Altensteig Zahl der Straftaten ist gestiegen

Matthias Buchner, 05.07.2012 09:02 Uhr

Altensteig - In Altensteig hat die Zahl der Straftaten im Jahr 2011 zugenommen. Dies konnten die Mitglieder des Gemeinderats der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2011 entnehmen, die Polizeihauptkommissar Dieter König dem Gremium vorstellte.Der Chef des Altensteiger Polizeipostens teilte den Honoratioren mit, dass in Altensteig im vergangenen Jahr 415 Straftaten registriert wurden – 68 mehr als im Vorjahr, 28 weniger als 2009. Im Kreis Calw, der in Baden-Württemberg unter den sichersten Landkreisen vom zweiten auf den fünften Platz abgerutscht ist, liegt Altensteig damit an dritter Stelle hinter Calw und Nagold.

Mit 106 Fällen machen Vermögens- und Fälschungsdelikte den Löwenanteil aus. Diese Kategorie verbuchte auch einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr – 2010 waren es noch 70 Vorkommnisse dieser Art. Ein Zuwachs war auch bei den Rohheitsdelikten – darunter fallen beispielsweise Bedrohungen, Körperverletzungen und dergleichen – zu beobachten: waren es im Jahr 2010 56 Fälle, hatte es die Polizei 2011 mit 74 zu tun. Darüber hinaus stehen 18 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 104 Diebstähle (darunter 42 schwere), sieben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, ein Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht und 69 sonstige Straftaten zu Buche.

Großer Teil der Polizeiarbeit spielt sich am Schreibtisch ab

Als erfreulich wertete König, dass weniger Kinder und Heranwachsende straffällig wurden als im Vorjahr. Bei Jugendlichen war ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 154 der 197 ermittelten Täter sind männlich, 142 haben die deutsche Staatsbürgerschaft.

Dieter König erläuterte den Altensteiger Räten aber nicht nur die Statistik. Der Polizeiposten-Chef ging auch auf die Situation der Dienststelle ein. Von den sechs dort diensttuenden Beamten seien fünf älter als 50 Jahre. Ein großer Teil der täglichen Arbeit spiele sich am Schreibtisch ab.

Der Posten leiste sich außerdem eine umfangreiche Präventionstätigkeit, obwohl dafür eigentlich weder Zeit noch Geld zur Verfügung stünde. "Der Kollege Helmling ist in diesem Bereich sehr aktiv", sagte König. Die zusätzliche Arbeitsbelastung nehme man in Kauf, weil man glaube, dass sie sich auszahlt. König: "Wir hoffen, dass wir uns das auch künftig leisten können."

Die Landesgartenschau in Nagold geht auch an den Altensteiger Polizisten nicht spurlos vorbei: Immer wieder müssen die Beamten aus der Stäffelesstadt ihre Kollegen in Nagold verstärken. Wie sich die Situation des Altensteiger Postens vor dem Hintergrund der Polizeireform verändern wird, könne man noch nicht absehen. Allerdings müssten wohl sowohl die Polizisten als auch die, die sie alarmiert haben, längere Anfahrtszeiten in Kauf nehmen.

Altensteigs Bürgermeister Gerhard Feeß unterstrich die Bedeutung der Präventionsarbeit. Er sei froh, dass der Polizeiposten dieses Angebot mittrage, sagte der Schultes. Stadträtin Marlene Kost (FMNB) dankte für das Engagement der Beamten, wies aber darauf hin, dass sie sich ein wenig mehr sichtbare Polizeipräsenz in Altensteig wünscht. "Der Außendienst leidet ein wenig unter der Schreibtischarbeit", räumte König ein, machte aber auch deutlich, dass ersterer nicht die originäre Aufgabe der Postenbesatzung sei. So müsse beispielsweise viel Zeit in die Nachbearbeitung von Straftaten oder in Amtshilfe und Recherchen für andere Dienststellen investiert werden.

 
 
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