Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Albstadt Schüler brechen mit Spielen das Eis

Von
Beim Spielen verstehen sich die Jugendlichen gut: Sie lachen und reden miteinander und lernen dabei einander besser kennen, sie essen und trinken gemeinsam. Fotos: Holbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Rahmen des Seminarkurses "Schule und Inte­gration" haben die Schüler der zwölften Klasse des Wirtschaftsgymnasiums Albstadt jetzt einen gemeinsamen Spielenachmittag mit Flüchtlingen veranstaltet. Dabei lernten sich alle besser kennen.

Albstadt. Zohra legt die grüne Karte mit der Zahl neun auf den Stapel. "Das macht Spaß hier. So ein Angebot hilft, sich besser zu verstehen und kennenzulernen", sagt die 18-Jährige. Zusammen mit den anderen Jugendlichen in ihrer Gruppe spielt die junge Frau aus Afghanistan am Tisch im Raum 117 der Walther-Groz-Schule das Kartenspiel "Uno". Auch an den anderen Tischen ist freudiges Palaver und Lachen zu hören. Die Schüler der zwölften Klasse des Wirtschaftsgymnasiums Albstadt haben als ein Projekt ihres Seminarkurses "Schule und Integration" zu einem Spielenachmittag eingeladen.

"Das ist gut", meint Zohra. Sie hat schon ein bisschen mit den deutschen Jugendlichen geredet, auch von sich erzählt und von ihrer Flucht nach Deutschland. Genau das ist das Anliegen dieses Nachmittags: Er soll ein erster Schritt sein zur Begegnung, "ein Eisbrecher", um bei den nächsten Aktionen die Kontakte zu intensivieren, sagt Lehrerin Eva-Maria Marx-Dieckmann, die zusammen mit Schulsozialarbeiterin Lisa Marie Lohr an diesem Tag mit dabei ist und mit ihr zusammen eifrig mitspielt.

Die deutschen Schüler kümmern sich im Raum 117 in den rund zwei Stunden bei Pizza und Gesellschaftsspielen um ausländische Jugendliche, die unter dem Aspekt, bis dato keine Deutschkenntnisse gehabt zu haben, derzeit die Vorqualifizierung für Arbeit und Beruf absolvieren. "Das Ziel ist, mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten", erläutert die 18-jährige Ann-Kathrin, die zusammen mit der gleichaltrigen Nora und den beiden 17-jährigen Lea und Franziska den Spielenachmittag organisiert hat. "Das ist lustig und macht Spaß."

Um die Flüchtlinge über das Angebot zu informieren, sind die deutschen Jugendlichen in deren Klassen gegangen, haben Flyer in einfachem Deutsch verteilt und das Projekt präsentiert. "Die Flüchtlinge haben gesagt, dass sie Lust darauf haben, sich freuen und gerne kommen."

Bei "Montagsmalern" und "Memory" lernt man sich besser kennen

Und so sitzen sie eingeteilt in festen Gruppen an den Tischen und spielen im Wechsel von Station zu Station "Halli Galli", "Montagsmaler" und "Memory". Der 17-jährige Anas aus Syrien findet das "super", auch wenn es für ihn nicht so ganz leicht ist, bei "Denk fix" zum Beispiel einen Fisch mit dem Anfangsbuchstaben G zu erraten. Die deutschen Schüler helfen und erklären. "Dieser Spielenachmittag ist sehr sinnvoll", ist Ann-Kathrin überzeugt: "Wenn die Flüchtlinge uns mehr vertrauen, fällt es ihnen leichter, uns etwas von ihnen zu erzählen."

Sie ist zufrieden mit dem Ablauf. In den nächsten Monaten soll es noch weitere Aktionen geben. Das freut Nour. Die 18-Jährige aus Syrien findet das Angebot gut und hofft auf Kontakte. "Sich gegenseitig kennenzulernen, das ist sehr gut für uns", meint auch der 16-jährige Zahir Ali aus Afghanistan: "Es ist witzig und wir lachen viel." Miteinander spielen verbessere das Verständnis füreinander: "Wir dürfen fragen, die deutschen Schüler antworten und wir lernen Deutsch dabei."

Wie wichtig es ist, einander zu respektieren, weiß Moses. In Deutschland geboren, besucht der dunkelhäutige 18-Jährige, der seine Wurzeln in Uganda hat, das Wirtschaftsgymnasium, will sein Abitur machen und dann eine Ausbildung oder vielleicht studieren: "Ich hatte bisher keine Probleme und werde ganz normal behandelt." Mit den Flüchtlingen etwas gemeinsam zu unternehmen, begrüßen wie er auch die 18-jährige Jenny und die 17-jährige Jule, was auch der 17-jährigen Nikola Natalia aus Polen gefällt.

"Es läuft so, wie ich es mir vorgestellt habe", sagt die 17-jährige Franziska. Im Vorfeld hat das Organisationsteam die Gruppen eingeteilt, festgelegt, wer für welches Spiel zuständig ist, wer welches Spiel mitbringt und die Namensschilder geschrieben. Das Ziel, das Eis zu brechen, scheint erreicht. Die deutschen Jugendlichen haben einiges über die Fluchtgeschichten, über die Wünsche der Flüchtlinge und deren Familien gehört. Das ist der Ansatz des Projekts, zu erfahren, woher diese jungen Menschen kommen und was sie erlebt haben. "Das hat was gebracht", sagt Franziska: "Sie haben viel erzählt."

Der 18-jährige Ammar aus Syrien zieht deshalb ein positives Fazit des Spielenachmittags: "Das ist sehr schön hier." Er wird bei den nächsten Aktionen wieder mitmachen. Am Ende dürfen die Flüchtlinge aufmalen, wie es ihnen gefallen hat: Alle unterschreiben mit ihren Namen beim lachenden Smiley.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51
Anzeige
Gastro-Herbst

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading