Altensteig (Württ.) 73 ehemalige Zehntklässler sind bereit zum Durchstarten
Schwarzwälder-Bote, 22.07.2012 20:03 Uhr
Eine ganze Reihe von Schulabgängern wurde mit Preisen geehrt. Foto: Köncke
Von Manfred Köncke Altensteig. 73 Zehntklässler der Altensteiger Friedrich-Boysen-Realschule haben die Abschlussprüfung bestanden. Zwölf von ihnen erreichten einen Schnitt zwischen 1,4 und 1,9 und erhielten einen Preis. Die durchschnittliche Gesamtnote aller Absolventen lag bei 2,5. "Das ist das zweitbeste Ergebnis der vergangenen sechs Jahre", strahlte Rektor Klaus Ramsaier bei der Entlassfeier.
Besonders freuen kann sich Julia Roth aus Neuweiler. Mit der Zeugnisnote 1,4 lag sie an erster Stelle. Hervorragend abgeschnitten haben mit 1,7 auch Jonathan Utsch aus Beihingen, Jasmin Walz aus Walddorf, Simone Müller aus Altensteig und Leonie Rothfuß aus Liebelsberg. Mit 1,8 lagen Andreas Schweizer aus Egenhausen, Maike Andrees aus Altensteig, Johanna Rauch aus Egenhausen, Kathrin Miller aus Altensteig und Marie Viehweger aus Liebelsberg ebenfalls über dem Durchschnitt. Aufgerufen und beglückwünscht wurden ferner Patrick Denk aus Oberhaugstett und Marius Ungemach aus Oberkollwangen (beide 1,9).
Der erste von vier Sonderpreisen für hervorragende Leistungen ging im Fach "Mensch und Umwelt" an Eva Natterer. Überdurchschnittliche Kenntnisse der französischen Sprache kann Jasmin Walz vorweisen. Und Samuel Haid ist ein As in Technik. Beim Musicalprojekt "Tarzan" der Realschule habe sie "wie selbstverständlich" die Regieassistenz übernommen, selbst mitgespielt und sich auch anderweitig engagiert, begründete die Schulleitung die Vergabe des Sozialpreises an Meike Andrees.
"Auch Stars müssen gehen", "Absolut fertig", "Raus aus dem Rotstiftmilieu" – diese Slogans auf den Abschlusspullovern der drei zehnten Klassen inspirierten Rektor Ramsaier in seiner Ansprache zu vielfältigen Deutungen. Nach dem Ende der "fremdbestimmten Zeit" komme es für die Abgänger jetzt darauf an, Eigenverantwortung zu übernehmen, nicht die Orientierung zu verlieren und Menschen, die ihnen auf dem weiteren Lebensweg begegnen, Wertschätzung angedeihen zu lassen, "auch wenn sie keine Stars und absolut fertig sind". Für ein Raunen unter den Zuhörern sorgte eine Zahl, die Ramsaier zum Schluss nannte. Die Lücke durch 73 Abgänger werde durch 131 Neuanmeldungen in die fünfte Klasse mehr als geschlossen.
Pfarrer Eberhard Steinestel hat in der Friedrich-Boysen-Realschule das Fach Religion unterrichtet. Für ihn ist jeder einzelne der 73 Absolventen "mehr, als das, was in der Zeugnismappe steckt". Der Seelsorger hofft, dass sie beim Besuch weiterer Schulen, am Ausbildungsplatz und wo sonst auch immer "menschlich" bleiben und ein leuchtendes Beispiel für andere abgeben: "So wie es Jesus als das Licht der Welt vorgelebt hat."
Elternbeiratsvorsitzende Käthe Henssler forderte die Entlassschüler auf zum "ungestörten, stillen Nachdenken" über ihre Zukunft und gute Erfahrungen als Wegweiser dienen zu lassen. Wenn je der Zustand eintreten sollte, "dass ihr auf dem Boden liegt, so vergesst nicht, wieder aufzustehen und neuen Mut zu fassen".
Die Schulsprecher Mark-Kevin Beutler, Maike Andrees und Jasmin Walz führten nicht nur durch das Abendprogramm, sie erinnerten in ihren Beiträgen an Schulfahrten "bis nach Amerika", den Aufenthalt im Segelschullandheim, die Berufsinformationsbörse, Ereignisse im Unterricht und schlossen mit der optimistischen Aussage: "Jetzt starten wir durch." Zur Bühne durchgestartet sind anschließend die Klassenlehrer Markus Klement (10a), Heike Körber (10b) und Irene Mayer (10c), um die Zeugnisse der Mittleren Reife zu überreichen.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Bläserklasse und der Keyboard-AG der Realschule. Nach einem gemeinsamen Essen wurden die Lehrer und Angehörigen der Entlassschüler noch mit Gedichten, Spielen und einem Lied unterhalten.


