Brigachtal (kal). Ein Gastwirt, der selbst, was das Biertrinken betrifft, sein bester Gast ist, eine resolute Bedienung im "Schwarzen Ochsen", eine vor Liebeskummer heulende Tochter und weitere komische Typen konnten die Zuschauer bei der Vorstellung der Kirchdorfer Theatergruppe erleben.

Diese unterhielt ihr tränenlachendes Publikum mit dem deftig-ländlichen Schwank "Der schwarze Ochs vom Ammersee". Mit dem rasant gespielten Dreiakter bescherte sie den Besuchern in der nahezu bis auf den letzten Platz belegten Festhalle einen köstlichen, kurzweiligen Theaterabend. Gleich war zu merken, dass sich jeder der Laienschauspieler in seiner ihm zugedachten Rolle so richtig wohlfühlte.

Wortwitz am laufenden Band, dazu die passende Mimik und Gestik wurden immer wieder mit Szenenapplaus belohnt. Das Stück spielte in einer Gaststube, die mit viel Liebe zum Detail eingerichtet war. Vorwiegend am Zapfhahn stehend konnte man Michael Maier als den Wirt Franz Hintermoser erleben. Durch Spielschulden hatte er das sich seit Jahrzehnten in Familienbesitz befindende Gasthaus in Gefahr gebracht, was die tüchtige Bedienung Zenzi, gespielt von Heidi Müller, fürchterlich in Rage brachte.

Am Stammtisch zankte sich der stets durstige Xaver (Achim Bartler) mit seiner Ehefrau Vroni (Heidi John), die so manche Ausdrücke durcheinander brachte. Die hübsche Wirtstochter Gaby (Heike John) hatte sich in den flotten Amerikaner Fredy (Jan-Thomas Hirt) verguckt, der jedoch plötzlich von der Bildfläche verschwand.

Dass Daniel Engler zum ersten Mal auf der Theaterbühne stand, konnte man kaum glauben. Er spielte den stotternden Georg Sonnenschein und sorgte immer wieder für großes Gelächter. An seiner Seite die flotte und geschäftstüchtige Angela (Britta Geiger), die aus dem Traditionsgasthaus ein Eros-Center machen wollte. Es kam zu einer heftigen Prügelei, und die ganze Gesellschaft wurde von Polizeihauptwachtmeister Gänseklein (Ralf Köhler) in Handschellen abgeführt. Der dienstbeflissene Beamte kam jedoch nicht dazu, sein Vernehmungsprotokoll zu schreiben, denn Wirt Franz schenkte ihm großzügig Bier und Schnaps ein. Das Resultat: ein total betrunkener Polizist, der vor Lachen fast umkippte.

Traurige Aufbruchstimmung wegen des verlorenen Gasthauses kam gegen Ende auf, doch rechtzeitig erschien der amerikanische Hotelkönig Knox (Harry Grether) und kaufte kurzerhand den "Schwarzen Ochsen".

Und dann die große Überraschung: Der mit teurem Schmuck behangene New Yorker war Karl Brandstätter, mit dem die Zenzi einst befreundet war. Sie verzieh ihm, dass er sie damals sitzen ließ und freute sich auf ihr Dasein als Millionärsgattin. Wirtstöchterchen Gaby konnte überglücklich den wieder aufgetauchten Fredy in die Arme schließen. Der nämlich war der Sohn von Karl, und als Hochzeitsgeschenk bekam das junge Paar den "Schwarzen Ochsen". So blieb dem Wirt der Job als Bratwurstgriller in der Imbissstube erspart, und der gefeuerte Beamte wurde als Kellner eingestellt.