Von Bettina Bausch

Althengstett-Neuhengstett. Wer sich am Samstagabend in die Neuhengstetter Festhalle begab, hatte gleich in mehrfacher Weise das große Los gezogen.

Während im Freien klirrende Kälte herrschte, empfing die Besucher drinnen eine mollige Wärme. Außerdem erlebten sie ein Konzert mit hervorragender Blasmusik in wohltuender, heiterer Atmosphäre. Zunächst gaben die Flötengruppe und die Jungmusiker ihr Bestes. Anfangs noch etwas nervös und dann immer sicherer, zeigten sie beim Spielen von Weihnachtsliedern schon ein ganz beachtliches Können und ernteten dafür viel Applaus.

Dann startete das Vereinsorchester furios mit seinen Beiträgen zum Jahreskonzert. Der Marsch "Unter der Admiralsflagge" eröffnete mit seinen flotten Rhythmen eine Folge ebenso schwungvoller wie mitreißender Blasmusik. Eine Zusammenstellung aus Ouvertüren bekannter Opern und Operetten heizte die ohnehin schon gute Stimmung noch einmal kräftig an. Bei der "Jingle Bells Rhapsodie" durften dann auch die Flötenkinder mitmachen.

Vereinsmitglied Sebastian Oppelt hatte als Nikolaus verkleidet den Nachwuchs hereingeführt. Die Kinder hatten Rentiergeweihe und Nikolaus- Mützen auf dem Kopf und wurden mit kleinen Leckereien beschenkt.

Das Stück "Variazioni in Blue" verlangte der Kapelle alles ab. Mal verhalten mit fast besinnlichen Klängen und dann wieder anschwellend zu lauter Musik mit Anklängen von modernem Beat erklang diese Komposition und wurde von den Musikern hervorragend gemeistert. Spätestens beim "Donauwellenwalzer" fuhr es dann auch dem letzten Musikmuffel in die Glieder. Es konnte im Rahmen des Konzerts zwar nicht getanzt werden, doch Schunkeln im Dreivierteltakt setzte sich durch und sorgte für Gaudi.

Ein Höhepunkt des Abends war dann zweifellos ein Medley zum Musical "Miss Saigon". Die anrührende Geschichte, die erzählt, wie sich der Soldat Chris im Vietnamkrieg in Saigon in die 17-jährige Kim verliebt, dann mit seiner Einheit die Stadt verlassen muss und eine andere heiratet, geht auf musikalische Weise zu Herzen. Zumal Kim ein Kind von Chris bekommt und auf seine Rückkehr hofft. Er kommt, doch mit seiner Frau, die er inzwischen geheiratet hat. Kim möchte, dass das Kind in Amerika eine bessere Lebenschance bekommt und erzwingt dies, indem sie sich das Leben nimmt. Dies in Teilen musikalisch darzustellen, war eine Herausforderung, die das Orchester unter der Leitung von Traugott Kienle hervorragend bewältigte.

Ronja Diehm gab bei der Moderation Hinweise zum besseren Verständnis der Stücke. Mit einer zünftigen Polka endete das Konzert. Die Zuhörer waren so begeistert, dass sie mit ihrem lange anhaltenden Beifall noch einige Zugaben erreichten.