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Bad-Dürrheim Viel Lob für neuen Narrenschopf

Markus Diebold, vom 30.01.2012 09:00 Uhr
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Gemeinsam durchschnitten der Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte, Roland Wehrle (mit rotem Mantel), und weitere Honoratioren die symbolische Schleife durch und erklärten den modernisierten Narrenschopf für eröffnet. Foto: Diebold
Gemeinsam durchschnitten der Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte, Roland Wehrle (mit rotem Mantel), und weitere Honoratioren die symbolische Schleife durch und erklärten den modernisierten Narrenschopf für eröffnet. Foto: Diebold

Bad Dürrheim - Mit lauten Böllerschüssen im Beisein zahlreicher Sponsoren und Narren der Mitgliedszünfte wurde der sanierte und neu gestaltete Narrenschopf in Bad Dürrheim feierlich wiedereröffnet.Vier Jahre Planungszeit sind nun für die involvierten Mitarbeiter der Vereinigung-schwäbisch-alemannischer- Narrenzünfte (VSAN) und des Narrenschopfes vorbei. Bei der Eröffnung am Samstag mit geladenen Gästen betonte der Präsident der VSAN, Roland Wehrle, es sei ein großer Tag der Freude. Freude auch darüber, dass es gelang, ein Großteil des für die Sanierung und Neukonzeption der Dauerausstellung notwendigen Kapitals von rund 830 000 Euro von vielen kleineren und größeren Spendern zu bekommen.

Einer, der sich auch für die Renovierung und Neukonzeption des Narrenschopfes einsetzte, ist der heutige EU-Kommissar und ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger. Dieser war zwar zur Eröffnung eingeladen, konnte aber nicht persönlich teilnehmen. Doch Oettinger ließ es sich nicht nehmen, per Videoeinspieler seine Glückwünsche zu übermitteln. In seiner Ansprache betonte er, dass er es als schön empfinde, wie das Brauchtum und die dazugehörige Pflege in den Familien verankert sei. Auch ihm habe die Fasnet immer großen Spaß gemacht, und er versprach, sofern es sein Zeitplan erlaube, mal wieder zurückzukommen, um irgendwo an der schwäbisch-alemannischen Fasnet teilzunehmen.

Einen besonderen Gruß schickte Oettinger an Roland Wehrle, der ihn über die Pläne mit der Neukonzeption stetig informierte und interessierte, manchmal auch genervt habe. Aber schließlich habe er ihn von seinem Konzept überzeugt, und er sei gerne bereit gewesen, sich auf Landesebene einzusetzen. Oettinger wünschte viel Erfolg, das Museum stärke die Region enorm.

Für die Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, den Verein Narrenschopf, die Stadt Bad Dürrheim, den Landkreis und die ganze Region sei der 28. Januar ein sehr guter Tag, sagte Bürgermeister Walter Klumpp. Nirgends in Europa sei die Fasnetsgeschichte so komplett wie im Narrenschopf zusammengetragen. Damit sei man Kulturträger in einem einzigen Gebäude. Alle historischen Kostüme konnten durch die Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fasnet als Eigentum des Narrenschopfes gesichert werden. Das ist ein wahrlich großer Schatz, so Klumpp. Ein Kompliment ging von ihm an die Kulturstiftung und an den Verein Narrenschopf, die erkannt hätten, dass sich das Museum auf die sich wandelnden Bedürfnisse hin neu ausgerichtet habe. Die Neuausrichtung sei mehr als gelungen, und damit verfüge Bad Dürrheim über eine wichtige Einrichtung mit großer Ausstrahlungskraft. Die Stadt schätzt sich glücklich, dass dort nicht nur in der fünften Jahreszeit, sondern 365 Tage im Jahr das närrische Brauchtum bestaunt werden kann, so Klumpp.

Einen Blick auf die Geschichte des Narrenschopfs warf der Vorsitzende des Vereins Narrenschopf, Hans-Jörg Kaufmann, in seiner Ansprache. Am 4. Mai 1973 wurde die erste Kuppel eröffnet, und seinerzeit wurden 100 Schaufensterpuppen angeschafft, um die Häser würdevoll ausstellen zu können.

Mittlerweile ist die Ausstellung, wie im späteren Verlauf von Michael Fuchs und auch Jochen Schicht vom Arbeitskreis zu erfahren war, auf über 400 Häser angewachsen. Für all die Narrenhäser galt es, eine entsprechende Verwendung zu finden. So stießen die Planer der Neukonzeption sehr schnell auf Kapazitätsgrenzen, und es war unumgänglich, die Dauerausstel- lung auf die dritte Kuppel auszuweiten. Die Arbeit hatte von den Beteiligten viel gefordert, noch bis zur letzten Minute wurde gewerkelt, wie Michael Fuchs betonte, aber alle seien jetzt unheimlich stolz auf das, was sie zum Wohle des Brauchtums geschafft hätten.

Bevor die geladenen Gäste das erste Mal zum Schopf durften, gab es noch einige Ehrungen von der Vereinigung für die fleißigen Schaffer. Nachdem sich die Teilnehmer der 69 Mitgliedszünfte auf dem Rathausplatz formiert hatten, viel von den Bräunlinger Narrenfreunden der Startschuss für die neue Ära des Narrenschopfes, und der närrische Lindwurm setzte sich angeführt vom Fanfarenzug der Narrenzunft Bad Dürrheim vom Rathausplatz quer durch den Kurpark bis in zum Narrenschopf in Bewegung. Dort stand schon einer der "Hauptschaffer", der Museumsleiter Daniel Rollko, mit einem roten Samtkissen auf dem diverse Scheren lagen, bereit.

Roland Wehrle, Hans-Jörg Kaufmann, Architekt Michael Rebholz, Bürgermeister Walter Klumpp und weitere Amts- und Würdenträger eröffneten mit einem Scherenschnitt das Museum neu. Gleich danach gab es einige Salutschüsse. Verteilt auf drei Kuppeln wurde die Neukonzeption bestaunt und viel gelobt. Für die Verköstigung der vielen Gäste haben die Fasnachtslandschaften zusammengearbeitet und alle haben aus ihrer Region typische Narrengerichte mitgebracht. Verschiedene Arten von Fasnetsküchle bis hin zur Kuttelsuppe war alles vertreten. Den Narren hat es gefallen, und viele werden wohl unter dem Jahr gerne mit dem Verein nach Bad Dürrheim kommen und die Neugestaltung in aller Ruhe ansehen.

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