebstahlschaden von mehr als 30 000 Euro auf. Überwiegend wurden Vereinsheime und Gebäude öffentlicher Einrichtungen aufgesucht (wir berichteten).
Im Rahmen der polizeilichen Fahndungsmaßnahmen gerieten schon in der Nacht zum Freitag der vergangenen Woche Tatverdächtige ins Visier der ermittelnden Polizeibeamten. Sie wurden einer Personenkontrolle unterzogen. "Bei darauf folgenden Wohnungsnachschauen fand die Polizei verräterische Gegenstände, die nachweislich aus den vorangegangenen Einbrüchen stammten", so die Mitteilung weiter.
Die Ermittlungen zu Detailfragen bei allen Einbrüchen sind derzeit noch in vollem Gange. Dem derzeitigen Ermittlungsstand zufolge deutet sehr viel darauf hin, dass alle Einbrüche von dem Quartett in wechselseitiger Besetzung begangen wurden.
Polizeipräsenz weiterhin Thema
Bürgermeister Norbert Mai zeigte sich gestern erleichtert. Er bedanke sich beim Polizeiposten für den Einsatz, der nun zum Erfolg geführt habe. Der Rathauschef wünscht sich, dass wieder Ruhe in der Stadt einkehrt. Ihm sei ein großer Stein vom Herzen gefallen. Jetzt könne die Bevölkerung ruhiger schlafen. Nichtsdestotrotz werde bei der Gemeinderatssitzung am 25. Juli das Thema Sicherheit beziehungsweise Polizeipräsenz auf der Tagesordnung stehen. Auch führe er noch diese Woche ein Gespräch mit einer Sicherheitsfirma, so der Schultes.
Stadtrat Rüdiger König, der Leiter des Polizeipostens Bad Herrenalb ist, sagte auf Nachfrage unserer Zeitung: Wenn gewünscht, äußere er sich in der Sitzung als Polizeibeamter zur Sicherheitslage. Er halte dann einen Vortrag, bei der anschließenden Diskussion könne er sich aber verständlicherweise nicht beteiligen.
Auch der Sprecher der Polizeidirektion Calw, Winfried König, freut sich über den Erfolg. Dieser sei das Ergebnis konsequenter und intensiver Ermittlungsarbeit. König mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung zeigte sich im Übrigen von Anfang an optimistisch, dass innerhalb absehbarer Zeit ein Fahndungserfolg eintreten wird.



Es ist schrekclich, wie man sich nicht kümmert.
Meine Frau und ich lesen den Enztäler. Schon seit langer zeit. Der berichtet uns über alls das was so passiert. Wenn wir an der Schweizer Wiese noch spazieren, dann sehen wir abends auch die jungen leut, die da gröllen und trinken. Das war unter Traub nicht so, auch unter Renz . Warum ist das jetz so, fragen wir uns. Schuld hin und her. Warum tut man da nichs was. Die jungens sind an die 14 oder 15 und man gibt ihnen in der stadt keine hilfe. Im fernsehn haben alle geld, di enicht, handy und was nicht noch alles muß sein, aber woher? Meine frau sagt immer, wir laden die amal nzum abendessen ein, die kriegen ja sonst nichst.
Irgendwann ist wieder das nächste Mal.
