Althengstett Mitten im Leben über das eigene Ende nachgedacht

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Rose Reich packte mit dem Begräbnischor ein unbequemes Thema an. Foto: Holzäpfel Foto: Schwarzwälder-Bote

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Althengstett-Neuhengstett/Ottenbronn. Einen Nachmittag zu dem schwierigen Umgang mit Sterben und Tod, veranstaltete der Begräbnischor der evangelischen Kirchengemeinde Neuhengstett-Ottenbronn im Rahmen des Reformationsjubiläums zusammen mit Rose Reich aus Altburg.

Warum das Thema ein unbequemes ist, verdeutlichte die Referentin zu Beginn anhand von Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart. War der Tod früher aufgrund von Krankheit und Krieg fester Bestandteil des Alltags, liege der Schrecken heute oftmals in seinem plötzlichen Eintreten, beispielsweise durch einen Unfall. Wer möchte schon mitten im Leben über sein eigenes Ende nachdenken.

Teil des Daseins

Doch genau das war, wie Reich ausführte, für Martin Luther einer von mehreren Hinweisen, wie ein Mensch "befreit und hoffnungsvoll sterben" kann – so auch der Titel der Veranstaltung. Der Reformator riet den Menschen, den Tod als Teil der Lebenswirklichkeit zu akzeptieren – ihn zu bedenken mitten im Leben. Denn nur wer sein Haus gut bestellt habe, könne gelassen und in Frieden von dieser Erde gehen. Dazu erteilte Luther dann auch ganz praktische Ratschläge, wie zum Beispiel das Hab und Gut rechtzeitig aufzuteilen, um keinen Neid und Zank zu hinterlassen, oder sich mit anderen Menschen auszusöhnen.

Entschieden trat er der damaligen katholischen Lehre entgegen, die die Angst der Menschen vor Tod, Hölle und Fegefeuer noch bestärkte, um sich dann durch den Verkauf von Ablassbriefen, die die Menschen für ihre Erlösung kaufen sollten, zu bereichern. Auf der Grundlage christlichen Vertrauens in die Liebe Gottes, könne der Tod zum "Tödlein" werden, so Luther. Weiter machte er den Menschen Hoffnung, indem er den Tod mit der Geburt in eine neue Wirklichkeit hinein verglich.

Verschiedene Bilder

Gerade zu den verschiedenen Bildern von Jenseits und Ewigkeit ergab sich im Anschluss ein reger Austausch. Hier wurde deutlich, dass die Bilder so unterschiedlich sind, wie es auch die Menschen sind. Und niemand kann dem Einzelnen das Nachdenken und die Auseinandersetzung mit dem Tod abnehmen. Jeder muss mit den eigenen Wunden und Verletzungen, dem eigenen Tod fertig werden.

Eine Hilfe können dabei Passions- und Osterlieder sein, so Reich. Einige davon betrachtete und sang sie zusammen mit dem Chor und den Gästen. Auch Luther schrieb der Musik eine heilende Kraft in dunklen Stunden zu.

Chorleiterin Hanne Walz, die mit dem Begräbnischor nicht nur die Besucher bewirtete, sondern den Nachmittag musikalisch umrahmte, sowie Koordinatorin Inge Schäfer, freuten sich, dass so viele Gäste bereit und daran interessiert waren, sich diesem Thema zu stellen. Sie dankten Rose Reich für ihr einfühlsames, von Hoffnung durchzogenes Referat.

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