Bad-Dürrheim "Wir lassen uns nicht einschüchtern!"

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Marc Jongen, stellvertretender AfD-Landessprecher, macht seinen Standpunkt zur Flüchtlingspolitik deutlich. Foto: Wagener Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Mareike Bloss

Eine rechtsgerichtete Partei im Haus des Gastes: Bereits im Vorfeld hatte die Wahlkampfveranstaltung der AfD hohe Wellen geschlagen. Und auch gestern Abend sorgten Markus Frohnmaier und seine Parteigenossen für Aufsehen.

VS-Schwenningen. Nach Bekanntgabe der AfD-Wahlkampfveranstaltung im Haus des Gastes waren in den Reihen der Gemeinderäte Entsetzen und Kritik an der Genehmigung laut geworden. Überlegungen, eine Gegenveranstaltung zu starten, wurden trotzdem wieder verworfen – mit der Begründung, der rechtsgerichteten Partei nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Und doch versuchten gestern Abend mehrere Gemeinderäte schon vor der Veranstaltung, durch Flyer und gezielte Gespräche die zahlreich erschienenen Gäste über das AfD-Parteiprogramm aufzuklären. Davon zumeist unbeeindruckt, dafür viel mehr angetan von dem, was sich im Weinbrennersaal abspielte, zeigten sich diese jedoch. Denn was die AfD am Rednerpult inszenierte, war eine geschickt aufeinander aufgebaute Wahlkampf-Taktik, die durchweg für Zustimmung und Beifall sorgte.

Da ist der AfD-Kreisvorsitzende Joachim Senger, der durch politische Praxis-Beispiele aus dem Alltag seine Nähe zu den Bürgern demonstrieren will und mehrfach betont: "Wir sind und waren keine Ein-Themen-Partei." Dann der Wahlkreiskandidat für Villingen-Schwenningen, Markus Frohnmaier, der kurz und knackig das "Staatsversagen" der Bundesregierung erläutert und die mangelnde Sicherheit im Land auf den Tisch bringt: Man werde im Stich gelassen von den Altparteien, ein Europa ohne Grenzen führe zu grenzenloser Kriminalität, kurzum: "Köln ist überall!" Der Bundesvorsitzende der Jungen Alternative Deutschland hat auch noch einen "Überraschungsgast" in petto: Kevork Almassian, ein syrischer Journalist aus Ludwigsburg, der selber in mehreren Flüchtlingslagern untergebracht war und die dortige Lebensweise kritisiert. Die Regierung solle doch "diese Leute" besser in die Gesellschaft integrieren.

Ans Eingemachte beim Schwerpunktthema "Flüchtlingspolitik – Fakten, Ursachen, Auswege" geht allerdings erst Gastredner Marc Jongen, stellvertretender Sprecher der AfD Baden-Württemberg, der zunächst mehrere Politiker zur politischen Ausrichtung der AfD zitiert und klarmacht: So rechtsradikal, wie die Partei dargestellt werde, sei sie nicht: "Solche Boykottversuche fruchten nicht, wir lassen uns nicht einschüchtern!" Durch die gescheiterte Flüchtlingspolitik, die im Sommer vergangenen Jahres losgegangen und ihren Höhepunkt in der Silvesternacht in Köln genommen habe, sei Deutschland jetzt dabei, sich in die Richtung eines "gescheiterten Staats" zu bewegen.

Was im Anschluss folgt, ist eine Diskussionsrunde, die mit einem Eklat endet: Den kritischen Worten vom SPD-Kreisvorsitzenden Jens Löw, Redner Jongen mangele es an ernsthaften Lösungsvorschlägen, schlagen der Unmut aus dem Publikum und vereinzelte "Raus"-Rufe entgegen.

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