
Althengstett. Einen Vortrag mit Haselmaus-Spezialist Harald Brünner bietet die Althengstetter Ortsgruppe des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Montag, 6. Februar, ab 20 Uhr im Mehrzweckraum der Schule in Ottenbronn an. Zuvor beginnt um 19 Uhr die Mitgliederversammlung.
Vor 200 Jahren wurden die damals nicht seltenen Haselmäuse zum Vergnügen in Zuckergläsern oder Vogelkäfigen gehalten. Heute haben die wenigsten Menschen schon eine lebende, streng geschützte Haselmaus gesehen.
Die ungefähr daumengroßen kleinen Kobolde mit den Kulleraugen, langen Barttasthaaren und buschigen Schwänzen sind trotz ihres Namens nicht mit den Mäusen verwandt, sondern gehören zur Familie der Bilche. Zu ihren größeren Verwandten zählen Gartenschläfer und Siebenschläfer. Wie alle Bilche sind auch Haselmäuse Nachttiere. Sie werden mit dem Sonnenuntergang aktiv und sind nachts auf Suche nach Blüten, Früchten, Samen und Insekten. Haselmäuse halten in kugelförmigen Nestern aus Blättern und Gras am Boden fast sechs Monate lang Winterschlaf.
Weil die Haselmaus-Beobachtungen in der Region immer spärlicher werden und die Bestände dieser Tierart in Baden-Württemberg zurückgehen, wird sich die BUND-Ortsgruppe intensiv mit dieser Art beschäftigen. Der Diplom-Biologe und Kleinsäugerspezialist Harald Brünner aus Karlsruhe fungiert als Haselmausgutachter.
In den zurückliegenden beiden Jahren hat er ungefähr 25 000 Haselnüsse aus ganz Baden-Württemberg mit der Lupe auf die speziellen Fraßspuren der Haselmäuse hin untersucht. Er kennt die Lebensgewohnheiten der Tiere wie wenige und wird viel über diese Tierart berichten sowie auf Fragen zu Schutzmöglichkeiten eingehen.