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| Der Charme eines alten Hauses übt auf viele Hausbesitzer in spe eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Fotos: djd/Bauherren-Schutzbund e.V. |
Die gewachsene Umgebung, die Nähe zum Stadtzentrum, der Charme klassischer Architektur: Es gibt viele Gründe, warum sich immer mehr Deutsche den Traum vom Haus mit einem Altbau erfüllen.
Ganz ohne Risiko ist der Kauf eines Bestandshauses indes nicht. Unter der schönen Oberfläche können sich Schadstoff-Altlasten verbergen, die für den Laien nicht erkennbar sind. Die Investition in einen Schadstoffcheck ist gut angelegt und kann um ein Vielfaches höhere Folgekosten vermeiden.
Die Liste möglicher Schadstoffquellen ist lang. Das schöne Fischgrätparkett kann mit krebserregendem Parkettkleber aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verlegt sein. Asbest fand bis vor wenigen Jahrzehnten Verwendung in Bodenbelägen oder Verkleidungen, ebenso wie gefährliche Biozide im Holzschutz, die erst in den 80er Jahren auf die »schwarze Liste« kamen. In einem schlecht belüfteten Keller kann natürlich vorkommendes Radon die Radioaktivität ansteigen lassen, hohe Formaldehydkonzentrationen finden sich in vielen Holzwerkstoffen. Auch versteckte Schimmelpilzbelastungen können die Gesundheit beeinträchtigen.
Vor dem Kauf sollte man sich daher mit einem unabhängigen Sachverständigen ein Bild von der Situation machen. Er kann je nach Baujahr und Bauart des Hauses einschätzen, wo sich »alterstypische« Schadstoffquellen befinden. Falls der Verkäufer sich mit einer solchen Untersuchung nicht einverstanden erklärt, ist Vorsicht am Platze. Zwar hat der Verkäufer eine Informationspflicht und haftet, wenn er bekannte Mängel verschweigt. Im konkreten Fall ist es aber meist schwer, einen Vorsatz nachzuweisen. Vorsicht ist auch bei Um- und Ausbauten angezeigt, denn auch heute können Baustoffe hohe Schadstoffkonzentrationen enthalten. Worauf bei einer gebrauchten Immobilie zu achten ist und wo man einen unabhängigen Gutachter findet, beschreibt der Ratgeber »Schadstoffcheck beim Immobilienerwerb aus zweiter Hand«, der beim Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) unter www.bsb-ev.de kostenlos zum Download bereitsteht.
Gesundheitsgefahren sollten die Hausbewohner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Kopfschmerzen, gereizte Schleimhäute, Allergien oder Krebsgefahr: Die Liste möglicher Krankheiten infolge schadstoffbelasteter Wohnräume ist lang - verminderter Luftaustausch nach einer energetischen Sanierung kann die Gefahr noch erhöhen. Treten Symptome auf, sollte man sie nicht leicht nehmen, sondern mit fachmännischer Hilfe konsequent nach den Ursachen suchen. Am besten ist es, bereits vor einem Hauskauf auf Nummer sicher zu gehen und einen Schadstoffcheck durchführen zu lassen.