Bad-Dürrheim Jugendliche prüfen Barrierefreiheit

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Jenny Skalnik und Claas Kuschlik sind zwei der Realschüler, die sich am Projekt "Access" beteiligen. Hier vermessen sie die Höhe der Sprechanlage in der Espan-Klinik. Foto: Kaletta

Bad Dürrheim - Gute Voraussetzungen sind in Bad Dürrheim für Barrierefreiheit gegeben, da diese seitens der Stadt sowie bei Unternehmern immer mehr ins Bewusstsein rückt.

So äußerte sich Stadtplaner Gunther Wölfle gestern, der mit acht Neuntklässlern der Realschule am Salinensee in die letzte Runde des Modells "Access" gegangen ist. Geprüft wird dabei, wie weit Geschäfte, Kliniken, öffentliche Gebäude und Parkplätze für Rollstuhlfahrer geeignet sind.

Das vor drei Jahren gestartete Projekt, das in insgesamt zwölf deutschen Städten durchgeführt wird, soll im Januar 2015 abgeschlossen sein. Bis im Februar, so Wölfle, könnten die Ergebnisse der öffentlichen Einrichtungen auf der Web-Seite der Stadt zu finden sein, ebenso sollten sie per Smartphone abrufbar sein. Ob sich Eigentümer von privaten Einrichtungen daran beteiligten, hänge von deren Entscheidung ab.

Bereits im September des Vorjahres wurde damit begonnen, mit einer Seniorenrunde die Barrierefreiheit in der Kurstadt zu prüfen. Durch technische Probleme habe sich die Maßnahme jedoch verzögert, so der Stadtplaner. Nun müsse es schnell weitergehen, und daher sei er sehr froh, dass sich acht Realschüler bereit erklärt hätten, an dieser Aktion mitzumachen.

Motiviert seien sie durch ihren Lehrer Stefan Kalt, für den im Ethik-Unterricht das Thema Inklusion eine wichtige Rolle spielt. Den Schülern wurde vermittelt, dass es selbstverständlich sein sollte, dass sich Behinderte ohne Probleme am öffentlichen Leben beteiligen könnten. Bislang wurden in der Kurstadt insgesamt 20 Einrichtungen, zehn öffentliche und zehn private, auf ihre Barrierefreiheit hin untersucht. Die Schüler bekamen die Aufgabe, die Größe der Toiletten und der Bäder in Hotels und Kliniken abzumessen, die Breite der Zimmertüren, den Eingangsbereich nach Stufen zu überprüfen, das Vorhandensein eines Aufzuges und dessen Größe zu notieren. Bäder, so der Stadtplaner, müssten mindestens eine Größe von 1,50 mal 1,50 Meter haben, was für einen Benutzer mit Rollstuhl eher noch etwas knapp sei. Duschen sollten ebenerdig eingebaut sein und Zimmertüren mindestens 90 Zentimeter breit sein. Abgemessen wurde, in welcher Höhe sich die Sprechanlagen am Haus befinden.

Bei den Einzelhandelsgeschäften wurde geschaut, ob sie ohne Stufen begehbar sind. Neu aufgenommen wurde in die Überprüfung eine Ferienwohnung. Wölfle selbst hat noch vor, Ferienhäuser im Öfinger Feriendorf aufzusuchen sowie den Generationentreff in der Viktoriastraße. Ihre Ergebnisse tragen die Jugendlichen in Tablets ein, die dann ausgewertet werden und von einem Unternehmen in Nürnberg auf die Internetseiten gebracht werden. Diese Informationen werden Rollstuhlfahrern für einen Aufenthalt in der Kurstadt die Planung und das Bewegen in der Stadt erleichtern.

Anfang des kommenden Jahres plant Wölfle, alle Beteiligten einzuladen, um die Auswertungen vorzustellen. Dabei möchte er den interessieren Eigentümern vorschlagen, wie sich mit möglichst geringem Aufwand Verbesserungen zur Barrierefreiheit machen lassen. Im Allgemeinen, so der Stadtplaner, gebe es in Kurstadt gute Grundlagen. Die Kliniken seien schon aus eigenem Interesse barrierefrei eingerichtet, die Hotels, die in die Jahre gekommen seien, verfügten weniger über rollstuhlgerechte Einrichtungen.

Lobende Worte sprach Gunther Wölfle seinen acht jugendlichen Helfern aus. "Sie nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und arbeiten genau, bei einem Einsatz bis zu sechs Stunden am Tag."

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