
Stuttgart - Ende Juli hat Behr-Chef Markus Flik in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter die Vorzüge des Mahle-Einstiegs bei dem angeschlagenen Kühlerspezialisten gerühmt, keine zwei Monate später verkündet er seinen Abschied. Hintergrund sei die angekündigte Beteiligung Mahles, heißt es lapidar in einer Mitteilung zum Führungswechsel. Gehen wird Flik, der das Unternehmen immerhin vier Jahre geleitet hat, in weniger als zwei Wochen.
Ihn löst zum 1. Oktober der 61-jährige Diplomkaufmann Peter Grunow ab, der bisher für das Industrie- und Filtersysteme-Geschäft bei Mahle zuständig ist. Grunow arbeitet seit mehr als 35 Jahren bei Mahle, seit 2001 gehört er dem Konzernvorstand an. Damit hat ein Mahle-Mann bei Behr ab dem Zeitpunkt das Sagen, an dem das Unternehmen die ersten 19,9 Prozent an dem Kühlerhersteller übernimmt.
Eine entsprechende Kapitalerhöhung finanziert der Kolbenspezialist aus eigener Tasche, verschulden werde sich die Gruppe für die Beteiligung nicht, kündigte Junker an. Deshalb nehme sich das Management absichtlich bis 2013 Zeit, bevor Mahle auch Anteile anderer Gesellschafter und damit die Behr-Mehrheit erwerben kann. Bislang halten die Familiengesellschafter 77,4 Prozent an Behr, eine LBBW-Tochter 22,6 Prozent.
Bevor Mahle den Einstieg im Juli bekanntgegeben hat, haben 20 Experten aus allen Geschäftssparten den Kühlerspezialisten ein halbes Jahr durchleuchtet. Heute habe er das positive Gefühl, "dass wir alles über Behr wissen, was wir wissen müssen", sagte der Mahle-Chef bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. In den kommenden Wochen will er die Organisationen beider Unternehmen vereinheitlichen und im Service, Einkauf und in der Entwicklung zusammenführen.
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