Bad Dürrheim-Sunthausen - Die Idylle am malerisch gelegenen Campingplatz am Sunthauser See trügt. Bei etlichen Dauercampern schwelt der Ärger. Eine neuerliche Erhöhung der Platzmiete bringt nun das Fass zum Überlaufen.

Verärgert wandten sich einige der Dauercamper gestern an den Schwarzwälder Boten, klagten über "dramatische Preiserhöhungen" durch die Pächterin, Petra Maugeri. Über 30 Prozent mehr müssten sie für die neue Saison im nächsten Jahr zahlen. Das bedeute je nach Platzgröße Mehrkosten von 250 bis 450 Euro, rechnet einer der empörten Camper vor. Viele würden Konsequenzen ziehen, einige hätten dem Platz bereits den Rücken gekehrt. Er selber und etliche andere würden zum Jahresende kündigen. Andere wiederum wollten bleiben, aber die höheren Kosten nicht bezahlen. Der Camper vermutet, dass von den 120 Dauercampern dann nur noch etwa 60 im nächsten Jahr übrig bleiben.

Nach Ferienspaß mutet das nicht mehr an. Vielmehr herrsche Stille zwischen der Pächterin und den Campern, bemängelt einer der Betroffenen, dass die Pächterin ein klärendes Gespräch über die Problematik scheue. Als Grund für die Preiserhöhung werde lediglich von ihrer Seite her gesagt, dass die Unterhaltung des Platzes finanziert werden müsse, ebenso die Pacht.

Dass die Pacht zu hoch sei, dem widerspricht Horst Klann, der als Generalverpächter im Auftrag seiner Tochter Angelika Weißhaar auftritt. Sie hat den Platz bei einer Versteigerung vor dem Amtsgericht Villingen im Jahr 2007 erworben. Zusammen mit dem Kaufpreis seien in den vergangenen Jahren 2,8 Millionen Euro in die Anlage investiert worden, rechnet Klann vor. So konnte beispielsweise ein Kinderspielplatz errichtet und der Uferbereich für den Badebetrieb ausgebaut werden.

Platz kein "Hobby" von ihm

Gegenüber dem Finanzamt habe er bereits vor drei Jahren alles offenlegen und darstellen müssen, dass der Platz kein "Hobby" von ihm sei. Dementsprechend müsse auch eine Pacht verlangt werden. Diese fällt aber nach Meinung Klanns angesichts der großen Investitionen eher niedrig aus.

Seine Befugnisse hörten aber an der Schranke zum Campingplatz auf, erklärt Klann, dass er kein Recht habe, auf die Maugeris einzuwirken, wie sie den Platz führen sollen. Schließlich habe das Pächterpaar ihm gegenüber auch keine Schulden offen.

Allerdings, so bestätigt Klann, hätten sich verärgerte Dauercamper auch bei ihm gemeldet. Klann möchte aber nicht beurteilen, ob die Maugeris nun zu viel oder zu wenig Platzmiete verlangen.

Die Maugeris hätten mit ihm aber eine Nachmessung der Platzgrößen im Jahr 2011 abgesprochen. Das Ergebnis war: Einige Dauercamper hätten größere Plätze genutzt, aber für weniger Quadratmeter bezahlt. Deshalb hatten einige von ihnen bereits in diesem Jahr mit einer deutlich höheren Rechnung zu kämpfen.

Die für nächstes Jahr angekündigte Preissteigerung wird von mehreren nicht mehr hingenommen. Einer von ihnen weiß um die Investitionen, welche Dauercamper in die Gestaltung ihres Platzes gesteckt hätten. Da kämen mehrere zehntausend Euro zusammen. Um so schwerer falle es nun, dem Campingplatz den Rücken zu kehren. "Panik pur" herrsche bei den Betroffenen.

Die Geschäftspolitik der Maugeris sei verfehlt, sagt ein Dauercamper. Mit den höheren Preisen würden die Leute vergrault, was den Betrieb der acht Hektar großen Anlage immer unrentabler mache. Bereits jetzt sei der Platz selbst in der Hauptsaison nur "mäßig belegt".

Der Service sei außerdem verbesserungsfähig, meint der Camper. Es gehe nicht an, dass der Kiosk während der Hauptsaison in der Mittagszeit schließe und abends nur schwer jemand erreichbar sei, wenn Camper verspätet anreisten.

Der Schwarzwälder Bote bemühte sich gestern um eine Stellungnahme des Pächterpaars. Alfio Maugeri meinte am Telefon aber lediglich, er habe "kein Interesse an dem Gespräch" und legte dann den Telefonhörer auf.