
|
| Für Gäste-WCs gibt es stilvolle, platzsparende Ausstattungen. Foto: Villeroy & Boch |
Ist die bunte Brille echt hübsch? Sind die Poster wirklich lustig? Ist das Potpourri schon eingestaubt? Dann muss sich was ändern.
Ein Plakat mit der Aufschrift »Klo-Ordnung«, Schilder mit Sprüchen, zerfledderte Zeitungen und eine Klobürste mit Gesicht: Manchem Besucher wird viel zugemutet auf dem Gäste-WC. »Bitte nicht im Stehen pinkeln«, heißt es da zum Beispiel. Agnes Jarosch, Leiterin des Deutschen Knigge- Rats in Bonn, hat dazu eine eindeutige Meinung: »In einer Studenten-WG mag das vielleicht noch witzig sein, aber in der Wohnung eines Erwachsenen sind solche plumpen Hinweise fehl am Platz.«
Auch Schilder an der Tür, die darauf hinweisen, dass man nun das Gäste-WC betritt oder solche mit der Aufschrift »Gäste-Handtuch« über dem Hacken, seien nicht mehr zeitgemäß, sagt Patricia Marquez, Fachberaterin. Dekorationen würden nur noch spärlich verwendet.
Jarosch rät dazu, keine witzigen Toilettenbürsten zur Schau zu stellen, auch auf auffällige WC-Sitze in Fußballoptik, mit Piratendesign oder mit Comicfiguren, mit einem aufgerissenen Hai- Maul, Stacheldraht sowie Totenköpfen sollte man verzichten.
|
| Lesestoff im Gäste-WC ist klasse – aber bitte nicht zerfleddert und unordentlich. Foto: Warnecke |
Ein modernes Gästeklo werde heute dezenter eingerichtet. »Bunte Keramik findet man kaum noch«, sagt Marquez. Die Hersteller würden stattdessen vermehrt simple, weiße Waschtische anbieten. »In so kleinen Räumen ist es besser, helle Farben und klare Linien zu wählen «, erklärt die Einrichtungsberaterin. »Weiß hat den Vorteil, dass das Gäste-WC größer wirkt.«
Einen Waschtisch mit geringer Tiefe, eine Ablage oder einen kleinen Schrank darunter, einen Spiegel, Handtuchhalter und das WC – mehr muss den Experten zufolge in einem Gästebad nicht vorhanden sein. Wenn es der Platz zulässt, sollte noch ein Urinal eingebaut werden. Denn dieses ist hygienisch und wassersparend.
Nach Schätzungen und Umfragen der Hersteller hat fast die Hälfte aller deutschen Haushalte eine separate Gästetoilette, und viele der übrigen wünschen sich eine. Gerne werden auch nicht mehr benötigte Kinderzimmer oder Abstellkammern zum Gäste-WC umgebaut. Diese sind nicht größer als drei, vier Quadratmeter.
Verschiedene Anbieter haben sich auf den Markt für Gäste-WCs eingestellt und beispielsweise Waschtisch- Wandbatterien für nicht so große Becken ins Sortiment genommen. Auch gibt es kleinere Einhandarmaturen für die Wand. Eine platzsparende Lösung sind Eckwaschtische.
Aber man muss in diesen Örtchen nicht auf die derzeit angesagten Designs verzichten. »Ein Trend ist das sogenannte industrielle Design«, sagt Marquez. Hier werden Becken aus Edelstahl oder Glas mit Schieferfliesen kombiniert. Das ist optimal für ein Gäste-WC, denn es entsteht eine kühle, reduzierte Optik. Wer es wärmer mag, sollte die Badkeramik vor Fronten oder auf Regale aus dunklem Holz stellen.
Fliesen würden insgesamt nur noch sparsam verwendet, auf Bordüren werde verzichtet. Anstelle von Mustern, auffälligen Farben und zu viel Deko sollten die kleinen Räume mit dem richtigen Licht aufgewertet werden. Ein Hingucker seien auch beleuchtete Glasbecken, sagt Marquez. Allerdings seien diese pflegeintensiv.
Ihr Ratgeber rund um interessante Themen und Firmen aus der Region. Diese Woche Auto aktuell.