Althengstett - "Wir sind froh, dass Sie unseren Wald pflegen, er ist auch Naherholungsgebiet und Schutz unseres Lebensraumes", sagte Bürgermeister Clemens Götz in der jüngsten Gemeinderatssitzung an Christof Grüntjens von der Forstverwaltung beim Landratsamt und an Revierleiter Jürgen Martinek gewandt.

Aber natürlich ging es bei den Informationen, die die Forstleute gaben, auch um handfeste Zahlen. Im Gemeindewald Althengstett wurden im Jahr 2012 rund 2500 Festmeter Holz geerntet und 5600 Bäumchen neu gepflanzt. Auf 13,7 Hektar wurde Bestandspflege betrieben. Um möglichst schönes, astfreies Holz zu erhalten, wurden bei 1200 Bäumen Ästungen vorgenommen. Während laut Haushaltsplan 14.600 Euro Gewinn veranschlagt waren, konnten am Ende dann sogar 21.400 Euro erwirtschaftet werden.

"Die Holzpreise sind jetzt wieder zurückgegangen", unterstrich Grüntjens. Am Markt herrsche zurzeit ein großes Angebot an Holz. Deshalb dürfte der kalkulierte Erlös aus dem Gemeindewald im laufenden Jahr zurückgehen. 247.000 Euro Einnahmen stehen 234.000 Euro Ausgaben gegenüber. Der Ertrag könnte deshalb bei rund 13.000 Euro liegen.

Auch im Jahr 2013 wird wieder mit 3200 Pflanzen aufgeforstet, und rund 2600 Festmeter Holz werden eingeschlagen. "Wir haben eine aufmerksame Waldwirtschaft, wir kümmern uns um jede Kleinigkeit", versicherte Martinek und verwies vor allem auf die Wildschweinproblematik, durch die große Schäden in der Landwirtschaft entstehen. "Die Wildschweinpopulation wächst landauf landab. Die milden Winter und der vermehrte Maisanbau sind für die Wildschweine ein gefundenes Fressen", erläuterte der Revierleiter. Grüntjens verwies darauf, dass die Bewirtschaftung des Waldes durch einheimische Mitarbeiter Arbeitsplätze biete und so die Lebensgrundlage der Beschäftigten bilde.

Aus der Mitte des Gremiums wurde die Frage nach dem derzeitigen Zustand des Waldes gestellt. "Die Schäden sind in etwa immer gleich, es ist keine riesige Entspannung zu verzeichnen", sagte der Forstmann. Luftschadstoffe, Klimawandel und der Borkenkäfer seien die größten Belastungen für den Wald.

Gemeinderätin Gisela Gröger plädierte dafür, dass der Wald als Vermögenswert unbedingt erhalten werden müsse. Der Rathauschef verwies darauf, dass der Gemeindewald wirtschaftlich gesehen im Vergleich zum Gesamthaushalt eine untergeordnete Rolle spiele.