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Albstadt Armband statt Handy-Klingeln

Nicole Westhauser, vom 25.01.2012 06:00 Uhr
Zwölf Masterstudenten und ihre Dozenten Jutta Buttgereit (links) und Jörn Lübben (Dritter von rechts) präsentieren ihre Produktinnovationen. Foto: Westhauser
Zwölf Masterstudenten und ihre Dozenten Jutta Buttgereit (links) und Jörn Lübben (Dritter von rechts) präsentieren ihre Produktinnovationen. Foto: Westhauser

Albstadt-Ebingen - Innovatives Denken scheint bei den Studenten der Hochschule Albstadt-Sigmaringen Alltagsgeschäft zu sein. Gestern haben zwölf Masterstudenten des Studiengangs Textil- und Bekleidungsmanagement ihre fertigen Projekte präsentiert.

Innovationen mit Smart Textiles – intelligente Textilien – war das Thema der Forschungsprojekte, die in Kooperation mit dem Institut für Textiltechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen realisiert wurden. 15 Wochen lang haben die Studenten an ihren Erfindungen gearbeitet. Studiengangsleiterin Jutta Buttgereit ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Sie haben erstaunliche Produkte realisiert."

Erstaunlich sind die Produkte tatsächlich: Ein Leuchtvorhang mit CO-Warnfunktion, ein Armband, das leuchtet, wenn das Handy klingelt, ein leuchtender Musik-Sessel und eine faltbare Heckablage mit Solarmodulen haben die Studenten ausgetüfftelt.

Er sieht nicht nur hübsch am Fenster aus, er schützt auch vor gefährlichen Gasen: der leuchtende Vorhang von Julia Eva Frick, Aurelie Bouayekaho und Silke Obendiek. Mit einem Sensor wird die Gaskonzentration gemessen. Ist diese gering, leuchtet der Vorhang blau. Steigt die Konzentration an, werden die RGB-LEDs rot. Doch auch als Deko-Element dient die Erfindung. "Man kann verschiedene Leuchtmuster einstellen", erklärte Frick.

Über Bluetooth-Schnittstelle verbunden

"Das Problem mit den Handys ist immer, dass man sie nicht hört", nannte Bianca Bondrea als Hauptgrund für die Entwicklung des Bluetooth-Armbands. Vor allem in geräuschintensiven Räumen oder Situationen, in denen das Handy lautlos ist, soll das High-Tech-Accessoire zum Einsatz kommen. Sobald ein Anruf eingeht, blinken die eingebauten LEDs. Das Armband wird über eine Bluetooth-Schnittstelle mit dem Handy verbunden. Bisher gibt es solche Produkte nur aus Metall und Plastik, die mittels eines Vibrationsalarms auf den Anruf aufmerksam machen. Die Variante von Bondrea und ihren Kommilitoninnen Christina Peter und Nina Redlich greift allerdings auf Textilien zurück, da diese flexibler und hautverträglicher sind.

Ein "Lightning Beat Seat" – leuchtender Musik-Sessel – klingt im ersten Moment etwas außerirdisch. Giang Phan, Franziska Schwenk und Julia Wezel haben die verrückte Idee in die Tat umgesetzt. Zum Takt der Musik leuchtet der Stoff des schwarzen Zylinders, der mit PMMA-Fasern versetzt ist. Diese Sitzgelegenheit sei vor allem für dunkle Räume wie Diskotheken konstruiert, sagte Phan. Über Bluetooth oder ein Klinkenkabel kann Musik an den Sessel angeschlossen werden.

Der stetig steigende Benzinpreis brachte Frederico Joseph Laux, Jens Matthias Winter und Nathalie Benzel auf die Idee einer faltbaren Heckablage mit integrierten Solarmodulen. Somit könne man die Reichweite von batteriebetriebenen Automobilen erhöhen, erklärte Laux. "Die Batterie wird geladen, solange man im Büro ist oder einkaufen geht."

Die RWTH Aachen wird die Prototypen der Masterstudenten in ihrem Showroom präsentieren und auch auf Messen ausstellen, wie Ivana Cujic, wissenschaftliche Mitarbeiterin der RWTH, mitteilte. "Wenn jemand Interesse an den Produkten zeigt, könnten sie in ein bis zwei Jahren auf dem Markt sein", ist Buttgereit überzeugt.

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