Bad-Dürrheim Gewerbe demonstriert seine Vielfalt
Markus Reutter, 30.04.2012 02:01 UhrBad Dürrheim - Nach einem verhaltenen Start am Samstag kamen die Besucher gestern doch noch zahlreicher zur Leistungsschau und zum verkaufsoffenen Sonntag nach Bad Dürrheim. Die Gewerbetreibenden haben ihre Chance genutzt und ein vielfältiges Angebot präsentiert.
Kritisiert wurde in der Kurstadt, dass Schwenningen gestern ebenfalls zum verkaufsoffenen Sonntag einlud und damit Kundschaft abgezogen habe. Die Vorsitzende des Gewerbevereins Bad Dürrheim, Tamara Pfaff, betonte, dass der Termin der Leistungsschau in Bad Dürrheim schon vor einem Jahr feststand, also lange bevor in Schwenningen die Entscheidung über einen verkaufsoffenen Sonntag diskutiert worden sei. Pfaff hält es für "wünschenswert", wenn hier mehr auf die Nachbarn geachtet wird. Trotz dieses Wermutstropfen äußerte sich die Vorsitzende zufrieden mit dem Veranstaltungsreigen am Wochenende in Bad Dürrheim. Die Leistungsschau "kommt sehr gut an", freute sie sich über die positive Resonanz seitens des Publikums. Und für die Geschäftsleute in Bad Dürrheim sei es eine gute Plattform zur Präsentation gewesen. Denn viele Bürger wüssten gar nicht, was ihre Stadt an Gewerbe alles biete.
Entsprechend lautete der Tenor von Landrat Karl Heim bei seinem Grußwort am Samstagvormittag. Er empfahl, erst mal vor Ort zu schauen, wenn ein Handwerker oder sonstige Dienstleistung gebraucht werde. Bürgermeister Walter Klumpp wünschte den Ausstellern viele Kundenkontakte und daraus erwachsende Aufträge. Tamara Pfaff erklärte, dass zwar in den vergangenen Jahren zunehmend übers Internet eingekauft worden sei, das Datennetz aber den Fachhandel vor Ort nicht ersetze. Hier habe die fachliche Beratung einen besonderen Stellenwert. Der Kunde könne im persönlichen Gespräch gezielt seine Fragen beantworten lassen und sich von der Qualität des Angebots einen besseren Eindruck machen.
Über 50 Aussteller beteiligten sich an der fünften Leistungsschau, so viele wie noch nie – und boten dabei jede Menge Informationen im Haus des Bürgers, im Haus des Gastes und auf dem Freigelände dazwischen. Besuchermagnet war unter anderem der Ausschank von Bad Dürrheimer Mineralbrunnen, bei dem die Kundschaft die neue Produktlinie mit der pflanzlichen Süße Stevia kosten konnte. Ein Blickfang war auch der Staubsauger bei Elektro Mundinger. Das Gerät befreite selbstständig, ohne menschliches Zutun, ein Teppichfeld vom Staub. Gleich mehrere dieser modernen Sauger habe er am Wochenende verkauft, freute sich Mundinger.
Auf großes Interesse stießen auch die Drei-D-Animationen der Realschulerweiterung am Stand von Architekt Merz. Sein Büro kooperierte mit der Realschule am Salinensee. Die Schüler entwickelten Häuser an der Tafel der Zukunft, dem digitalen "White Board". Die Zeichnungen wurden dann in reichlich Bastelarbeit als Modell aufgebaut. Auch das bürgerschaftliche Engagement nutzte die Möglichkeit der Vorstellung am Stand der Stadt, so waren das Lustige Nähkörble und die Projektschmiede vertreten. Viele Besucher schätzten es sicherlich, dass das Gedränge in Bad Dürrheim am Wochenende nicht ganz so groß war. Einige Einzelhändler bedauerten es hingegen. Sie hätten sich vom verkaufsoffenen Sonntag in der Kurstadt mehr Zuspruch erhofft.
Dabei musste sich das Programm in Bad Dürrheim nicht verstecken. Auch das DRK und die Feuerwehr waren mit Schauübungen vertreten; Igor Loskutow zeigte seine Schnitzkunst mit der Motorsäge; über die Stadjugendpflege, Stadtjugendring und Rotaract-Club gab es eine Kinderbetreuung, und im Festzelt bewirteten die Pfadfinder. Hinzu kamen Tanzvorführungen auf der Bühne im Haus des Bürgers und Fachvorträge zum Thema Wohnen und Bauen übers Wochenende hinweg.



