Althengstett - Im Galopp wollte Althengstetts Bürgermeister Clemens Götz am Mittwoch den Verwaltungshaushalt beraten. Daraus wurde jedoch nichts. Diskussionsschwerpunkte waren die Sportförderung und die nächste Planungsrate für die S-Bahn Calw-Weil der Stadt.

Obwohl die Gäugemeinde zum Jahresende über das bislang dickste Rücklagenpolster von "sieben Millionen Euro plus x" verfügen wird, sprach sich der Verwaltungschef in puncto Investitionsprogramm dafür aus, die Rücklagenentnahme noch etwas zu reduzieren (siehe "Stichwort").

Zum Verwaltungshaushalt: Die Ausgaben für die Schulen, Bücherei, Kindergärten sowie die Sport- und Festhalle sollen 2013 auf etwa dem selben Niveau wie dieses Jahr liegen. Bei der Förderung der Jugendarbeit kommt es durch die anteiligen Personalausgaben für Jugendreferentin Verena Rentschler zu Mehrkosten. Der Haushaltsansatz für 2012 lag bei rund 48 000 Euro, im nächsten Jahr sind es rund 55 000 Euro. Rentschler baut die Jugendtreffs in den Ortsteilen Neuhengstett sowie Ottenbronn auf und ist in der Schulsozialarbeit tätig. Angestellt ist sie beim Kreisjugendring. Um den Bauern- und auch den Weihnachtsmarkt künftig attraktiver zu machen, arbeitet die Verwaltung an einem neuen Konzept. Dazu gehört die Anschaffung von Marktständen für ein einheitliches Erscheinungsbild. Dafür werden 10 000 Euro eingeplant. Wegen steigender Energiekosten im Hallenbad werden gegenüber dem Haushaltsansatz 2012 von rund 500 000 Euro für 2013 rund 532 000 Euro eingeplant.

Als "sehr großzügig" bezeichnete der Bürgermeister die bisherige Förderung von Vereinen und Verbänden: "Innerhalb von zwölf Monaten haben wir den Zuschuss mehr als verdoppelt." Dennoch wollte Gemeinderat Andreas Braun, gleichzeitig Vorsitzender des SV Althengstett (SVA), eine Lanze für die drei großen Sportvereine in der Gemeinde – SVA, TSV Neuhengstett und Grün-Weiß Ottenbronn – brechen. Braun ging es auch um die Wertschätzung der Vereinsarbeit: "Die Platzpflege ist unverzichtbar. Wenn künftig noch mehr Ehrenamtliche wegbrechen, muss die Gemeinde solche Dinge selbst machen". Für die Pflege jedes Spielfelds soll es künftig statt 3500 Euro 4000 geben, für die Tennisplätze jeweils 200 Euro. Auch die Jugendbetreuerpauschale und die Kosten für die Spielfeldbewässerung, die zwischen 10 000 und 20 000 Euro liegen, werden berücksichtigt.

Für Diskussionsbedarf sorgte einmal mehr eine weitere Planungsrate für die S-Bahn-Verbindung Calw-Weil der Stadt von 30 000 Euro (2012: 27 000 Euro). "Ich dachte, man ist mit der Planung des Projekts erheblich weiter", sagte Ratsmitglied Lothar Kante. Dies vermittle zumindest das Calwer Landratsamt. Um der Bevölkerung den aktuellen Stand darzulegen, schlugen Andreas Braun und Rüdiger Klahm eine Informationsveranstaltung vor. Diese soll im Frühjahr stattfinden.

Alwin Pross sprach sich dafür aus, die nächste Planungsrate auszusetzen. Es sei nicht einzusehen, in ein solches Projekt zu investieren, weil es um die Busanbindung in den Althengstetter Ortsteilen weiterhin schlecht bestellt sei. Um eine reelle Chance auf eine verbesserte Busanbindung zu bekommen, müsse der Kreistag aktiv werden, sagten Richard Dipper und Veronika Albicker. Lothar Kante sprach sich zudem dafür aus, die Nahverkehrsthematik auf Ebene des Gemeindeverwaltungsverbands anzusiedeln.

Um Bauprojekte wie etwa die Nahwärmeversorgung Neuhengstett oder die Sporthallensanierung in Althengstett besser abwickeln zu können, wurden für eine weitere Personalstelle im Bauamt 70 000 Euro vorgemerkt. Der Etat 2013 soll in der Sitzung am 19. Dezember verabschiedet werden.

Ein Schwerpunkt im Investitionsprogramm 2012 bis 2016 der Gemeinde Althengstett ist die Beschaffung von Feuerwehrausrüstung (Einsatzleitwagen, Mannschaftstransportwagen, Löschfahrzeug und Digitalfunk). 2013 sollen dafür 410 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden (2014 bis 2016: 45 000 Euro).

Für die Sanierung der Althengstetter Sporthalle (Dach) werden im Etat 2013 100 000 Euro vorgesehen (2014: 3,5 Millionen Euro, 2015: 900 000 Euro). Die Gemeinderäte Andreas Braun und Rüdiger Klahm regten an, im Hinblick auf die Gesamtsumme der Sanierung zu überlegen, ob nicht eher ein Neubau statt einer Sanierung in Frage kommt.

Für die energetische Sanierung des Kindergartens Jahn­straße (Austausch undichter Fenster) werden 2013 insgesamt 115 000 Euro vorgesehen.

Für Baumaßnahmen im Gewerbegebiet wurden für 2013 385000 Euro veranschlagt (Verkaufserlös aus Grundstücken: 250 000 Euro; 2014 bis 2016 jeweils 200 000 Euro).

Im allgemeinen Straßenbau wird nächstes Jahr mit Investitionen von 400 000 Euro geplant (2014 bis 2016 jeweils 50 000 Euro).