Althengstett (ina). Die Neugestaltung der Althengstetter Ortsmitte ist nahezu abgeschlossen. Jetzt ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um die Regelung der Eigentumsverhältnisse bei den Räumen im Erdgeschoss, die für eine kommerzielle Nutzung konzipiert wurden. Von den rund 900 Quadratmetern Ladenfläche wurden bisher 380 verkauft, 370 sind vermietet, und 140 Quadrat- meter stehen gegenwärtig noch frei.

Um die bisher nicht veräußersten Flächen ging es bei der lebhaft und kontrovers geführten Debatte des Gemeinderats. Bürgermeister Clemens Götz hatte zuvor drei Möglichkeiten vorgestellt, wie die Eigentümerschaft und auch die Verwaltung dieser Flächen gemanagt werden könnte.

Bei der so genannten Public-Private-Partnership (PPP) wird das Eigentum von privater Seite erworben. "In diesem Fall wäre dies eine neu zu gründende Gesellschaft zwischen zwei Partnern, der Erstellergesellschaft FWD und der Gemeinde", erläuterte der Schultes.

Bei dieser Version hätte die Gemeinde das Bestimmungsrecht, und der Geschäftsführer würde von der FWD gestellt. Diese Gesellschaft würde die Geschäftsflächen ver- walten, die Mieten einnehmen und davon Zins und Tilgung sowie den Unterhalt bezahlen. Nach 30 Jahren, wenn die Geschäftsflächen armor- tisiert wären, gingen sie in den Besitz der Kommune über.

Als zweite Möglichkeit wurde der Erwerb der noch freien Flächen durch die Gemeinde gesehen. Diese hätte zwar bei diesem Modell zunächst große Ausgaben, doch auch den uneingeschränkten Einfluss auf die weitere Entwicklung in diesem Bereich der Ortsmitte.

Der Rathauschef meinte, dass die Gemeinde die liquiden Mittel habe, um die Flächen zu kaufen, die bei Bedarf auch problemlos in Wohn- raum verwandelt werden könnten. Gemeinderätin Gisela Gröger sah bei einem Erwerb durch die Kommune bei der derzeitigen Inflationsgefahr "die sicherste Möglichkeit, Werte zu erhalten". Gemeinderat

Ratskollege Rainer Kömpf hielt die Darlegung der Verwaltung für zu optimistisch und schlosssich der Meinung seines Vorredners Lothar Kante an, der betonte, dass das Risiko in beiden Fällen bei der Gemeinde liege.

Bei der Diskussion siegte letztendlich der Gedanke, dass es oberstes Anliegen sein müsse, die Ortsmitte zu beleben. Und dies könne am besten durch die Gemeinde erreicht werden. "Bei den vielen Aufgaben die in nächster Zeit auf uns zukommen, sehe ich den Kauf durch die Gemeinde kritisch", unterstrich Gemeinderat Andreas Braun.

Der Rat stimmte schließlich mit großer Mehrheit dem Erwerb der noch nicht veräußerten Flächen zu.