Hier geben wir dem Vorkommentator Schäfer recht. Es muß mehr getan werden. Momentan scheint die Verwaltungsspitze aber den Ereignissen immer nur hinterher zu laufen bzw. diese auszusitzen oder in Nutzlos-Visionen wie Gartenschau zu flüchten. Die Busverbindung nach Baden-Baden(!) ging den Bach hinunter, der Vollsortimenter läßt auf sich warten, Kindergartenneubau ebenso, Kurpromenade ad acta(?), Ruinen über Ruinen mitten in der Stadt. Zudem verfügt die Stadt Bad Herrenalb über keinerlei Angebote für die Jugend, auch dies dem altväterlichen Tourismus-Gedöns geschuldet, in dem bislang jede müde Mark investiert wird und wurde (Therme, Kurverwaltung etc.), von dem aber höchstens zwei Cafes , 5 niedere Hotels und meist in die Jahre gekommene Ferienwohnungs-„Domizile“ profitieren. Dann ist es doch kein Wunder, wenn auf den Rennberg – wie auch immer – keine jungen Familien hin wollen. Das Gesamtangebot dieser Stadt ist einfach zu mies und der Ansatz der Stadtwerbung (Tourismus! Tourismus! Tourismus!) so was von grottenfalsch! Vereine können und sollen auch nicht alles leisten, weil nicht jeder in einen Verein hinein möchte! Außerdem gibts Vereine auch woanders genug. Warum also sollten Familien in einen Ort ziehen, in dem für die Einwohner nichts getan wird? Solche Menschen machen sich doch vorher ihre Gedanken und ziehen aus den Informationen ihre Schlüsse. Dann zieht man lieber nach Straubenhardt, nach Loffenau, nach Gernsbach oder auch nach Schielberg. Überall wird für die Einwohner mehr getan als hier. Wir haben zum Beispiel auch keine Mehrzweckhalle, dafür ein altbackenes Kurhaus mit Ruinenfeld davor. Warum finden sich bei so viel Leerstand (Alte Schule, Rathausnebengebäude etc.) keine Räume für Jugendliche und warum stellt die Stadt nicht zumindest halbtags dafür einen Sozialarbeiter/Streetworker ein?
Prävention!
Wie von Hr. Geschwill an anderer Stelle bemerkt, wären temporäre Massnahmen verantwortbar gewesen. Zur richtigen Zeit die richtige, meinetwegen begrenzte Entscheidung, aber entscheiden! Das ist es, was wir alle von den von uns bezahlten „Verwaltungsspitzenpolitikern“ verlangen können. Das ist ihr Job! In jeder Firma hätte es eine mindestens vorübergehende Umsetzung zur Sicherheitslage gegeben. Jetzt lehnt sich der Herr Bürgermeister wieder in seinem Sessel zurück, sinniert auf unser alle Kosten über eine Sicherheitsfirma auf unser aller Kosten(!) - und dankt der Polizei. Und was hat er selbst dazu beigetragen? Nichts! Welche politische Einflussnahme über Kreisrat, Landrat in bezug auf bessere Polizeipräsenz ist von ihm geplant? - Nun sind die armseligen jungen Spitzbuben gefasst. Dank Polizei. Doch wo bleiben die ebenfalls notwendigen von mir schon öfters angemahnten präventiven Ansätze, um schon im Vorfeld Einfluss zu nehmen? Wir haben noch nicht einmal ein Jugendhaus, in dem vieles im Vorhinein beeinflusst werden könnte. Auch das ist/wäre Aufgabe einer Stadt und nicht der Polizei. Erziehung und entsprechende Bildungsmassnahmen gehören in das Elternhaus, in die Schule und in die Gemeinde. Hier in Bad Herrenalb lässt man seine Jugendlichen jedoch lieber in irgendwelchen Ecken der Schweizerwiese bis zum Koma saufen und ihrer Phantasie freien Lauf. Gewiss, ein ungeliebtes Thema. Doch wenn solche vier einen Ort dermassen mit Einbrüchen terrorisieren können, dann läuft naturgemäss irgendwas im Miteinander einer solchen Kleinstadt falsch. Mich dauern diese vier – vier von uns! Ihre Zukunft ist jetzt schon Vergangenheit. Was tut unsere Stadtverwaltung eigentlich diesbezüglich für Ihre unsere Kinder? Für Ihre Bürger? Senioren werden privat von Senioren betreut, das Kindergarten-Thema ist schon überaus leidig und aufgrund der immensen Schulden komplett unfinanzierbar - und vernünftige Angebote für Jugendliche sind sowieso nicht zu haben. Dabei wäre alles nur eine Frage der ausgeglichenen Finanzierbarkeit - doch die Millionen sind inzwischen dank Mai alle den Rennbach hinunter.