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Bad Dürrheim - Die Urviecherzunft machte sich mit ihrem Ball zum 33-jährigen Bestehen wohl das beste und größte Geschenk.
Tolle Stimmung bei den Besuchern, super Beiträge der einzelnen Gruppen sowie zwei Guggenmusiken, die die Siedepfanne zum brodeln brachten. Die Fasnet kann kommen, die Ballbesucher in Dürrheim sind in bester Stimmung und zählten schon den Contdown zum Beginn des Urviecherballes lauthals mit.
Tradition verpflichtet und so gab es beim Einzug den Urviechertanz. Der Vorsitzende Matthias Nann begrüßte zu diesem Abend Groß und Klein, Arm oder Reich, Politiker oder einfach nur Gäste und natürlich Urviecher. Scheiden tut weh, und in weiser Voraussicht bedankte sich Matthias Nann schon einmal bei "noch" Bürgermeister Walter Klumpp für sein großes Engagement und stets offenes Ohr für die Zunft mit einem Geschenk in Form eines Mini-Urvieches.
Mit den "Wirbelwinden" des Vereins ging es dann auf den Brettern der Siedepfanne los. Die kleinsten der Urviecher tanzten sich mit "Glow" in die Herzen der Ballbesucher und viele hätten diesen Programmpunkt nur zu gerne noch einmal gesehen. Strahlend wirbelten sie über die Bühne und hatten sichtlichen Spaß dabei. Waren die meisten Programmpunkte in diesem Jahr doch eher tänzerisch, durfte das Kinder-Geschwätz, dass eigentlich in Jugend-Geschwätz umgetauft werden müsste natürlich nicht fehlen. Ein Polizist geht in Dürrheim um und ist, was nun mal seine Aufgabe stets bemüht, für Recht und Ordnung zu sorgen.
Die Methoden nahm der Urviecher Nachwuchs närrisch aufs Korn. Da durfte natürlich so manch eine Ordnungswidrigkeit nicht fehlen. Wie Werners B. Schrotthandel, der eigentlich keiner ist. Oder gar die Nacktbaderin in der Karlstraße. Klar das auch der romantischste Heiratsantrag des vergangenen Jahres närrisch glossiert wurde und auch Bürgermeister Klumpps Abgang und Hauptamtsleisters Steins "Wahldesaster" in Dauchingen durften nicht fehlen.
Gleich danach legten die Urjampers mit "Rock‘n‘Roll" eine wirklich flotte Sohle aufs Parkett. Da wirbelten die jungen Elvise die Mädels über die Bühne, dass diesen beinahe schwindlig wurde.
Wer jetzt erwartete, dass sich die Muselgeister redegewandt auf der Bühne im Haus des Bürgers präsentierten, wurde enttäuscht. Das Muselgeisterlied wurde zum Abschluss dieses Programmpunktes nicht gesungen. Doch diese Enttäuschung war angesichts der außerordentlichen Darbietung schnell vergessen.
Livegesang war angesagt im schweinischen Musikantenstadel. Ob DJ Ötzi, Don Kosaken, Wolfgang Petry oder auch Howard Carpendale sangen live von der Schweinezucht in verschiedenen Varianten, was bei den Besuchern besonders gut ankam. Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durchs Ballgeschehen. Da es in so vielfältiger Weise glossiert wurde, war es doch immer wieder neu und wirklich super dargestellt.
Für die musikalische Auflockerung in einer kleinen Pause sorgte eine Guggenmusik- Combo, bevor es wieder mit dem Thema Sauenzucht und den Kapfwarldlärchen auf der Bühne weiter ging.
Aber auch der Weggang des städtischen Umweltberaters Koch kam nicht zu kurz. Eindrucksvoll wurde ihm eine Hymne gewidmet: "Mein Freund der Baum ist tot".
Ein weiters Thema war der Unterbaldinger Ortschaftsrat und die letztjährigen Zwistigkeiten zwischen dem Ortsvorsteher und einem Ortschaftsrat. "Oh Schwarzwald, oh Heimat – wie bist du so schön" war von der Bühne zu hören. Natürlich gab es auch hier einen Wink mit dem Zaunfahl in Sachen der Klumppschen Abwanderungsgedanken gen Villingen.
Eine Premiere auf der Bühne gab es für den "Urviecherkoch" Wolfgang Bold, der sich als hübsche Maid einem heiratswillingen Bauer präsentierte – wo die Liebe hinfällt und wenn es ein Heustadel ist.
Beinahe so gruselig wie am Anfang mit dem Urviechertanz wurde es zum Ende des Programms mit den Ursisters, die in diesem Jahr von vier Männern unterstützt wurden. Sie zeigten eine eindrucksvolle Rocky Horror Picture-Show.
Mit dem Einzug der Guggenmusik ging es nach fast drei Stunden Programm mit großen Schritten dem Finale entgegen. Ein vor Glück und stolz strahlender Matthias Nann brachte es auf den Punk: Dieser Ball wird in die Geschichte der Urviecherzunft als einer der schönsten und besten eingehen. Weit über 100 Akteure vor hinter und auf der Bühne gaben ihr bestes und es war ein Showprogramm, das sich sehen lassen konnte. Dann heizte die Urviecher-Guggenmusik nochmals so richtig ein und gleich im Anschluss sorgte das Chaosorchester aus dem Bodenseeraum dafür, dass die Siedepfanne nochmals so richtig brodelte es war eine tolle und friedliche Narrenstimmung wie sie zur Fasnet gehört. Bis in die frühen Morgenstunden wurde das 33-jährige Bestehen gefeiert und natürlich ordentlich getanzt.