Altensteig (Württ.) Frauen bekommen nun besondere Hilfe

Schwarzwälder-Bote, 18.05.2012 21:01 Uhr

Von Sebastian Bernklau Nordschwarzwald. 500 alleinerziehende Frauen in der Region sind arbeitslos. An sie und andere Frauen, die schon länger aus dem Job sind, richtet sich ein regionales Projekt, das Sozialministerin Katrin Altpeter nun in Altensteig vorstellte.

Beteiligt an "Zurück in den Job" sind die Diakonie in den Kreisen Calw und Freudenstadt, die Erlacher Höhe in den beiden Kreisen und die beiden Jobcenter Kreis Calw und Kreis Freudenstadt. Das Projekt im Nordschwarzwald ist eines von landesweit fünf Angeboten, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Insgesamt hat das Projekt auf drei Jahre verteilt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Anders als bei ähnlichen Projekten kümmert sich "Zurück in den Job" nicht nur um Coaching und Qualifizierung der Betroffenen. Der erste Baustein des Hilfsprogramms besteht nämlich aus der ganz individuellen Analyse der Lebenssituation der jeweiligen Frau – das reicht von Krankheiten, die die Vermittlung in Arbeit verhindern, bis hin zur Organisation von Kinderbetreuung. Der Part des Jobcenters beschränkt sich auf die Vermittlung und Bekanntmachung des Angebotes. Alles Weitere erledigen Erlacher Höhe und Diakonie.

Bei der Präsentation des Projekts zeigten sich alle Beteiligten sowie die Ehrengäste von "Zurück in den Job" sehr überzeugt. Es sei ein "gutes Beispiel für gezielte Hilfe für arbeitssuchende Frauen", sagte etwa die neue Sozialministerin Katrin Altpeter, die zur Vorstellung extra ins Altensteiger Bürgerhaus gekommen war. "Es muss allen Frauen möglich sein, Kinder zu haben und gleichzeitig berufstätig zu sein", forderte die Ministerin, die die Hoffnung hegt, dass durch das Projekt im Nordschwarzwald viele derzeit arbeitslose Frauen an dieses Ziel kommen können.

Calws Landrat Helmut Riegger hob eine Besonderheit von "Zurück in den Job" besonders hervor, die Kinderbetreuung, die dabei gewährleistet ist. Die sei gerade bei Frauen, die immer noch die Mehrfachbelastung von Familie und Beruf zu tragen hätten, enorm wichtig. Riegger rief dazu auf, in den Bemühungen, Frauen, insbesondere alleinerziehende Frauen, wieder in den Job zu bringen, nicht nachzulassen: "Wir müssen jeden auffangen, keiner darf durchs Raster fallen."

Ortwin Arnold vom Jobcenter im Kreis Calw rief in Erinnerung, dass die Kinderbetreuung trotz aller Anstrengungen nicht überall so gut ausgebaut ist wie es nötig wäre. Zudem hätten einige Frauen auch mit anderen Problemen bei der Suche nach Arbeit zu kämpfen – etwa Mobilitätsproblemen, die im ländlichen Raum besonders zum Tragen kämen.

Bei der Lösung solcher Probleme wolle das neue Programm helfen, noch bevor die eigentliche Qualifizierung greife, lobte der Mann vom Jobcenter, der sich wünscht, dass "Zurück in den Job" nicht nur in den geplanten drei Jahren, sondern langfristig wirke.

Calws Dekan Erich Hartmann nannte das Programm einen "verheißungsvollen Ansatz". Man werde den betroffenen Frauen keinen Rosengarten verschaffen, wohl aber einen Weg durch die Dornenhecke weisen können, sagte Hartmann in Anlehnung an ein katholisches Weihnachtslied.

 
 
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