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Von Sebastian Bernklau Nordschwarzwald. Auszubildende werden immer mehr zu einem raren Gut. Allein in der Hotellerie und Gastronomie im Nordschwarzwald sind für das kommende Ausbildungsjahr 150 Stellen unbesetzt geblieben. Um so mehr Grund hat die Branche, sich über ihren erfolgreichen Nachwuchs zu freuen und diesen auch entsprechend zu feiern.
Die Gastronomie des Nordschwarzwaldes macht das seit Jahren mit Lossprechungsfeiern im noblen Rahmen des Congress Centers in Altensteig-Wart – unter der Federführung des Kreisverbands Calw des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Daran hat sich auch nach dem Wechsel an der Spitze der Kreis-Dehoga von Urgestein Helmut Schäfer zu Rolf Berlin nichts geändert.
Ganz ohne Grußworte von Abgeordneten
Geändert hat Rolf Berlin an den Feierlichkeiten in Wart aber schon etwas. Nicht nur dass die jüngste Lossprechungsfeier eine fast politikfreie Veranstaltung ganz ohne Grußworte von Abgeordneten und anderen Politikern war. Er hat auch einen ganz prominenten Vertreter der Branche dafür gewinnen können, die Azubis auszuzeichnen: Jörg Sackmann, einer der großen drei Sterneköche aus Baiersbronn, überreichte gestern Nachmittag die Urkunden an den Nachwuchs.
"Ihr habt etwas geschafft, was euch niemand mehr nehmen kann", rief Dehoga-Chef Rolf Berlin den 80 anwesenden Azubis zu und gratulierte dem Nachwuchs seiner Branche. Doch Stolz dürften nicht nur die jungen Hotel- und Restaurantfachleute, Köche und Systemgastronomen empfinden. Auch die Eltern der Azubis könnten stolz auf sich sein, denn das Elternhaus spiele gerade bei dieser Ausbildung eine ganz entscheidende Rolle: "Und eure Eltern haben auch einen guten Job gemacht", bekräftigte Berlin.
Doch bei aller Freude kam Berlin nicht umhin, auch negative Entwicklungen in der Branche anzusprechen. So mehrten sich die Klagen der Ausbildungsbetriebe über die mangelnde Ausbildungsreife des Nachwuchses. Und das betreffe nicht nur die schulischen Voraussetzungen, sondern auch die sozialen Kompetenzen, die vielfach nicht allzu gut ausgebildet seien.
Und am Ende wurde Berlin dann doch noch ein wenig politisch, als er den reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Hotellerie mit Herzblut verteidigte. Allein in Baden-Württemberg seien dadurch 133 Millionen Euro an zusätzlichen Investitionen ausgelöst worden. Zudem forderte Berlin die Politik auf, angesichts des Fachkräftemangels das bestehende duale Ausbildungssystem weiter zu stärken: "Um das beneiden uns viele in der Welt."
Der Fachkräftemangel war auch ein Thema des einzigen Gastredners, des neuen IHK-Hauptgeschäftsführers Martin Keppler, der von 150 nicht besetzten Ausbildungsstellen in der Hotellerie und Gastronomie der Region berichtete. Den Azubis bescheinigte Keppler, angesichts der hochklassigen Ausbildung im Nordschwarzwald beste Chancen im Berufsleben zu haben.
Wie gut die Ausbildung in der Region ist, zeigte das Hotel Bareiss in Baiersbronn. Sechs seiner Azubis teilten sich die Plätze eins bis drei bei den Restaurantfachleuten. In diese Phalanx konnte kein anderer Betrieb eindringen.
208 Auszubildende haben an der aktuellen Prüfung im Gastgewerbe im Nordschwarzwald teilgenommen. 194 haben die Prüfung geschafft.
Bei den Restaurantfachleuten erzielten ausnahmslos Auszubildende von Hotel Bareiss in Baiersbronn die besten Ergebnisse. Dritte Sieger wurden Martina Bulenda und Patrizia Cazzetta, zweite Sieger Janina Bender, Evelyn Böttinger und Jennifer Widmayer. Als erste Siegerin wurde Elisabeth Kumpf ausgezeichnet. Der Förderpreis für den Kreis Calw ging in dieser Sparte an Franziska Zwerger (Krone Lamm in Bad Teinach-Zavelstein).
Bei den Köchengab es zwei dritte Sieger: Alexander Koch vom Hotel Bareiss in Baiersbronn und Felix Appenfelder vom Bad Hotel in Bad Teinach. Zweiter Sieger wurde Fabian Rauch vom Hotel Sackmann in Baiersbronn. Der Sieg ging an Christian Michel vom Hotel Bareiss.
Bei den Hotelfachleuten heißt die dritte Siegerin Elody Hoerz (Traube-Tonbach, Baiersbronn), Zweite Siegerin wurde Isabell Natterer vom Parkhotel in Pforzheim. Platz eins teilen sich Jennifer Buhmann von der DRK-Landesschule in Pfalzgrafenweiler, Jonas Herich von der Traube- Tonbach in Baiersbronn und Katja Slaski, ebenfalls von der Traube-Tonbach in Baiersbronn. Der Förderpreis Kreis Calw ging an Martina Günther vom Best Western Hotel Sonnenbühl in Altensteig- Wart.