
Von Bettina Bausch
Althengstett. Siebeneinhalb Jahre lang war Walter Hummel beliebter und geschätzter Gemeindepfarrer in Althengstett. Jetzt verlässt er den Ort, um eine Pfarrstelle in Calw-Wimberg zu übernehmen.
Am Sonntag hielt er in der voll besetzten Althengstetter Markuskirche seine letzte Predigt an der bisherigen Wirkungsstätte. Kirchen- und Posaunenchor bereicherten den Gottesdienst mit stimmungsvollen Beiträgen. Hummel betonte, dass es nicht auf die Person des Predigers ankomme, sondern dass Gottes Wirken wichtig sei. "Ich wollte in meiner Dienstzeit hier keine Anhängerschaft um mich scharen, sondern mit meinen Angeboten den richtigen Weg zum Glauben weisen", unterstrich der Geistliche.
"Die Althengstetter sind heute die Leidtragenden und die Wimberger freuen sich auf ihren neuen Pfarrer", betonte Dekan Erich Hartmann. Er hob die offene und freundliche Art sowie den Fleiß Hummels hervor. In einer feierlichen Handlung entband Hartmann den scheidenden Pfarrer von seinen Verpflichtungen, die er bei seiner Amtseinsetzung auf sich genommen hatte.
"Pfarrer Hummel hat in den siebeneinhalb Jahren seines Wirkens in Althengstett viel Neues in die Gemeinde getragen", unterstrich Hannelore Kopp, die Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Sie nannte als Beispiele die Einführung der "Regenbogenkirche" für Eltern mit kleinen Kindern, den "Punkt 11-Gottesdienst" für Jugendliche sowie die gute Zusammenarbeit mit der Choy-Jugendkirche. Hummel habe die Mitarbeiter stets beratend mit viel Umsicht begleitet sowie auch regelmäßig alte und kranke Menschen besucht sowie seelsorgerisch begleitet.
Auch zur öffentlichen Verabschiedung im Gemeindehaus waren sehr viele Gäste gekommen. Eine Flötengruppe und der Jugendchor "InTakt" des Liederkranzes umrahmten diesen Teil der Veranstaltung.
Bürgermeister Clemens Götz erinnerte daran, dass Hummel ihm bei seinem Amtsantritt eine "Bibel in gerechter Sprache" geschenkt habe, die durch zeitgemäße Übersetzung benachteiligte Frauen und unterdrückte Menschen ins rechte Licht rückt. "Sie haben sich stets aus der Politik herausgehalten", attestierte Götz dem scheidenden Pfarrer. Er selbst habe sich immer auf die aussagekräftigen Gespräche mit dem Geistlichen gefreut. Vom Wimberg aus könne Hummel ja immer wieder nach Althengstett zu seiner ehemaligen Gemeinde rüberschauen.
Schulleiter Hartmut Weber erinnerte an eine Wanderung, an der er selbst in einer Gruppe unter der Leitung Hummels teilgenommen hatte. Obwohl der Geistliche vorausging, habe er immer den Überblick behalten und die schwächeren Wanderer im Blick gehabt. So sei es auch bei seiner beruflichen Tätigkeit in Althengstett gewesen. "Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und Takt hinzu. Jetzt wird noch alles mit viel Liebe begossen". Dieses Zitat von Goethes Mutter stellte Kindergartenleiterin Charlotte Weik in den Mittelpunkt ihres Grußwortes.
Die Liebe zu Gott, die Liebe zu den Menschen und nicht zuletzt die Liebe zu sich selbst, dieser Dreiklang könne das Leben gelingen lassen. Diesen Wunsch gab Weik der Pfarrerfamilie mit auf den Weg.
Günter Luz, der Vorsitzende des Musikvereins, sprach für die örtlichen Vereine. Er hob Hummels Sportlichkeit hervor und bestätigte ihm: "Sie haben die Türen zu den Vereinen sehr weit geöffnet". Der Stammheimer Pfarrer Richard Autenrieth sprach für den Distrikt und lobte die Vorzüge seines Kollegen. Besonders seine Offenheit, keinerlei Hang zur Eitelkeit und die gute Zusammenarbeit im Distrikt seien beispielhaft gewesen. Gemeinschaftspastor Thorsten Schweizer von der Süddeutschen Gemeinschaft freute sich über die vielfältigen Arten der Zusammenarbeit. Jochen Koch von der katholischen Kirchengemeinde zeigte die vielfache Verbundenheit zwischen den Konfessionen auf, die sich besonders beim ökumenischen Abendgebet, gemeinsamen Bibelabenden und der Überlassung von Räumen immer wieder gezeigt habe.
Am Schluss wurde das Pfarrerehepaar mit vielen passenden Geschenken bedacht.