Von Markus Kugel

Bad Herrenalb. 2012 sei für Bad Herrenalb ein ganz besonderes Jahr gewesen, stellte Bürgermeister Norbert Mai in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend fest. Er erwähnte die "ganz schwierigen finanziellen Vorzeichen".Die monetäre Grundausstattung der Stadt reduziere sich von Jahr zu Jahr.

Trotz sparsamer Arbeit könne im Verwaltungshaushalt (laufende Kosten) kein Geld mehr für Investitionen erwirtschaftet werden. Alle neue Investitionen müssten deshalb mit Krediten finanziert werden. "Schwer im Magen liegen uns insbesondere die Bäderbetriebe Freibad und Thermalbad, die jährlich einen Verlust von rund einer Millionen Euro produzieren", stellte der Bürgermeister fest. Und diesen müsse die Stadt aus dem laufenden Haushalt bezahlen. Das könne man sich schlicht und einfach nicht mehr leisten.

Viel Zeit und Energie habe die Aufstellung des Haushaltssicherungskonzepts gekostet. Das Ziel heiße, in den nächsten Jahren eine vollständige Ausgabendeckung zu erreichen.

Trotz der Finanzlage gelte es, für die Zukunft zu investieren: "Wir müssen die Stadt lebenswert erhalten, in manchen Bereichen auch erst gestalten." Er forderte deshalb auf, sich obgleich manch düsterer Prognosen nicht beirren zu lassen, "unsere Zukunft gemeinsam aktiv zu gestalten". Ihm sei es ein wichtiges Anliegen, so Mai in seiner Jahresabschlussrede, "die an uns gestellten Herausforderungen anzugehen und die Stadt für seine Bewohner lebenswert zu gestalten". Dazu gehörten für ihn insbesondere Investitionen in das Bildungs- und Betreuungswesen, in die Infrastruktur mit allen Unterthemen wie zum Beispiel Barrierefreiheit, sowie in die touristische Infrastruktur.

Man dürfe sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht von den benachbarten Tourismusgemeinden abhängen lassen. Deshalb müsse man zwingend am Projekt Stadtkernsanierung und Gartenschau festhalten.

Wer Investitionen streiche, die strategisch wichtig für die Zukunft einer Stadt seien, der bremse bewusst seine eigene Entwicklung aus und werde so leicht im Wettstreit um Neubürger und um mehr Touristen von prosperierenden Kommunen überholt. Der Bürgermeister weiter: "Wir müssen die Lage auch gemeinsam angehen." Es reiche nicht aus, immer wieder nur mit dem Finger auf die klamme Kassenlage hinzuweisen.

Ein Zusammenrücken aller Beteiligter halte er für äußerst wichtig, um Lösungen herbeizuführen.

Bürgermeister-Stellvertreter Christian Romoser bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei Bürgermeister und Verwaltung. Er wünsche sich künftig mehr Zuhörer bei den Gemeinderatssitzungen. Romoser bemerkte, dass "wir an uns arbeiten müssen". Es gelte, Dinge stringenter anzugehen. Nächste Jahr gebe es große Baustellen, wichtig sei ein vertrauensvolles Miteinander. Bei der Klausur im Januar sollten ein paar Richtlinien festgelegt werden, um Missverständnisse auszuräumen.