
Von Nicole Westhauser
Albstadt-Tailfingen. Offen und transparent ist nicht nur das Großraumbüro des Bürgerbüros, sondern auch die Arbeit der Mitarbeiter.
Vor zehn Jahren wurde aus der Verwaltungs-Geschäftsstelle Tailfingen das neue Dienstleistungszentrum in der Adlerstraße, das sich um Eheschließungen, Personalausweise und anderes kümmert. Am 4. Februar 2002 hat das Amt offiziell die Türen geöffnet.
1000 bis 2000 Menschen marschieren monatlich durch die Eingangstüre – und ihre Anliegen sind meist ganz alltäglich. "Die reichen von Abfallkalender bis Gelber Sack", erzählt Hans-Peter Knecht, Leiter des Bürgerbüros. Das Kerngeschäft seien jedoch die Ausweise, An- und Ummeldungen sowie Rentenanträge.
Doch auch Ehen werden in dem Dienstleistungszentrum geschlossen. In einem modern eingerichteten Trauzimmmer haben sich 2011 70 Paare das Ja-Wort gegeben.
Die Anfragen der Touristen haben in der Zwischenzeit auch deutlich zugenommen, so Knecht: "Wir sind hier ja umgeben von Traufgängen." Die Besucher wollen meistens Restauranttipps. Eine extra Touristinfo braucht es dafür aber nicht. "Unsere Mitarbeiter machen alles, jeder kann alles", sagt Knecht.
Gehört das Anliegen mal nicht zum Aufgabenbereich des Bürgerbüros, ist das für die Mitarbeiter auch kein Problem: "Wir regeln das einfach geschwind." So kann es schon einmal vorkommen, dass einer älteren Dame ein lästiger Behördengang abgenommen wird. "Wir heißen nicht nur Bürgerbüro, wir sind auch für die Bürger da", sagt Knecht.
Damit das alles auch reibungslos funktioniert, werde Teamarbeit groß geschrieben, erzählt der Leiter. Zu diesem Team gehören neben Knecht acht weitere Mitarbeiter. Um jederzeit erreichbar zu sein, habe man die Öffnungszeiten der ehemaligen Geschäftsstelle um zwölf Stunden verlängert. So hätten auch die Bewohner der umliegenden Stadtteile die Chance, ihre Anliegen zeitnah zu klären.
Die Menschen wissen das Angebot zu schätzen. "Lange Wartezeiten gibt es bei uns nicht. Die Leute kommen rein und sehen sofort, welcher Mitarbeiter frei ist. Wenn alle Schreibtische belegt sind, nehmen sie einfach Platz und warten geduldig", berichtet Knecht.
Ende der 1990er-Jahre sei bereits klar gewesen, dass es bald ein Bürgerbüro geben muss. "Die Entwicklung ging schon damals in diese Richtung", sagt Knecht. In der alten Geschäftsstelle seien die Mitarbeiter alleine in eigenen Büros gesessen – die Türen waren stets verschlossen. "Eine geschlossene Tür ist immer eine Barriere", weiß Knecht. Geschlossene Türen gibt es im Großraumbüro keine – und wenn doch, dann stehen sie jedem offen. "Es war damals auf jeden Fall die richtige Entscheidung, diesen Schritt zu gehen", ist sich Knecht sicher.