Albstadt-Laufen - Ein Bild der Verwüstung hat sich am Montagmorgen den Einsatzkräften auf der Bundesstraße 463 geboten: Zwischen Laufen und Lautlingen sind ein Tankzug mit Heizöl und ein Sattelschlepper mit Ersatzbrennstoff zusammengeprallt.

"In 30 Dienstjahren habe ich so etwas noch nicht gesehen", sagt der Albstädter Stadtbrandmeister Michael Adam fassungslos. Trümmer liegen weit verstreut umher, in der Luft hängt ein Geruch nach Öl.

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Zum Hergang: Kurz nach 8.30 Uhr war der 45-jährige Fahrer eines Sattelzugs, der Recycling-Ersatzbrennstoff geladen hatte und von Albstadt in Richtung Balingen unterwegs war, nach Polizeiangaben mit seinem Gefährt auf den unbefestigten Seitenstreifen geraten. Er lenkte nach links, und der Sattelzug prallte auf der Gegenfahrbahn gegen einen entgegen kommenden Tankzug mit 30 000 Litern Heizöl.

Durch die Wucht des Aufpralls landete der Tankzug im Straßengraben. Der Tankauflieger kippte mit einem langen Riss im Tank um. Das Führerhaus des Sattelzugs wurde abgerissen und der Auflieger völlig demoliert; die Ladung kippte auf die Straße. Der 45-jährige Tankzugfahrer wurde schwer verletzt von der Feuerwehr gerettet, der Fahrer des anderen Lastzugs kam mit leichteren Blessuren davon.

Fünf Abteilungen der Albstädter Feuerwehr – Ebingen, Tailfingen, Lautlingen, Laufen und Onstmettingen – rückten mit 13 Fahrzeugen, darunter ein Gerätewagen Gefahrgut, und 65 Feuerwehrangehörigen an. Im Einsatz waren auch das Rote Kreuz, die Polizei, die während der Bergungsarbeiten mit der Unfallaufnahme begann, und ein Vertreter des Umweltamts. Für den besseren Überblick stellte die Feuerwehr eine Drehleiter zur Verfügung und richtete eine mobile Einsatzzentrale ein.

Mit Schöpfkellen und Bottichen, Pumpen und Ölbinder versuchten die Feuerwehrleute, die rund 10.000 Liter ausgelaufenes Heizöl aus den beschädigten Tanks und unter dem Eis im Straßengraben aufzufangen. Eine kleine Menge Heizöl oder Diesel gelangte laut Adam auch in die Eyach.

Aufräumarbeiten dauern trotz Straßen-Freigabe noch an

Die Schadenssumme gab die Polizei mit 250.000 Euro an. Ein Kranwagen wurde angefordert, und ein Bagger war im Einsatz, um ölverschmutztes Erdreich abzutragen.

Für die Bergungs- und Reinigungsarbeiten musste die B 463 bis Dienstagmittag in beide Richtungen voll gesperrt werden. Eine Umleitung war eingerichtet, im Berufsverkehr kam es zu langen Staus. Wie das Landratsamt Zollernalbkreis mitteilte, ist der Verkehr ab Dienstag, 12 Uhr, wieder freigegeben. Da die Aufräumarbeiten sowie die Beseitigung der entstandenen Schäden an Straße und Bankett aber noch andauern, wird die Höchstgeschwindigkeit auf der betroffenen Strecke auf 50 km/h beschränkt.