Von Johanna Jessel

Bad Dürrheim. Restlos begeistert waren die Schüler der Klassen 4  a, 4  b und 4  c der Grund- und Werkrealschule, als der Unterricht am Samstagvormittag ins Gerätehaus der Feuerwehr Bad Dürrheim verlegt wurde. Brandschutzerziehung stand auf dem Stundenplan.

Durchgeführt wurde das Programm für die 50 Jugendlichen und ihre Lehrerinnen von der Jugendfeuerwehr mit Unterstützung von Kameraden aus dem Kreis der Aktiven. Einrichtung und Aufgaben der Feuerwehr wurden den Schülern nicht nur als trockene Theorie vermittelt – nein, sie durften auch alles angucken und mal anfassen, in die Fahrzeuge klettern und staunen, was da so alles verstaut ist, und die Feuerwehrleute mit Fragen löchern.

Dazu wurden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt und parallel, aber getrennt in der Fahrzeughalle und im Schulungsraum unterrichtet, anschließend wechselten die Gruppen jeweils Unterrichtsräume und Ausbilder. Kommandant Markus Karrer zeigte im großen Schulungsraum den Jugendlichen jeweils anhand von Experimenten, welche physikalischen und chemischen Voraussetzungen erforderlich sind, damit sich ein brennbarer Stoff entzündet, was zur Entstehung von Bränden führen kann, wann und warum welche Mittel zum Feuerlöschen eingesetzt werden und wie diese wirken. Dabei durften die Jugendlichen unter Anleitung auch einfache Experimente durchführen.

In der Fahrzeughalle demonstrierten derweil Marcel Rebholz und Alexander Tonn, was so alles zur Schutzausrüstung eines Feuerwehrmannes gehört, indem einer der Feuerwehrleute so nach und nach alles anlegte, bis zur kompletten Atemschutzausrüstung. Dann staunten die Jugendlichen, was Feuerwehrleute im Angriffstrupp noch so alles mitschleppen müssen: Handlampe, Leinenbeutel, Wärmebildkamera, Axt, Sprechfunkgerät, Schlauchtragekorb, Strahlrohr. Anschließend durften alle mal die verschiedenen ausgelegten Schutzkleidungen anprobieren, wobei die Schnittschutzkleidung für die Arbeit mit der Motorsäge der Favorit war, den Helm mit dem klappbaren gelben Gehörschutz fanden die Kinder klasse.

Bei der Fahrzeugbesichtigung faszinierten Schere und Spreizer und natürlich die Drehleiter, wo alle mal auf dem Maschinistensessel Platz nehmen durften. Da leuchteten bei allen die Augen, auch wenn die Beine noch viel zu kurz sind, um ans Gaspedal zu reichen – träumen darf man ja. Die Feuerwehrleute zeigten den Jugendlichen auch Rauchmelder und deren Funktionsweise und den Weg eines Alarms zu Leitstelle, den alle im Jugendraum an entsprechenden Einrichtungen realitätsnah simulieren konnten.

Als Highlight wurde dann die Drehleiter aus der Halle gefahren, und die Lehrerinnen durften vom Korb aus ihren Klassen aus der Höhe zuwinken. Um den Jugendlichen auch eine Fahrt zu ermöglichen, reichte die Zeit leider nicht – aber wer zur Jugendfeuerwehr geht, wird feststellen, dass in Sachen Fahrzeugkunde auch die Drehleiter im Ausbildungsplan steht und bei Übungen oft mit dabei ist.