Von Claus Wiegert Alpirsbach. Von alten Heizungsanlagen bis zum schlecht gedämmten Hallendach: Hinter den Mauern städtischer Immobilien verbirgt sich ein großes Potenzial zum Energiesparen.Detailliert aufgezeigt wird es im Klimaschutzteilkonzept für städtische Gebäude, das bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Alpirsbach vorgestellt wurde. Diplom-Ingenieur Friedhelm Stappenbeck von der K & L Ingenieurgesellschaft für Energiewirtschaft mbH aus Hockenheim gab den Stadträten einen Überblick über das 280 Seiten umfassende Gutachten. Die Stadt konnte sich das von K & L erstellte Konzept nur leisten, weil es zu 95 Prozent mit einem Zuschuss gefördert wird. Untersucht wurde das Einsparpotenzial beim Energieverbrauch bei 15 städtischen Gebäuden – vom Rathaus über das Bildungszentrum und das Haus des Gastes bis zu Hallen, Kindergärten und Feuerwehrhäusern. Die Gebäudenutzfläche beträgt laut Stappenbeck insgesamt rund 12 500 Quadratmeter.

K & L ermittelte den Energieverbrauch und analysierte die Energiekennwerte. Der jährliche Energieverbrauch in den städtischen Gebäuden beträgt, so der Ingenieur, zwei Millionen Kilowattstunden. 58 Prozent davon werden mit Gas gedeckt, 24 Prozent mit Heizöl, 17 Prozent mit Strom und gut ein Prozent mit Heizstrom. Die Energiekosten für die städtischen Gebäude belaufen sich auf 234 000 Euro pro Jahr – Tendenz steigend. Allein 40 Prozent der Kosten entfallen auf den Strom. Die CO2-Emissionen betragen jährlich 576 Tonnen. Die Straßenbeleuchtung wurde bei dem Konzept nicht berücksichtigt, denn diesen Teil des Gutachtens hätte die Stadt selbst zahlen müssen.

Durch kurzfristige Maßnahmen mit einer Amortisationszeit von bis zu fünf Jahren könnte die Stadt 271 000 Kilowattstunden und damit rund 50 000 Euro sparen. Dazu wären allerdings Investitionen von 210 000 Euro nötig, beispielsweise für das Einregeln des Wasservolumens und das Reduzieren der Pumpenleistung bei Heizungssystemen, etwa der Schule und des Rathauses, und das Erneuern von Regeltechnik. Auch ein kleines Blockheizkraftwerk für das Schulzentrum und der verstärkte Einsatz der LED-Technik zum Beispiel im Haus des Gastes wird vorgeschlagen. Der CO2-Ausstoß könnte mit den kurzfristigen Vorhaben um 81 Tonnen pro Jahr verringert werden.

Im mittelfristigen Bereich sieht Stappenbeck ein Sparpotenzial von jährlich 233 700 Kilowattstunden und Wenigerausgaben von 23 000 Euro. Dafür wären allerdings Investitionen in Höhe von 270 000 Euro für neue Beleuchtungsanlagen, etwa im Schulzentrum, und den Austausch von Kesselanlagen, zum Beispiel im Alpirsbacher Rathaus, erforderlich. Die CO2-Emissionen würden um weitere 58 Tonnen pro Jahr verringert.

Langfristig, so Stappenbeck, könnten zusätzlich 544 000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart werden, was Wenigerausgaben von 40 000 Euro und einem um 112 Tonnen verringerten CO2-Ausstoß entspricht. Dafür wären zusätzliche Maßnahmen zur Wärme- und Dachdämmung sowie unter anderem die Sanierung von Fenstern im Schulzentrum und in Kindergärten nötig.

SPD-Fraktionssprecher Dieter Armbruster betonte, dass die Stadt erst Geld haben müsste, um in Energiesparmaßnahmen zu investieren. Teile des Konzepts ließen sich aber auch ohne großen Aufwand verwirklichen. CDU/FWV-Stadtrat Hans-Dieter Rehm sah dies ebenso und mahnte, dass das Konzept nicht in der Schublade verschwinden sollte. Mit Details des Konzepts solle sich bald der Technische Ausschuss befassen. Kleine Maßnahmen könnten zeitnah umgesetzt werden. Aber schon die mittelfristigen Vorhaben seien wegen fehlender Finanzmittel nicht machbar.

Für die Anschaffung von LED-Technik und das kleine Blockheizkraftwerk, so Stappenbeck auf Nachfrage von CDU/FWV-Stadtrat Reinhold Bronner, gebe es Zuschüsse, deren Höhe allerdings von Jahr zu Jahr schwanke.