Anzeige - Bauen & Wohnen So muss der Briefkasten aussehen

SBO, 26.09.2012 00:00 Uhr
Farbtupfer an der Hauswand werden immer beliebter.
Der Briefkasten lässt sich zwar nur mit einem Schlüssel öffnen. Aber wer die Hände dann voll Post hat, kann die Klappe dank Klickverschluss einfach zudrücken. Foto: Burg-Wächter

»Sie haben Post « es gibt bestimmte Standards, die die Zustellung erleichtern

Auch wenn E-Mail, SMS und Chatnachricht inzwischen die Kommunikation mit der Außenwelt sichern: Ohne einen Briefkasten kommt noch keiner aus. Der sollte bestimmte Anforderungen erfüllen, damit Briefe, kleine Pakete und auch Hochglanzzeitschriften heil ankommen. Schlechtes Wetter? Unleserliche Schrift? Nein – das größte Problem für Briefträger sind Hunde. Sie beißen den Postboten gerne, denn er hat auf seiner Verteilertour die Reviere mehrerer Hunde durchquert und ihren Geruch an- genommen. »Er riecht wie der Feind«, sagt Stefan Heß, Pressesprecher der Deutschen Post in Frankfurt. Was dem Postboten hilft: schnelle Beine und ein richtig angebrachter Briefkasten.

In der richtigen Größe außen anbringen

Dieser steht oder hängt am besten so, dass er vom Gartenzaun oder von der Hofeinfahrt aus erreichbar ist, wie Heß erklärt. Wie ein Briefkasten am besten beschaffen ist, damit Briefe und kleine Päckchen ganz, knitterfrei, trocken oder überhaupt ankommen kön- nen, steht in einer europäischen Norm. »Briefkästen sind oft zu klein«, erläutert Heß. Dann muss der Bote die Ware wieder mitnehmen und der Empfänger zum Post- amt gehen. Ein Umschlag der Größe C4 sollte daher zugestellt werden können, ohne dass man ihn falten oder beschädigen muss – in diesen passen normale DIN-A4- Blätter, und auch die meisten Zeitschriften haben diese Größe. Die dafür optimale Schlitzgröße sieht die Norm mit der Nummer EN 13724 für Briefkästen vor – Hersteller müssen sich daran aber nur freiwillig halten. 32,5 bis 40 Zentimeter sollte demnach ein optimaler Quereinwurf und 23 bis 28 Zentimeter ein Längseinwurf ha- ben. Die Höhe des Schlitzes be- trägt idealerweise 3 bis 3,5 Zentimeter. Der Innenraum sollte mindestens 40 Millimeter gestapeltes Postgut im Format C4 aufnehmen können. Ist weniger Platz vorhan- den, ragt die Postware heraus und wird bei Regen nass. Außerdem könnten Diebe dann leicht zugreifen – dem wollen die Hersteller aber vorbeugen. So gibt es einen Briefkasten, der statt mit dem Schlüssel per Fingerabdruck, Code-Eingabe oder elektronischem Schlüssel geöffnet wird.

Auch am Komfort haben die Hersteller in den vergangenen Jahren gearbeitet: Das Modell »Quadus« lässt sich aus Sicherheitsgründen zwar nur mit dem Schlüssel öffnen, aber wenn die Hände den Poststapel halten müssen, kann die Klappe dank Klickverschluss auch nur einfach zugedrückt werden, wie Daniela Schmale vom Unternehmensmarketing erläutert. Noch bequemer sind Briefkästen mit Durchwurf ins Haus: So muss man sich nicht extra anziehen und in die morgendliche Kälte für die Zeitung. Allerdings können diese Briefkästen bauliche Probleme aufwerfen: Sie gelten als Wärmebrücken, durch die Heizwärme aus dem Haus ins Freie entweichen kann. Daher ist mitunter die Front und die Einwurfklappe mit dickem Dämmmaterial isoliert. Nachteil dieser Konstruktionen ist allerdings, dass sie nur vom Fach- mann installiert werden können. Wer baulich hierzu nicht die Möglichkeit hat, kann sich immerhin seine Nachtruhe sichern – mit einer geräuschgedämmten Einwurfklappe: »Wie die Schublade an modernen Küchenschränken fällt die Klappe nicht gleich ganz zu, sondern zieht sich am Ende langsam heran. So klappert es nicht, wenn morgens die Zeitung hineingeworfen wird.« Und werben die Hersteller mit einem Öffnungsstopp, bedeutet das, dass die Klappe nicht ganz herunterfallen und die Post damit auf den Boden fallen kann, wenn man außen die Klappe loslässt.

Farbige Briefkästen liegen im Trend

Die DIN-Norm sieht zudem vor, dass in die Box kein Regenwasser eindringen kann. Trotzdem rät ein Hersteller, eine Briefkastenanlage am besten an einer witterungsgeschützten Stelle wie einen überdachten Hauseingang zu montieren. Im Trend liegen derzeit farbi ge Briefkästen, wie Daniela Schmale erläutert. »Es geht weg von den Edelstahlbriefkästen im Einheitslook. Gerade in einer Reihenhaussiedlung kann man damit Unterschiede zeigen.« Wer dennoch unauffälligere Varianten in Metalloptik lieber sieht, findet dabei aktuell vielfältigere Formen und Designs. Die Gruppe Men- schen, die einen Briefkasten nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern als Dekoration am Haus ansieht, scheint zu wachsen.

Briefkästen deutlich beschriften

Ein richtig adressierter Umschlag kommt in den richtig beschrifteten Briefkasten – doch an letzterem mangelt es nach Angaben der Deutschen Post oft. Der Name sollte deutlich und gut lesbar sein. Der Zustellbetrieb rät zu einer Schriftgröße von acht Millimetern.

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