Von Bettina Bausch

Althengstett-Neuhengstett. Es ist für behinderte Menschen kaum möglich, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Doch die Lebenshilfe Calw sorgt mit geeigneten Veranstaltungen immer wieder dafür, dass dies Realität wird.

Im weihnachtlich geschmückten Haus der Lebenshilfe Calw in Neuhengstett herrscht munteres Treiben. 18 Kinder mit und ohne Handicap sind gekommen, um gemeinsam feine Schokoladenspezialitäten herzustellen. Zunächst erklärt die Leiterin des Lebenshilfehauses, Christina Stein, die Vorgehensweise. Dann machen sich die Jungen und Mädchen unter Anleitung einiger Erwachsener an die Arbeit.

Verschiedene Pralinen

Schokolade wird so lange erwärmt, bis sie zähflüssig ist. In diesem Zustand wird sie behutsam in kleine Pralinenformen gegossen. Durch entsprechende Beimischungen wie Kokos, Nougat, Himbeersoße und ähnliches werden verschiedene Geschmacksrichtungen erreicht. Als die Masse erkaltet und in festem Zustand ist, werden die Pralinen behutsam aus ihrer Form geholt und mit einem süßen, goldfarbenen Spray überzogen. Immer wieder kommen die Erwachsenen vorbei, beraten und helfen da und dort.

Im Vorfeld wurden bereits schöne Pralinenschachteln gebastelt. In diese werden die Süßigkeiten gelegt. Dann kommt noch die festliche Verpackung, wobei es bei den farbigen Bändern, die dabei benutzt werden, auf schöne Schleifen geachtet wird. Stolz halten die Kinder ihre Erzeugnisse in den Händen und freuen sich schon darauf, dass sie mit den Pralinen daheim ihren Angehörigen eine besondere Freude machen können.

Inzwischen ist auch Alexander Faber, der Vorsitzende der Lebenshilfe Calw, eingetroffen und lobt alle Beteiligten für deren gelungene Aktion. Noch mehr freut er sich jedoch darüber, dass auch einige nicht behinderte Kinder zu der Veranstaltung gekommen sind. "Das ist ein Beispiel für gelungene Inklusion", unterstreicht er. Denn die Integration behinderter Kinder in Gruppen von Kindern ohne Handicap ist ein wesentliches Ziel der Lebenshilfe. Außerdem sollen durch solche Veranstaltungen die Eltern immer wieder tageweise entlastet und ihre behinderten Kinder in das normale gesellschaftliche Leben hineingenommen werden.

Am Schluss versammeln sich die kleinen Pralinenhersteller um einen großen Tisch und nehmen gemeinsam ihre Abendmahlzeit ein, ehe sie von ihren Eltern abgeholt oder vom Fahrdienst der Lebenshilfe nach Hause gebracht werden.