
Bad Herrenalb. Als eine Erfolgsgeschichte kann "Klassik im Kloster" bezeichnet werden. Vor fünf Jahren war Start mit einem Benefizkonzert des Lions Clubs zum Adventsmarkt in Bad Herrenalb.Dieses Jahr sind es gleich drei Veranstaltungen mit namhaften Künstlern in der evangelischen Klosterkirche: Am Freitag, 3. Dezember, tritt der Sopranist Arno Raunig aus Wien auf. Stimmgewaltige Kinderchöre aus Calw und Karlsruhe sind am Samstag, 4. Dezember, zu hören. Und am Sonntag, 5. Dezember, versprechen acht Frankfurter Flötistinnen ein musikalisches Feuerwerk.
Der Erlös der Konzerte fließt zu gleichen Teilen in Senioren- und Jugendprojekte in Bad Herrenalb. Karten gibt es im Bad Herrenalber Reisebüro, im Bahnhofsgebäude oder per Post auf Rechnung – man kann sie anfordern unter Telefon 07083/52 70 33 oder per E-Mail unter info@badherrenalber-reisebuero.de.
Im Vorfeld der "Jubiläumskonzerte" unterhielten wir uns mit der Präsidentin des Lions Clubs und Organisatorin der Benefizkonzerte in Bad Herrenalb, Sabine Zoller.
Von Ihnen stammen Idee und Konzept für "Klassik im Kloster". Haben Sie von Anfang an mit einem Erfolg gerechnet?
Ja! Denn wenn etwas so viel Freude bereitet, dann kann es nur erfolgreich sein! Und das, obwohl das Ganze vor fünf Jahren doch relativ einfach angefangen hat. Damals haben wir sehr viel improvisiert, denn ich hatte ja keine Ahnung, wie viel Arbeit in der Organisation von einem Konzert stecken kann. Als Beispiel: Unsere ersten Eintrittskarten waren einfache Vorlagen, die als Kopie auf roten Tonkarton gedruckt und dann ausgeschnitten wurden. Als Präsidentin hatte ich damals die Aufgabe übernommen, ein Konzert für wohltätige Zwecke zu organisieren.
Als Organisatorin der Konzerte liegt mir die persönliche Note besonders am Herzen, denn nur durch das gewisse Etwas bleiben wir auch in guter Erinnerung bei unseren Künstlern. Und in Folge zahlt sich das dann auch durch die Wiederkehr der Künstler im Folgejahr aus.
Das ist der Erfolg des Konzepts. Durch den engen Kontakt zur Organisatorin bekommen die Künstler in diesem kleinen Ort eine große Publicity: Flyer, Prospekte und Plakate werden gedruckt, Presseartikel geschrieben und sogar eine eigene Website wurde 2010 kreiert.
Wie ist die Resonanz in der Bevölkerung?
Hervorragend! Und aufgrund des Kartenvorverkaufs gehe ich davon aus, dass das Programm für 2010 sehr gut angenommen wird. Manche haben sich bereits für alle drei Konzerte Karten gekauft. Da viele "ihren" persönlichen Liebling hören möchten, gehen Familien geschlossen in alle drei Konzerte.
"Klassik im Kloster" ist für jedermann erschwinglich und eignet sich zudem als ideales Präsent zum Advent. Für dieses hochkarätige Programm werden in Konzerthäusern bis zu sechsfache Eintrittspreise aufgerufen. Hier dagegen sitzt man auf Kirchenbänken, die nicht nummeriert sind und keine Sitzordnung vorschreiben. Und das Ganze dient zudem auch noch einem guten Zweck!
In diesem Zusammenhang möchte ich auch den Hoteliers, Handwerkern und der gesamten Geschäftswelt von Herrenalb meinen Dank dafür aussprechen, dass sie die Benefizkonzerte aktiv unterstützen.
Ist ein Konzert besonders begehrt?
Wir haben den Vorverkauf ja bereits im Hochsommer mit dem Tenor gestartet, ein Klosterfest zur Weihnachtszeit zu organisieren. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, knapp zwei Wochen vor der Veranstaltung, ist fast die Hälfte aller Karten verkauft. Wir rechnen aber wie immer mit einer großen Nachfrage kurz vor den Veranstaltungen, wenn die Weihnachtsstimmung steigt.
In diesem Jahr sind interessanterweise alle drei Konzerte gleich begehrt. Das Ave Maria in einer evangelischen Kirche, gesungen von einem ehemaligen Wiener Sängerknaben, lockt sogar ganze Interessengruppen an. Einzigartig sind dann die Jungen Chöre. Erstmals werden im Chor der Kirche 100 Kinder singen.
Tja, und dann sind es die acht Frauen, die Herrenalb einen ganz besonderen Klang verleihen werden. Acht ausgezeichnete Flötistinnen haben Tschaikowskys Musik aus der Nussknacker Suite auf ihre Instrumente, die Querflöte, umgeschrieben und werden uns begeistern.
Wie viele Mitglieder des Lions Clubs sind eigentlich bei den Vorbereitungen eingespannt?
Die Organisation ist seit fünf Jahren in einer Hand. Dabei bin ich für alles zuständig, was die Steuerung der Künstler, Website und Werbemittel betrifft. Andere Mitglieder unterstützen den Verkauf der Karten an der Abendkasse.
Voriges Jahr zählte man bei zwei Konzerten 650 Besucher – das ergab 1500 Euro für den guten Zweck. Was wird wohl dieses Mal zusammenkommen?
Mehr! Aber das Konzert kostet auch vom Aufwand mehr. Wir haben alleine in den Sommermonaten 20 000 Flyer verteilt und Programmhefte in einer Auflage von 6000 Exemplaren zur Offerta drucken lassen. Der optische Auftritt wurde neu gestaltet und die Konzertserie als "Klassik im Kloster" vermarktet. Neben den Kosten für diese Themen erhalten die Künstler selbstverständlich auch ein Honorar, sodass alles in allem etwas mehr Geld gekostet hat. Aber das dient dem Kurort, den Besuchern und Musikliebhabern und schließlich auch den Nutznießen der Spende.
Auf was freuen Sie sich vom 3. bis 5. Dezember am meisten?
Auf drei erfolgreiche Konzertabende und ein persönliches Weihnachtsgeschenk: die angestrebten tausend Besucher. Und darauf, dass das Geld wichtigen Projekten zugutekommt: Es wird für die evangelische Pfarrgemeinde gespendet, weil Pfarrerin Fried uns seit Anbeginn der Konzertreihe als Unterstützerin zur Seite steht und sie uns das Gotteshaus an drei Abenden zur Verfügung stellt. Der Erlös der drei Konzerte wird der Senioren- und Jugendarbeit der Gemeinde zugutekommen.
u Die Fragen stellte Markus Kugel