
Von Marion Selent-Witowski
Althengstett. Als spannend und ergiebig wurde die erste Zukunftskonferenz in Althengstett am Ende bewertet. Einen Tag lang stand im evangelischen Gemeindehaus die Frage im Mittelpunkt, wie die Kindertagesbetreuung in der Gäugemeinde verbessert werden kann.
Die Gemeinde Althengstett hat bereits in den vergangenen Jahren viel für ihre Familienfreundlichkeit getan und die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder stark ausgebaut. Am Mittwoch wurden weitere Verbesserungsmöglichkeiten ausgelotet. Bei der Zukunftskonferenz kamen Akteure zusammen, die sich für gute Entwicklungsbedingungen von Kindern stark machen wollen: Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Landrats, Bürgermeister aus den Nachbargemeinden, Erzieherinnen aus den Kindergärten, Lehrer, Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde, der Musikschule und des Jugendtreffs. Unter Anleitung (siehe "Stichwort") erarbeiteten sie in vier Gruppen neue Ansätze.
Eine davon machte sich Gedanken über ein künftiges Familienzentrum in der Gäugemeinde, eine weitere befasste sich mit einer so genannten Elternschule, mit deren Hilfe künftig das Landesprogramm "Stärke" ausgebaut werden könnte. Dieses will Mütter und Väter die Teilnahme an Kursen zu Ernährung, Pflege sowie Erziehung ihres Sprösslings erleichtern und dazu beitragen, dass ein größeres Angebot entsteht.
In einer weiteren Runde wurde überlegt, wie vermehrt dazu beigetragen werden kann, dass Kinder Natur im Alltag erleben. Als konkrete Idee wurde vorgeschlagen, dafür zu sorgen, dass Jungen und Mädchen aus den Kindergärten ein Stück Krautland für die Bewirtschaftung gemeinsam mit Erziehern und Eltern zur Verfügung gestellt wird. Ein weiterer Vorschlag war das Anlagen eines Naturerlebnisplatzes.
Die vierte Gruppe befasste sich mit Vorschlägen für den öffentlichen Raum und sprach die Gestaltung von Spielplätzen durch Eltern und ihre Kinder an. Dass Kinder mehr Wege mit Begleitung zu Fuß zurücklegen sollen, anstatt von Mutter oder Vater mit dem Auto direkt vor Kindergarten oder Schule gefahren zu werden, war ein weiterer Gedanke.
Bei Ideen, Wünschen und Gedanken soll es aber nicht bleiben. Bianca Monzel, Projektbegleiterin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, erläuterte mögliche Umsetzungsschritte, die auf Wunsch der Kommune zwölf bis 18 Monate lang kostenfrei unterstützt werden. Auch kostenlose Hospitationsreisen zu bereits bestehenden Projekten in anderen Kommunen sind möglich. Außerdem gibt es themenspezifische Fortbildungen. Deren Inhalt soll nach Abschluss sämtlicher Zukunftskonferenzen im Land festgelegt werden.