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Anzeige - Werkstoff Holz Ökoholz oder Raubbau - Siegel bei Holzmöbeln für mehr Sicherheit

SBO, vom 19.07.2010 21:53 Uhr
Das FSC-Siegel steht für nachhaltige Holzwirtschaft und legale Abholzung.
Foto: Jens Schierenbeck

Baumlange Esstische, zentimeterdicke Arbeitsplatten für die Küche und filigrane Regale: Die Möbelbranche hat den Werkstoff Holz zum Liebling der Designer erklärt.

Neben Ahorn, Birke und Erle sind auch Eiche, Fichte und Nussbaum angesagte Optiken der sogenannten Greenline-Möbel. Aber auch Treibholz, wiederverwendetes Bootsholz und Edelhölzer waren auf den Möbel- und Einrichtungsmessen zu entdecken. Viele Hersteller geben an, dass ihre Möbel aus umweltverträglicher Produktion oder aus Recycling stammen. Für den Verbraucher ist das allerdings schwer zu kontrollieren.

»Holz hat erstmal grundsätzlich die beste Ökobilanz und ist damit schon mal ein Top-Werkstoff«, sagt Trendexpertin Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Die nächste Frage laute dann aber: Wo kommt das Holz her? »Es ist utopisch zu glauben, dass man sich nur regionaler Ressourcen bedienen kann«, fügt Geismann hinzu. Verbraucher, die aber Wert auf eine ausgeglichene Ökobilanz legen, seien deshalb am besten beraten, wenn sie Holzmöbel mit dem FSC-Siegel kaufen.
 

Viele Hersteller beziehen ihre Hölzer bereits aus FSC-zertifiziertem Anbau.
Foto: vitamin design

Das Siegel des »Forest Stewardship Council« (FSC) garantiert international, dass das Produkt nicht aus illegaler Abholzung stammt. »Das Siegel ist ein freiwilliges Zertifizierungssystem, das von den großen Umweltverbänden, Herstellerverbänden, Gewerkschaften und Waldbesitzern unterstützt wird«, erläutert Nina Griesshammer von der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland in Frankfurt.

Bewirbt sich ein Unternehmen oder ein Waldbesitzer um das Siegel, werden laut Griesshammer unter anderem die verantwortungsvolle Waldwirtschaft sowie die Einhaltung der sozialen Rechte der Arbeiter und möglicher Ureinwohner vor Ort kontrolliert. Die Regeln des FSC verlangten, dass die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette vom Wald bis zum Großhändler lückenlos zertifiziert sein muss. Das gilt auch für die heimische Holzverarbeitung in Deutschland und Europa.

Neben dem FSC-Siegel gibt es auch noch das PEFC-Label, das auf eine Initiative europäischer Waldbesitzer zurückgeht. Diese Zertifizierung wird jedoch wiederum von einigen Umweltverbänden wie dem WWF nicht unterstützt. Dagegen bezeichnet das Bundesverbraucherschutzministerium sowohl das FSC- als auch das PEFC-Siegel als »anerkannte Zertifizierungssysteme für nachhaltige Waldbewirtschaftung«, die »für die Unbedenklichkeit der Herkunft des entsprechend gekennzeichneten Holzproduktes« stünden. An diesen beiden Siegeln könnten sich Verbraucher orientieren, sagt ein Ministeriumssprecher.

Schickes Recycling: Die italienische Firma Riva 1920 bietet einen Tisch aus Eichenpfählen an, die aus Venedigs Lagune stammen.
Foto: Steffen Bauer/Riva 1920

Viele Hersteller formulieren auch eigene Standards. »Im schlimmsten Fall ist das aber Verbrauchertäuschung«, sagt Griesshammer. Nicht zertifizierte Hölzer stammten häufig aus illegalen Quellen. Bis zu 20 Prozent der Holzimporte in der EU kommen einer WWF-Studie zufolge aus illegaler Abholzung. In Indonesien beispielsweise – das zu den großen Holzlieferanten der Erde gehört – liege die Quote bei rund 70 Prozent.

»Das Wiederverwenden von sogenanntem Bau- und Bootsholz aus Übersee ist ein wachsender Trend«, sagt Griesshammer. Aber auch hier gelte: Hat der Hersteller keine anerkannte Zertifizierung, ist es schwer nachzuprüfen, woher das Holz wirklich stammt. Selbst der Schreiner in Deutschland müsse sich meist auf die Angaben seiner Lieferanten verlassen.

So versicherten zwar auf der internationalen Möbelmesse IMM Cologne viele Holzmöbelanbieter auf Nachfrage, dass ihre Produkte aus umweltverträglicher Forstwirtschaft stammten. Doch nur wenige konnten dafür einen Nachweis liefern.

Eine außergewöhnliche Form von Recycling nach den FSC-Vorgaben zeigte die italienische Firma Riva 1920 auf der Messe. So entwarf der Designer Matteo Thun für die Firma einen Esstisch aus ausgemusterten Pfählen aus der Lagune von Venedig. Das sind Pfähle aus Eichenholz, die wegen Abnutzung ersetzt werden mussten. Die Tischplatte des Modells ist aus einer Planke geschnitten. Die Beine setzen sich schräg ein und sollen die Landschaft Venedigs wiedergeben.

 

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