
Von Bettina Bausch
Althengstett-Neuhengstett. Am 21. April wird das Teilstück Calw-Neuhengstett-Simmozheim des 1800 Kilometer langen Hugenotten- und Waldenserpfades eingeweiht. Dieser reicht vom französischen Piemont entlang des historischen Fluchtweges der Glaubensflüchtlinge bis nach Nordhessen.
Die Vorbereitungen auf das große Fest laufen unter der Federführung des Trägervereins Hugenotten- und Waldenserpfad und des Landratsamtes Calw bereits auf Hochtouren. Dies wurde bei der Besprechung dieses Tagesordnungspunktes im Ortschaftsrat Neuhengstett deutlich.
Auf der Einweihungsstrecke wird dann erstmals auch gewandert. In Neuhengstett finden die offiziellen Feierlichkeiten statt, und in Simmozheim gibt es am Spätnachmittag eine weitere Veranstaltung. Ortsvorsteher Wolfgang Fink lobte den Einsatz der vier ehrenamtlichen Althengstetter Wegwarte Rudolf Schöffler, Georg Vogel, Karl König und Rudolf Sauter, die sich bei der Ausschilderung der Wege bisher schon stark engagiert haben. "Weitere Helfer für die Gestaltung des Einweihungstages sind uns willkommen", unterstrich Fink.
Mit der Erweiterung der Wanderstrecke in den Kreis Calw wird der neue europäische Fernwanderweg durchgehend markiert sein. In Hessen habe die Einrichtung des Weges und seine Einweihung große Beachtung gefunden, wurde mitgeteilt. Dies soll auch in der Region so sein. Am 21. April werden neben prominenten deutschen Gästen auch Besucher aus der Heimat der Waldenser in Piemont sowie aus dem Gebiet der Hugenotten in den Alpen erwartet.
Schon jetzt liegt ein detaillierter Plan zum Ablauf des Einweihungstages vor, über den die Ortschaftsräte eingehend informiert wurden. Die Veranstaltung wird in Calw mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Ralf Eggert eröffnet.
Nach einem Rundgang durch die Innenstadt und Informationen durch ein Mitglied der Familie Perrot beginnt eine Wanderung auf dem Waldenserpfad, die über die Welzberghütte und das Welsche Häusle nach Neuhengstett führt. Wer nicht mitwandert, kann auch mit einem eigens dafür eingesetzten Bus in den Waldenserort fahren. Die Wanderer werden an der Gemarkungsgrenze mit Darbietungen des Musikvereins Neuhengstett begrüßt. Vor der Kirche wird dort dann um 13 Uhr mit dem Durchtrennen eines Bandes die offizielle Einweihung des Wanderweges vorgenommen. In der Neuhengstetter Festhalle wird danach ein Mittagessen angeboten und ein Film über die Geschichte der Waldenser gezeigt.
Auch das sehenswerte Waldensermuseum und der alte Friedhof können besucht werden. Nach einer Fortsetzung der Tour nach Simmozheim erfahren die Gäste dann dort einiges über die damaligen Grenzstreitigkeiten zwischen der eingesessenen Bevölkerung und den zugezogenen Waldensern.
In Simmozheim klingt der Tag mit einer geschichtlichen Lesung aus der Familienbibel der Familie Beck aus. An besonders markanten Stellen des Wanderweges werden bis zur Einweihung noch Informationstafeln angebracht.