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Altensteig (Württ.) Manchem wird es warm ums Herz

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Mit dem Titel "Sing and rejoice" des norwegischen Komponisten Knut Nystedt bewies das Vokalensemble Altensteig, dass es auch in der Musik des 20. Jahrhundert zu Hause ist. Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Maria Kosowska-Németh

Altensteig. Trotz Kältewelle, die auch nicht vor der Altensteiger Stadtkirche Halt machte, wurde so manchem Konzertbesucher bei der Darbietung des Altensteiger Vokalenembles im Rahmen der "Stunde der Kirchenmusik" richtig warm ums Herz.

In der gemütlichen, meist sehr gut beheizten Altensteiger Stadtkirche war es am vergangenen Samstag nicht so mollig warm wie gewöhnlich. Die sibirische Kältewelle, die seit Wochen viele Länder in ihrer eisigen Umarmung festhält, hat auch das ehrwürdige Gotteshaus nicht verschont und seine Heizanlage an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Nicht jedem Konzertbesucher ist bewusst, dass die Umgebungstemperatur bei einer Konzertaufführung den zu erwartenden Erfolg entscheidend beeinflussen kann.

Um so mehr gebührt dem Altensteiger Vokalensemble, das die Konzertreihe "Stunde der Kirchenmusik" gemeinsam mit dem Tübinger Organisten Daniel Tepper und dem Prädikant Joachim Lauk (als Liturg) eröffnete, volle Anerkennung und auch Bewunderung für seine Gesangsleistung – und für sein Durchhaltevermögen.

Das Konzertprogramm umfasste das breite Spektrum der Instrumental- und Vokalmusik und begann mit frühbarockem, nachdenklichem Orgelchoral von Johann Heinrich Scheidemann. Gleichfalls aus der zu Ende gehenden Renaissancezeit stammendes Gesangsgebet "Herr Christe tu mir geben" von Johannes Eccard vertiefte nachhaltig die besinnliche Stimmung und öffnete den Choristen die Möglichkeit, sämtliche dynamische Nuancen der sehr plastisch wirkenden mehrstimmigen Faktur präzise wiederzugeben.

Den Bravoursprung in das 20. Jahrhundert erreichte das Altensteiger Vokalensemble mit der geistlichen Hymne "Sing and rejoice" des norwegischen Komponisten Knut Nystedt, die gespickt ist mit beinahe allen technischen Mitteln, welche eine Kompositionspalette an Schwierigkeitsgrad bietet. Sichtbar erfreut über diese Herausforderung überwanden die Choristen anspruchsvolle Modulationen und komplizierte Rhythmen dieses im Geiste der Gospelmusik komponierten Werkes technisch einwandfrei und mit authentischem Elan.

Auch beim "Singet dem Herrn" von Hugo Distler imponierte das Künstlerensemble mit seiner Gesangsfertigkeit. Die Sänger präsentierten das schwierige, instrumental konzipierte Werk mit seiner Gregorianik und integrierten Dissonanzen natürlich und dadurch meisterhaft. Das solide Gehör und die Stimmausbildung, die die Christophorus-Kantorei-Abgänger als Musikaussteuer mit auf den Lebensweg erhielten, erlaubt ihnen ihr ungewöhnlich hohes Gesangsniveau zu erhalten und ständig aufs Neue zu bestätigen.

Unter den Händen von Wolfgang Weible, der die Sänger während der Aufführung eher suggestiv und wirkungsvoll animierte als dirigierte erhielt das Altensteiger Vokalensemble den entscheidenden und nachhaltigen Meisterschliff. Strahlend und mächtig erklang die Schlussfuge von Max Reger als würdiger Konzertabschluss, die imposante, strahlende Orgelklangfülle drohte fast die zierliche Kirche zum Bersten zu bringen. Trotz seines jungen Alters zeugten das Spiel und der Umgang mit den Manualen, Pedalen und Registern des Organisten Daniel Tepper von seinem reifen Musikverständnis. In der "Stunde der Kirchenmusik" vereinte sich Gesang, Orgelspiel und Gotteswort zu einem eindrucksvollen, nachdenklichen Abend. Verstärkt wurde die Wirkung der Musik durch das Gebet, und die Musik unterstrich die Macht des Wortes.

 
 

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