Alpirsbach Rat lehnt Vorschlag der Verwaltung ab

Schwarzwälder-Bote, 19.12.2012 20:04 Uhr

Von Werner Hering Alpirsbach Keine Mehrheit fand das von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Konzept zur Kleinkindbetreuung bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Alpirsbach.Es sah die Schließung des Brenner-Kindergartens und den Ausbau des Kindergartens in Rötenbach zur Kleinkindbetreuung vor.

Bei der Bürgerfragestunde meldeten sich Eltern, Erzieherinnen und der evangelische Pfarrer aus Peterzell, Georg Steffens, zu Wort. Für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in den Höhenstadtteilen gibt es derzeit in Römlinsdorf drei Plätze, die alle belegt sind. Ein Angebot im "Spatzennest", so wurde betont, werde es nicht geben. Nach einer Umfrage der Elternbeiräte von Römlinsdorf und Reutin gebe es etwa 14 Eltern, die für ihre Kinder einen Platz suchen. Für die Jahre 2013 bis 2015 bestehe ein Bedarf von 18 Plätzen, argumentierten die Eltern. Pfarrer Steffens bemängelte, dass U3-Plätze für die Höhenstadtteile überhaupt nicht mehr vorgesehen seien, sondern nur noch in der Kernstadt.

Beim Tagesordnungspunkt Kleinkindbetreuung stellte Bürgermeister Reiner Ullrich die Konzeption der Verwaltung vor. Das Einsparpotenzial bei Schließung des Brenner-Kindergartens läge, so die Verwaltung, bei etwa 157 000 Euro. Die Ausbaukosten in Rötenbach würden bei rund 124 000 Euro liegen. Nicht enthalten sind darin allerdings die Kosten für neue Heizkörper und neue Fenster in Höhe von insgesamt fast 43 000 Euro.

Die Leiterin des Rötenbacher Kindergartens, Sabine Müller, stellte ihr Kindergartenkonzept vor. Der Wechsel von der Kleinkindbetreuung in den Kindergarten sei ohne Ortswechsel verbunden. Kontakte zwischen den beiden Gruppen seien immer möglich, und auch die Bezugspersonen blieben den Kindern erhalten. Diese Konzeption war für die Gemeinderäte durchaus schlüssig und fand bei allen große Anerkennung. In der Beratungsrunde wurde durch viele Beiträge deutlich, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Konzeption nicht mehrheitsfähig war. So kritisierte Stadtrat Hans-Dieter Rehm, FWV/CDU die vorgelegten Zahlen, weil in Rötenbach beim Umbau auch die Heizung und Fenster berücksichtigt werden müssen. Zudem sei der Brenner Kindergarten erst vor etwa acht Jahren mit hohem Aufwand energetisch saniert worden, so dass die dort vorgelegten Einsparungen bei der Heizung nicht nachvollzogen werden könnten. Stadtrat Stefan Seeger, FWV/CDU regte an, die 166 000 Euro nicht in Rötenbach zu investieren, sondern je nach Bedarf in den Höhenstadtteilen, um dort Betreuungsplätze zu schaffen.

Gerhard Walter von der UBL erklärte, wenn angestrebt werde, die Höhenstadtteile zusammenzuführen, dann müssen dort auch entsprechende Einrichtungen geschaffen werden, da dort auch Bedarf bestehe.

Der Beschlussvorschlag von Bürgermeister Reiner Ullrich, den Tagesordnungspunkt auf die nächste Haushaltsberatung zu vertagen, wurde abgelehnt. Schließlich formulierte der Bürgermeister den Antrag, dem vorgesehenen Konzept der Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuzustimmen. Dieser Vorschlag wurde bei drei Gegenstimmen mehrheitlich angenommen.

 
 
Kommentare (15)
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DEZ
31
M.Ö., 16:02 Uhr

@ Weihnachten

Gott hat uns nicht als Puppen geschafen, wo er uns bestimmt was wir machen. Wir haben die Wahl! Mit Kritik soll man sich, in jeder Sicht, beschäftigen. Mir ist es als Mensch wichtig, egal welchen Glauben oder keinen Glauben, den Menschen in Augenhöhe zu begegnenn, mit Respekt, und das anders denken/ glauben, stehen zu lassen, zu können. Aber ich verlange das Gleiche, auch vom gegenüber!! Herzliche Eilnadung zu unseren Offenen Abenden, 19.02.13, 20Uhr, ev. Gemeindehaus Peterzell, Thema: Lerntherapie- PTE FDS. Da können wir uns doch unterhalten.

DEZ
30
Eihnachten, 12:22 Uhr

M.Ö.

Liebe M.Ö., schauen Sie einmal auf die Bewertungsverläufe. Dann können Sie durchaus Rückschlüsse auf die Toleranz und Offenheit von bestimmten 'Gruppen' schließen. Meine Erfahrung ist, dass sich viele, sogenannte Gläubige regelrecht davor scheuen, etwas zu lesen, das nicht in ihr Weltbild passt. Im Extremfall wurden sie, so wie teilweise auch noch ich, dazu geimpft, die Bibel nicht zu hinterfragen, da bereits dies Sünde sei. Ist die Glaubensgrundlage, bzw. der Glaube dieser Menschen aber so schwach, dass sie beim Lesen kritischer Literatur, ein Abfallen von ihrem Glauben befürchten???

DEZ
28
Weihnachten, 12:57 Uhr

M.Ö.

Welch eine Frage? Kann sich in unserem Kulturkreis irgendjemand dem Einfluss der Kirchen und somit auch christlicher Literatur etc. entziehen? Überlegen Sie einmal, welche Sonderstellung und Macht die beiden Amtskirchen haben. Mitglieder im Rundfunkrat, im Ethikrat...,christliche Sendungen, kostenloser Zugang zu Printmedien, größter Subventionsempfänger in Deutschland, durch den Staat bezahlte Ausbildung der Theologen, durch den Staat unterhaltene Gebäude, durch die öffentliche Hand überwiegend bezahlte christliche Kindergärten, christliche Krankenhäuser, Religionsunterricht, Sonderstellung im Arbeitsrecht, größte Grundbesitzer in Deutschland... Falls Sie wirklich bereit sind, kritische Literatur zu lesen, dann empfehle ich Ihnen auch noch den Autor Karlheinz Deschner. Er kommt vom katholischen Glauben. Ein Einstiegsbuch in sein Werk ist z. B. der gefälschte Glaube. Leider teilweise etwas schwere Kost. Andere Bücher: 'der Herr ist kein Hirte', 'der Gotteswahn'. Ich denke, jedem Christen kann man diese Werke nur empfehlen. Selbst wenn man nach deren Lektüre im Glauben bleibt, so sieht man die einseitige Verbreitung und Interpretation der 'Würdenträger' vor einem anderen Hintergrund. Es wäre schön, Ihre Meinung nach der Lektüre zu hören / lesen. Das meine ich jetzt wirklich als Anregung und nicht als Rechthaberei o.ä..

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