Von Bettina Bausch

Althengstett. Liebevoll hatten Mitglieder des "Barockensembles ‘83" die Althengstetter Markuskirche für ihr adventliches Konzert geschmückt. Das Schiff war in Dämmerlicht getaucht. Im vorderen Teil des Gotteshauses waren zahlreiche Kerzen aufgestellt, die eine heimelige Atmosphäre verbreiteten.

In diesem stimmungsvollen Ambiente präsentierte die Gruppe Manfredini-Consort des Barockensembles ein vielseitiges, kurzweiliges Konzert auf bestem Niveau. Das Programm war geschickt geplant. Denn gleich zu Beginn gelang es den Musikern, mit John Stanleys Werk "Voluntary" durch ausgezeichnetes Spiel in der Besetzung Trompete, Oboe, Violoncello und Orgel eine Brücke zu den Herzen der Besucher zu schlagen.

Beeindruckend und berührend sangen Melanie Koreng und Lisa Andersch die Arien "Bereite dich, Zion" und "Flößt mein Heiland" aus Bachs Weihnachtsoratorium. Die Sopranistinnen deuteten den Text abwechslungsreich mit mal ruhig zurückhaltendem Gesang und dann wieder mächtig anschwellenden Tönen, die sich im hohen Kirchenraum akustisch gut entfalten konnten. Einen besonders starken Eindruck hinterließ dabei die korrespondierende Echo-Arie, bei der Melanie Koreng die Arie sang und Lisa Andersch von der Kanzel in feiner, einfühlsamer Weise jeweils das Echo erklingen ließ.

Es folgten Stücke von Thomas Selle, Domenico Gabrielli und Giovanni Bonaventura Viviani, die in verschiedenen Besetzungen gespielt wurden. Der Wechsel vom Zusammenspiel von Oboe und Orgel zu Trompete mit Orgelbegleitung und schließlich zu Gabriellies anspruchsvollen Konzert in D-Dur für Trompete, Oboe und Orgel sowie Vivianis Sonate in C-Dur in der Besetzung Trompete, Violoncello und Orgel machten das Konzert in dieser Phase durch ständig wechselnde Klangfärbungen besonders reizvoll. Die Choralbearbeitungen über die Lieder "Auf, auf! Die rechte Zeit ist hier!" von Johann Sebastian Bach und "Wie soll ich dich empfangen?" zeugten vom Einfallsreichtum alter Meister und der ausdrucksstarken Interpretationsfähigkeit der Musiker. Manuel Gaiser stellte bei seinen Musikbeiträgen sein Können an der Orgel bestens unter Beweis und gestaltete sein Spiel sehr empfindsam.

Bernd Koreng leitete die Veranstaltung souverän und ließ dabei immer wieder strahlende Trompetentöne erklingen. Er führte gekonnt durch den stimmungsvollen Abend und gab immer wieder wertvolle Hinweise zum besseren Verständnis der jeweiligen Musikstücke. Weiter wirkten mit: Frank Jansen (Oboe und Oboe d’ amore) und Rebekka Müller-Mannchen (Violoncello).