Althengstett Für ungetrübtes Wandererlebnis

Schwarzwälder-Bote, 05.04.2012 04:30 Uhr

Von Annette Selter-Gehring

Althengstett. Auf Schusters Rappen lässt sich der Schwarzwald wohl am intensivsten erkunden. Voraussetzung für ein ungetrübtes Natur- und Wandererlebnis ist, dass sich der Wanderer auch in unbekannten Gegenden zu jeder Zeit sicher sein kann, sein Ziel zu erreichen. Dafür sorgen die ehrenamtlichen Wegewarte, die die Wanderwege und die Beschilderungen regelmäßig kontrollieren. Bei einer Tagung im Gasthaus Trollinger in Althengstett tauschten die Wegewarte, die für das Streckennetz im Bezirk Nagoldtal zuständig sind, ihre Erfahrungen aus.

Als "Visitenkarte des Schwarzwalds" bezeichnete Bezirkswegewart Wolfgang Wachter aus Bietigheim-Bissingen die Markierungen. "Die Beschilderung muss einwandfrei und über jeden Zweifel erhaben sein", sagte Wachter. Seit 2000 sorgt eine einheitliche Kennzeichnung für eine bessere Übersicht. Gelbe Rauten stehen für örtliche und blaue Rauten für regionale Wanderwege. Die Beschilderung des Fernwanderwegenetzes blieb bestehen. Rund 500 bis 600 Kilometer lang sei das Wegenetz im Bezirk Nagoldtal, schätzt Wachter.

Zuwachs erfuhr der Bezirk durch die Ortsgruppe Bad Liebenzell, die in diesem Jahr dem Bereich Nagoldtal beitreten wird und ein großes Wegenetz mit einbringe, so der Schwarzwaldverein-Bezirksvorsitze Albrecht Bacher.

Für die 40 Wegewarte ist es ein hartes Stück Arbeit, alle Strecken kontinuierlich zu überprüfen. Zweimal jährlich müssen die Wege abgegangen und kontrolliert werden. Im Gepäck sind dabei immer Wanderzeichen als Ersatz für fehlende Schilder, Hammer, Nägel, Putztücher und Heckenscheren. Übereinstimmend klagten die Wanderwarte über Zerstörungswut und Souvenirjäger, die eine Vorliebe für die Wegeschilder haben. "Es kann sein, wir sind einen Weg abgegangen und kurz darauf wird ein Schild geklaut oder verbogen", monierte Wachter. Bis der Weg das nächste Mal kontrolliert wird, können Monate ins Land gehen. Klagen über angeblich schlechte Ausschilderung machen dann schnell die Runde. Andererseits gibt es wenig Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit der Wegewarte, zu der auch gehört, ein offenes Auge für die Sicherheit der Wege zu haben.

 
 
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