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Althengstett Neuhengstetter fühlen sich abgehängt

Bettina Bausch, vom 06.02.2012 04:30 Uhr
Der Ortschaftsrat Neuhengstett bemüht sich um eine bessere Verkehrsanbindung des Waldenserortes.  Foto: Bausch
Der Ortschaftsrat Neuhengstett bemüht sich um eine bessere Verkehrsanbindung des Waldenserortes. Foto: Bausch

Althengstett-Neuhengstett - Schon seit geraumer Zeit herrscht in Neuhengstett bei vielen Bürgern große Unzufriedenheit über die mangelhafte Verkehrsanbindung des Ortes.

Dies führte dazu, dass die Situation jetzt im Neuhengstetter Ortschaftsrat ausführlich und kritisch diskutiert wurde. Das Gremium und die Ortsverwaltung hatten die Busunternehmerin Gisela Volz zu dieser Sitzung eingeladen. "Viele Neuhengstetter erleben es als äußerst beschwerlich, dass sie, um zur S-Bahn in Weil der Stadt zu kommen, nicht innerhalb des Ortes, sondern außerhalb an der Bundesstraße ein- und aussteigen müssen", unterstrich Ortschaftsrätin Margit Kirchherr - Rohbeck. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit sei es für Senioren und Mütter mit Kindern äußerst beschwerlich, den Weg womöglich noch mit schwerem Gepäck bis in den weiter entfernten hinteren Ortsteil zurückzulegen.

Ein anwesendes älteres Ehepaar beschwerte sich darüber, dass Volz-Busse in Weil der Stadt beim Umsteigen von der S- Bahn "gerade noch von hinten gesehen werden". "Seit Jahren ist der Bahnhof Weil der Stadt mein größtes Ärgernis", unterstrich die Busunternehmerin. Sie verwies darauf, dass es dort keine Anzeigetafel gebe, die Verspätungen anzeigt und ihre Fahrer entsprechend informieren könnten. Auch die Beleuchtung der Bushaltestelle sei schlecht. Anträge auf Änderungen seien bislang erfolglos geblieben.

Es sehe so aus, dass Förderungen und Verbesserungen am Rande der Region Stuttgart vernachlässigt würden. "Ich habe den Eindruck, dass wir hier abgehängt und benachteiligt sind", kritisierte Ortschaftsrat Alwin Pross.

Ortsvorsteher Wolfgang Fink erinnerte daran, dass die weit verbreitete Zeit- und Leiharbeit zusätzliche andere Verbindungen erfordere, die allerdings schwer zu realisieren seien. Wie sich heraus- stellte, gibt es nach der Schließung einer von der Busfirma Eichele übernommenen unrentablen Verbindung zum Daimler-Werk in Sindelfingen, die Volz vorübergehend betrieben hatte und wegen Unrentabilität schließen musste, zusätzliche Verschlechterungen für Neuhengstett. Das Anfahren des Waldenserortes durch die im Stundentakt zur S-Bahn und zurück fahrenden Busse ist auch dadurch erschwert, dass es im engen Ortskern kaum geeignete Durchfahrts- und Wendemöglichkeiten ohne Zeitverzögerungen gibt.

Auch die schlechte Verbindungen von den Ortsteilen Ottenbronn und Neuhengstett nach Althengstett wurden moniert. Lediglich früh am morgen zur ersten Daimler-Schicht besteht eine Zubringerverbindung nach Althengstett. Dort muss dann am Alten Bahnhof zur Weiterfahrt nach Sindelfingen umgestiegen werden.

Abends gibt es diese Verbindung ebenfalls nur einmal in umgekehrter Richtung. Volz meinte, dass Neuhengstett gegenüber anderen Kreisgemeinden in Bezug auf die Verkehrsanbindung gar nicht schlecht dastehe. Sie regte an, an der Haltestelle Bundesstraße Möglichkeiten zum Abstelllen von Fahrrädern zu schaffen. Außerdem sei der Landkreis dabei, die regionalen Verkehrsverbindungen zu überarbeiten. Dazu nehme die beauftragte Gruppe gerne Wünsche und Anregungen aus den Gemeinden entgegen.

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