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Bad-Dürrheim Markenzeichen "German Time" mitten in Afrika

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Bad Dürrheim. Mitglieder des Uganda-Freundeskreises aus Bad Dürrheim informieren sich immer wieder vor Ort über den Stand der in Uganda angestoßenen Hilfsprojekte. So waren Silvia Kastler und die Vorsitzende des Freundeskreises, Birgit Schwarzmeier, kürzlich in Uganda unterwegs und erlebten dort allerlei.

"Fühlt sich das gut an, wieder in der Zivilisation zu sein", waren sich die beiden Frauen einig. Nach stundenlanger Fahrt im Überlandbus, als einzige Europäer unter vielen Einheimischen, hatten sie Gulu in Norduganda erreicht. Angekommen im Kloster der Comboni-Missionare in Layibi bei Gulu konnten sie frisch geduscht und geföhnt auf einem Stuhl "alle Viere von sich strecken". Neun Tage lang hatten sie zuvor im Busch gelebt. So würden es die Hauptstadtbewohner nennen, wenn sie von einem Dorf wie Buleega sprechen; einem Dorf ohne fließendes Wasser oder Stromanschluss, vielen Kleinbauern und keinen bezahlten Arbeitsplätze.

Nicht der Wunsch, aus der Zivilisation auszusteigen, war die Triebfeder der zwei unternehmungslustigen Frauen. Sie wollten möglichst viele der ugandischen Familien, aber vor allem die Patenkinder treffen, die der Uganda-Freundeskreis fördert. Nachdem sie mit ihren Besuchen erfolgreich waren, stand jetzt die letzte Etappe der Reise an: Ein Besuch der Berufsschule St. Daniel Comboni Vocational Senior Secondary School in Layibi bei Gulu mit angegliederter Werkstatt. Diese Berufsschule ist eine der Vorzeigeschulen des Landes. In einer vierjährigen Regel-Ausbildung werden verschiedene Handwerksberufe gelehrt: Schreiner, Maurer, Elektriker, Kfz-Mechaniker, Drucker, Stuckateur/Gipser und EDV-Spezialist.

In Uganda, einer ehemaligen englischen Kolonie, kennt man kein duales Ausbildungssystem wie in Deutschland. Berufliche Fähigkeiten werden fast nur an Schulen vermittelt. Ausbildungsplätze in Betrieben gibt es keine. An der Berufsschule in Layibi ist dies etwas anders. Direkt neben der Schule befindet sich eine Werkstatt mit über 100 Arbeitsplätzen in den Sparten Möbelschreinerei, Druckerei, Kfz-Werkstatt, Schlosserei und anderen. Hier dürfen die Schüler erste Erfahrungen mit dem Arbeitsleben sammeln und das – welch Privileg in Uganda – ohne dafür extra Lehrgeld bezahlen zu müssen.

Schuldirektor Konrad Tremmel, ein umtriebiger Mittfünfziger aus dem deutschen Frankenland, erklärt, dass im landesweiten Vergleich die Schulgebühren niedrig sind. "Das muss sein, schließlich wollen wir viele Jugendliche aus der Umgebung ausbilden. Und die meisten können nicht einmal unser subventioniertes Schulgeld voll bezahlen." Die Erlöse aus der angegliederten Werkstatt helfen, um die Schulgebühren niedrig zu halten.

Und er fügt hinzu: "Wir lassen sehr finanzschwache Schüler in den großen Ferien in unserer Werkstatt in ihrem Fachbereich arbeiten. Das ist sozusagen unser Work-for-School-Programm, unser Arbeite-für-deine-Schulbildung-Programm."

Die Vorstellung von deutscher Pünktlichkeit findet sich in einer Redewendung an der Schule wieder. So gibt es zum Beispiel das geflügelte Wort: "German Time" –"Deutsche Zeit". Sie bedeutet: Die gesagte Zeit gilt: "Sei absolut pünktlich. Selbst wenn du keine Uhr besitzt."

Erstaunt vernehmen die beiden Frauen, dass selbst in Uganda Tropenhölzer in sehr guter Qualität nur noch schwierig zu bekommen seien. Leider habe viel Urwald bereits der wachsenden Bevölkerung und ihrem Bedarf an Ackerboden weichen müssen.

Die Spenden des Uganda-Freundeskreises sollen laut Tremmel für Schulgeldbeiträge für Finanzschwache verwendet werden, Fußbälle und Rucksäcke sollen ebenfalls gekauft werden.

Der Uganda-Freundeskreis würde außerdem gerne durch Spenden mithelfen, Jugendliche auf dem Weg in die Selbstständigkeit und beim Aufbau ihrer eigenen Arbeitsplätze länger zu begleiten.

 
 

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