Von Sina Ramsperger

Albstadt-Ebingen. Nachts um drei aufstehen, weil das Neugeborene schreit? Klingt nicht verlockend – doch etliche Albstädter Hauswirtschaftsschülerinnen haben genau dieses Szenario simuliert. Im Rahmen eines Projekt mit Namen "Schnuller-Alarm".

15 bis 21 Jahre sind sie alt – und für ein Wochenende frischgebackene Eltern eines Baby-Simulators. Jana zum Beispiel: Die Schülerin des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums wollte schon lange an einem solchen Projekt teilnehmen, aber bisher gab es sie nur in Stuttgart, und teuer waren sie auch. Als sie erfuhr, dass auch die Hauswirtschaftliche Schule eine "Real-Care-Projekt" anbietet, war sie Feuer und Flamme – trotz der zeitaufwendigen Vorbereitung. Ein Einführungsnachmittag wollte absolviert sein; Wiege, Kleidung und ein Name wurden benötigt – wie im echten Leben auch.

Und dann war Konstantin, so hat ihn Jana getauft, auf einmal da – und alles halb so schlimm. Das Aufstehen um zwei Uhr nachts fiel zwar nicht leicht, "aber sonst war ich angenehm überrascht darüber, dass ich den Alltag mit nur kleinen Einschränkungen bewältigen konnte". Die schönen Momente überwogen. "Bereits am ersten Abend habe ich eine richtige Beziehung zu Konstantin aufgebaut." Die Simulatoren sind wahre Wunderwerke der Technik, beim Füttern machen sie Schluckgeräusche, sind beliebig programmierbar, und die Lehrerinnen können nachprüfen, ob die Schülerinnen den Bedürfnissen "ihres" Babys gerecht geworden sind und sich angemessen um sie gekümmert haben. Ein Chip hält alles fest; er wird später ausgewertet und das Ergebnis mit den Teilnehmern besprochen.

Zuerst war der "Schnuller-Alarm" nur für Berufsfachschüler für Kinderpflege und Teilnehmer des Berufskollegs für Sozialpädagogik gedacht war, doch längst steht er allen an der Hauswirtschaftlichen Schule bis bis hin zum Gymnasium offen. Bettina Ruopp-Letsch, Hauptinitiatorin des Projekts, findet das wichtig: Schülerinnen verschiedener Schularten stellen fest, dass sie ähnliche Träume haben.

Apropos Träume: Trotz schlafloser Nächte will Jana immer noch Kinder. Obwohl sie vorerst andere Ziele hat.